Aus der aktuellen Ausgabe

Augenärzte im Internet: Zum Umgang mit negativen Online-Bewertungen

Ergebnisse einer randomisiert-kontrollierten Studie
Im Fokus einer Studie der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) und dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien stand die zentrale Frage: Wie sollen betroffene Ärztinnen und Ärzte am besten mit negativen Bewertungen auf Online-Plattformen umgehen? Sollen Ärztinnen und Ärzte auf negative Reviews reagieren, damit negative Wirkungen auf lesende User reduziert oder im besten Fall eliminiert werden können – und wenn ja, wie? Michaela Forrai, BA, Prof. Florian Arendt und Prof. Oliver Findl (Wien) stellen die Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten Studie dar.

Ist die Augenheilkunde reif für die Telemedizin?

Der unbeantwortete Mangel an Fachkräften als Notwendigkeit für innovative Versorgungsansätze in Kombination mit delegierbaren, standardisierten und bildgebenden Diagnoseverfahren in der Ophthalmologie bilden die ideale Grundlage für telemedizinische Ansätze und das schon seit einiger Zeit. Prof. Kai Januschowski, FEBO, Lukas Bisorca-Gassendorf, Prof. Martin Wenzel und Simo Murovski³ erörtern die Fragestellung im Titel aus zwei Blickwinkeln: Sind auf der einen Seite das Fach Augenheilkunde und auf der anderen Seite die Akteure (Politik, Berufsverbände, Patienten) reif/bereit für die Telemedizin?

35. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 1)

Hybrid-Veranstaltung in Regensburg
Auch die Welt der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) befand sich 2021 im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie – mit allen Ungewissheiten und den sich nahezu ständig ändernden Rahmenbedingungen. Nach dem rein virtuellen Kongress 2020 setzten der diesjährige Kongresspräsident, Prof. Andreas Remky (Regensburg), und die amtierende Obfrau der JHG, Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen), die 35. Zusammenkunft in Form eines Hybrid-Kongress mit internationaler Beteiligung um. Die Präsenzveranstaltung fand vom 8. bis 10. Oktober in Regensburg statt, das wissenschaftliche Programm am Samstag als Hybrid-Veranstaltung. Ein Bericht von Dr. Sibylle Scholtz.

Bedeutung der Augensymptome bei zerebralen Sinusvenenthrombosen

In der Literatur wird auf zahlreiche Risikofaktoren hingewiesen, die zu einer Sinusvenenthrombose (CVT) führen können. Bei Impfungen mit bestimmten COVID-19-Vakzinen sind die Risikofaktoren einer CVT-Entstehung zu berücksichtigen. Augensymptome können bei Patienten mit einer CVT von großer diagnostischer Bedeutung sein. Prof. Dieter Schmidt (Freiburg) fasst seine Literaturrecherche über Risikofaktoren und über Augensymptome bei Sinusvenenthrombosen zusammen.

Digitale Augenheilkunde im Fokus der DOG 2021 online

„Wissbegierig bleiben“
Unter der Präsidentschaft von Prof. Hagen Thieme, Direktor der Universitäts-Augenklinik Magdeburg, wurde mit dem 119. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) vom 30. September bis 3. Oktober auch der diesjährige Kongress virtuell ausgetragen. Das Thema Digitalisierung prägte zugleich inhaltlich und formal das Programm, das in diesem Jahr unter Ausnutzung vielfältiger digitaler Formate und Möglichkeiten gestaltet wurde. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den Jahreskongress der DOG.

OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss

Durch die in den letzten Jahren zunehmende Evidenz einer verbesserten Visusprognose des retinalen Zentralarterienverschlusses nach einer frühen intravenösen Thrombolyse, nimmt eine schnelle und sichere Diagnosestellung sowie die möglichst genaue Bestimmung der Ischämiedauer an Bedeutung zu. Der Verschluss der retinalen Zentralarterie ruft spezifische Veränderungen wie beispielsweise ein ischämisches Netzhautödem der inneren Netzhautschichten hervor. Die optische Kohärenztomographie (OCT) könnte hierbei zur Darstellung und Quantifizierung ischämischer Biomarker eine Schlüsselrolle in der Diagnostik einnehmen und als Hilfsmittel in der Indikationsstellung einer intravenösen Thrombolyse dienen. Dr. Daniel A. Wenzel und Prof. Maximilian Schultheiß erörtern OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss.

Diagnostik der autosomal-dominanten Optikusatrophie

OCT-Veränderungen bei Patienten mit Mutationen im OPA1-Gen
Die autosomal-dominante Optikusatrophie 1 (Typ Kjer, MIM#165500) ist eine der häufigsten Formen der hereditären optischen Neuropathien, welche in der Literatur in einigen Fällen zunächst als Normaldruckglaukom fehldiagnostiziert wurde, da sich beide Erkrankungsentitäten klinisch stark ähneln. Besonders bei Patienten mit Visusminderung in jungen Jahren, unklarer Optikusatrophie und diffus verminderter Ganglienzellschichtdicke im OCT sollte man an eine gendiagnostische Untersuchung auf hereditäre Optikusatrophien denken. Dr. Anica Winges (Halle/Saale) berichtet über eine retrospektive Untersuchung, deren Ziel es war, die Erkrankung durch die morphologische Analyse der einzelnen Netzhautschichten mittels OCT frühzeitiger zu erkennen.

Stellenwert der OCT-Diagnostik bei Glaukomen

Zur Papillenbeurteilung bei Glaukom stehen zahlreiche bildgebende Verfahren zur Verfügung. Anatomisch auffällige, große oder kleine Papillen können Schwierigkeiten bei der Diagnostik bereiten. Mittlerweile erfährt die optische Kohärenztomographie (OCT) in der Glaukomsprechstunde neben der Netzhautsprechstunde ihren häufigsten Einsatz. Spectral-Domain-Geräte ergeben durch landmarkengestützte Bewegungskorrektur höchste Auflösung in kurzer Zeit. Einen anderen Ansatz zur OCT-gestützten Glaukomdiagnostik stellt die Öffnung der Bruch’schen Membran zur Bemessung der Nervenfaserschicht im Bereich des Papillenrandes in den Fokus. Dr. Christian Karl Brinkmann, FEBO (Neubrandenburg) stellt die Untersuchungsverfahren gegenüber und erläutert den Stellenwert der OCT-gestützten Glaukomdiagnostik.

22. Tagung der Bielschowsky-Gesellschaft – 150. Geburtstag Alfred Bielschowsky

Strabologie und Neuroophthalmologie
Zum 150. Geburtstag von Alfred Bielschowsky fand die für Wroclaw (Breslau, einer der ehemaligen Studien- und Arbeitsorte Bielschowskys) geplante 22. Jahrestagung der Bielschowsky-Gesellschaft aufgrund der pandemiebedingten Situation am 10. September als Webinar, unter der Leitung von Prof. Michael Schittkowski, Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, statt. Die Themenblöcke umfassten die operative Strabologie I und II, strabologische und neuroophthalmologische Notfälle, die Neuroophthalmologie sowie Amblyopie und Myopieprävention. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).

Fallbericht: IgG4-assoziierte Orbitopathie

Orbitale Raumforderungen stellen große differentialdiagnostische und therapeutische Herausforderungen dar. Etwa 60 Prozent der orbitalen Pathologien entspringen einer entzündlichen Genese. Fehlen die typischen Zeichen einer Lidretraktion oder Motilitätseinschränkung und lassen sich keine entsprechenden Autoantikörper serologisch nachweisen, muss an eine idiopathische inflammatorische Orbitopathie gedacht werden. Priv.-Doz. Dr. Jens Heiche, Dr. Linda Dießel, Marlene Stein und Prof. Arne Viestenz1 berichten über einen 34-jährigen Patienten, der sich mit einer seit sechs Jahren bestehenden Schwellung im Bereich beider Orbitae und progredienter Visusminderung rechts vorstellte. Anamnestisch ergaben sich keine weiteren ophthalmologischen Auffälligkeiten.