Autor: Ulrike Lüdkte

Forschung: Sichere Navigation für sehbehinderte Menschen

Das Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will sehgeschädigten Menschen durch computerunterstütztes Sehen helfen, neue Umgebungen zu erkunden. Für die Entwicklung dieses Systems erhält die Forschungsgruppe von Professor Rainer Stiefelhagen den mit 83.000 US-Dollar dotierten „Google Faculty Research Award“.

Bonn: Augennetz West bietet nun auch Hospitation in Mitgliedspraxen

Das im Dezember 2012 gegründete Augennetz West, eine Kooperationsgemeinschaft der Universitäts-Augenklinik Bonn sowie regional und überregional tätigen Augenärzten hat eine weiteres Ziel verwirklicht: Assistenzärzte der Universitäts-Augenklinik Bonn können in einer niedergelassenen Mitgliedspraxis hospitieren. Das Angebot richtet sich insbesondere an Assistenten in den letzten Weiterbildungsjahren, um ihnen Einblicke in den Praxisalltag eines niedergelassenen Augenarztes zu ermöglichen.

Hornhaut des Auges verrät frühzeitig Nervenschäden

Die Hornhaut des Auges gibt Auskunft über Schäden am gesamten Nervensystem. Auf Basis dieser Erkenntnis haben Augenärzte aus Rostock eine neue Untersuchungsmethode für diabetesbedingte Nervenschäden entwickelt. Das „Rostock Laser Scanning Mikroskop“ bietet damit erstmals ein schonendes Diagnoseverfahren für die diabetische Neuropathie, unter der jeder vierte Diabetiker leidet. Die neue Diagnostik könnte auch die Entwicklung eines Neuropathie-Medikaments entscheidend voranbringen, erklärten die Wissenschaftler am 12. September 2013 auf der Vorab-Pressekonferenz des 111. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Jahrestagung findet vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin statt.

BVA fordert zu Früherkennungsuntersuchungen auf

Mit der Anzahl der Lebensjahre steigt auch die Häufigkeit von Augenkrankheiten, doch bei rechtzeitiger augenärztlicher Behandlung können Sehbehinderung und Blindheit immer besser bekämpft werden, betont der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und fordert zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ab einem Alter von 40 Jahren auf. Denn die erfolgreiche Behandlung von Augenkrankheiten wirke sich auch auf die allgemeine Gesundheit der Betroffenen aus: „Das Risiko von Stürzen nimmt ab und auch Depressionen treten seltener auf“, erläutert Prof. Dr. med. Bernd Bertram, der erste Vorsitzende des BVA.

UKE Hamburg: Neuartige Netzhautprothese implantiert

Erstmals in Norddeutschland haben Augenärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) eine neuartige Netzhautprothese implantiert, die Patienten mit einer angeborenen schweren Netzhauterkrankung funktionale Sehkraft zurückgeben kann. “Die 69-jährige Patientin leidet an Retinitis pigmentosa, einer vererbten Augenkrankheit, bei der die Photorezeptoren der Netzhaut absterben, der Sehnerv aber intakt bleibt. Die Sehkraft dieser Patientin verschlechterte sich immer stärker und führte zu völliger Blindheit”, erläutert Prof. Dr. Gisbert Richard, Direktor der UKE-Augenklinik.

Augenärzte diskutieren Nachwuchsförderung

Um die besten Köpfe für die Augenheilkunde zu gewinnen, will die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) neue Wege in der Nachwuchsförderung gehen. DOG-Präsident Professor Dr. med. Berthold Seitz plädiert für eine zeitgemäße Führungskultur, die stärker auf Partizipation, Verlässlichkeit und Familienfreundlichkeit setzt. Nachwuchsförderung wird ein Schwerpunkt auf dem 111. DOG-Kongress, der vom 19. bis 22. September 2013 unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ in Berlin stattfindet. Eine Reihe von Veranstaltungen widmet sich dem Thema, darunter Kurse zu Management und Mitarbeiterführung sowie ein Symposium, das Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Klinik und Forschung auslotet.

Signalweg für GVHD nach allogener Stammzelltransplantation entdeckt

Eine Gruppe von Forschern aus Deutschland und der Schweiz konnte erstmalig im Tiermodell nachweisen, dass spezielle Rezeptoren des angeborenen Immunsystems die Entstehung und den Verlauf einer Graft-versus-host Erkrankung (GVHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) beeinflussen und welche molekularen Mechanismen dabei greifen. In der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Medicine berichten die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Hendrik Poeck von der III. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der TU München sowie Professor Robert Zeiser, von der I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg und Dr. Emmanuel Contassot, Abteilung Dermatologie am Universitätsklinikum Zürich, über ihre Ergebnisse.

Geringeres Kataraktrisiko durch Statine

Eine Senkung der Blutfette mit Statinen reduziert nicht nur kardiovaskuläre Risiken, sondern auch das Risiko, eine Katarakt oder eine Demenz zu entwickeln. Das ist das Ergebnis aktueller Studien aus den USA und Taiwan, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurden. Eine der Arbeiten zeigt, dass die Einnahme von Statinen das Kataraktrisiko um 20 Prozent reduziert. Eine andere Untersuchung weist darauf hin, dass Statine vor Demenzerkrankungen schützen dürften – wobei höhere Dosierungen einen ausgeprägteren Effekt haben. Statine, die weltweit vielen Millionen Menschen zur Senkung der Blutfette verschrieben werden, standen in Verdacht, eine Katarakt sogar verursachen oder zumindest begünstigen zu können. Jetzt kann offenbar Entwarnung gegeben werden.

Zwei Drittel der Akanthamöben-Infektionen falsch diagnostiziert

Schätzungsweise 200 Kontaktlinsenträger erleiden in Deutschland jedes Jahr eine gefährliche Hornhautentzündung, Keratitis genannt, die durch Akanthamöben verursacht wird. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger, die ihre Sehhilfen nicht ausreichend reinigen oder dafür Leitungswasser benutzen. In zwei Drittel der Fälle verkennen Augenärzte die Ursache für die Akanthamöben-Infektion, die schwer zu diagnostizieren ist und bis zur Erblindung führen kann. Bei einer unklaren Keratitis sollten sich behandelnde Ärzte daher rechtzeitig an eine kompetente universitäre Einrichtung wenden, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihrer 111. Jahrestagung, die vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin stattfindet.