Autor: Ulrike Lüdkte

Akute makuläre Neuroretinopathie

Indirektes Trauma als mögliche Ursache?

Die akute makuläre Neuroretinopathie (AMNR) ist ein seltenes Krankheitsbild, von dem bisher nur wenige Fälle in der Literatur beschrieben worden sind. Die betroffenen Patienten beklagen initial häufig eine zumeist passagäre Visusminderung und persistierende parazentrale Skotome auf dem betroffenen Auge. Ein indirektes Trauma als mögliche Ursache einer AMNR konnte bislang nicht definitiv belegt werden. Durch eine Kooperation dreier Augenkliniken gelang es, insgesamt fünf Patienten mit AMNR-typischen retinalen Veränderungen und Symptomen, die bei allen Patienten jeweils direkt in Anschluss an einen Autounfall ohne direkte Verletzung des Kopfes oder der Augen aufgetreten waren, zusammenzustellen und mittels multimodaler Bildgebung zu untersuchen. Dr. Martin M. Nentwich, Prof. Dr. Anita Leys, Dr. Andreas Cramer und Prof. Dr. Michael W. Ulbig erläutern die Ergebnisse.

DOG-Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Seit vielen Jahren tagt das ophthalmohistorische Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) im Rahmen der DOG-Jahreskongresse udn hat sich schon fast zu einer Tradition etabliert. Unterstützt wurden die beiden Vorsitzenden der Sitzung, der JHG-Geschäftsführer Frank Krogmann (Thüngersheim) und Prof. Dr. Guido Kluxen (Wermelskirchen), in diesem Jahr durch vier weitere Referenten. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen).

Serie Auge und Sehen: Das Visolettglas

Serie zur Sammlung Roth
Auch wenn man sie zu den Lupen rechnet, Visolettgläser sind eigentlich Lesesteine. Als vergrößernde Sehhilfe werden sie direkt auf den Text aufgesetzt und erlauben dabei Vergrößerungsfaktoren bis zum 5-fachen. Aufgrund der einfachen Handhabung waren sie vor allem bei älteren Menschen beliebt. Bei Vorliegen einer Makuladegeneration waren sie vor der Einführung des Bildschirmlesegeräts die Sehhilfe der Wahl. Im Gegensatz zur klassischen Leselupe brauchten sie nämlich nicht mit der zittrigen Hand gehalten werden, sondern lagen dem Text fest auf. Als das Briefmarkensammeln zum Hobby wurde, boomte ihr Absatz weltweit. So gehörten sie auch in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg zur standardmäßigen Schreibtischausrüstung des Beamten. Ihre historische halbkugelige Form wurde – sie wäre auch kaum zu verbessern – bis heute beibehalten und findet sich in modernen Paperweights wieder.

DFG fördert drei Forschungsprojekte an der Freiburger Klinik für Augenheilkunde

Gleich drei Wissenschaftler der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg haben unlängst Zusagen für Projektfördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. „Wir sind sehr stolz, in unserer kleinen Klinik gleich drei Forschungsprojekte mit solch prominenter Förderung durchführen zu können“, so Prof. Dr. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde.

Sicca-Förderpreis 2014 ausgeschrieben

Der Sicca-Förderpreis 2014 des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) für herausragende Forschungsarbeiten zum Trockenen Auge ist ausgeschrieben. Abgabefrist für die Vortragstitel ist der 15. Dezember, das Forschungsprojekt muss eingereicht werden bis 21. Februar. Verliehen wird der Sicca-Förderpreis 2014 auf dem Jahrekongress der DOG in Leipzig.

Katarakt: Aktivierungsmechanismus eines Schutzproteins entschlüsselt

Die Brechkraft der menschlichen Augenlinse beruht auf einer dicht gepackten Eiweißmischung. Schutzproteine sorgen dafür, dass diese Eiweiße, die nur ein einziges Mal angelegt werden, ein Leben lang nicht verklumpen. Versagt der Schutzmechanismus, trübt sich die Linse – der Patient bekommt Katarakt. Nun konnten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) entschlüsseln, wie eines der Schutzproteine aktiviert wird und so die Grundlage zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten legen.

Studie: Antikörper sollen Sehnerv bei MS schützen und regenerieren

Eine Entzündung des Sehnervs kann das erste Symptom einer Multiplen Sklerose sein. Innerhalb einer internationalen Therapiestudie prüfen Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Tübingen mit speziellen Antikörpern, ob bereits geschädigte Sehnerven regeneriert oder vor weiterer Entzündungen geschützt werden können. Die Neuroophthalmologische Ambulanz am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Helmut Wilhelm zählt zu den wenigen Spezialzentren ihrer Art in Europa und wurde wegen ihrer großen Expertise bei den Erkrankungen der Sehbahn als einziges Augenzentrum für diese Patientenstudie ausgewählt.

15. Oktober – Tag des weißen Stockes

Zum „Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober veröffentlichen die drei größten deutschen Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen Tipps für betroffene Arbeitnehmer. Seit 44 Jahren findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen statt, an dem blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens

Medikamentöse Diabetes-Therapie verhindert nur bedingt diabetische Retinopathie

Schädigungen der Netzhaut durch Diabetes lassen sich trotz adäquater Therapie nur teilweise verbessern. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass eine medikamentöse Diabetes-Behandlung nur etwa die Hälfte der veränderten Netzhaut-Proteine positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift ‚Diabetologia‘ publiziert.

DOG 2013: Augenärzte spenden fast 10.000 Euro zugunsten der Stiftung Auge

Die von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2008 gegründete Stiftung Auge hatte zum diesjährigen Jahreskongress vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin erstmals einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Sehen im Fokus“ ausgeschrieben. Im Rahmen des DOG-Kongresses wurden die besten zehn Bilder zugunsten der Stiftung Auge ausgestellt und versteigert. Wie in den vergangenen Jahren auch fanden zwei weitere Benefizaktionen statt: der „Eye Run“ – ein Fünf-Kilometer-Lauf – und „DOG in Concert“ – ein Benefizkonzert. Insgesamt kamen fast 10 000 Euro an Spenden zugunsten der Stiftung Auge zusammen. Den Erlös setzt die Stiftung dafür ein, die Prävention und Therapie von Augenerkrankungen zu verbessern, um so Erblindungen zu vermeiden.