Autor: Ulrike Lüdkte

DOG: Blendattacken auf Piloten nehmen zu

Seit Jahren nimmt die Zahl von Blendattacken mit Laserpointern auf Flugzeugpiloten weltweit zu. In 90 Prozent der Fälle werden Pointer im grünen Wellenlängenbereich benutzt, deren Leistung sich unter der Fünf-Milliwatt-Grenze bewegt. Der Nachweis von organischen Verletzungen im Auge ist bei diesen geringen Energiestärken schwierig, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres 112. Kongresses. Anders verhalte es sich im Fall von hochenergetischen Lasern, die als Kriegswaffen eingesetzt werden. 

Neue Einblicke in den Sehvorgang

Mit der Röntgenstrukturanalyse haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin eine entscheidende Gemeinsamkeit zwischen zwei funktionell und strukturell ganz unterschiedlichen Proteinen des Sehprozesses entdeckt. Dieser zwischen den Proteinen nahezu homologe Bereich dient als Bindungsstelle für das Sehpigment Rhodopsin und reguliert den Beginn des gesamten Sehvorgangs auf molekularer Ebene. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

IVOM: BDOC fordert gleiche Bedingungen für Klinik- und Praxisärzte

Mit der geplanten Aufnahme einer Gebührenordnungsposition für die IVOM in den EBM ist keine gleichzeitige Aufnahme der IVOM als Leistung in den sogenannten AOP-Vertrag der Krankenhäuser vorgesehen, kritisiert auch der Bundesverband Deutscher Ophthalmochirurgen, BDOC, und warnt – ähnlich wie zuvor bereits die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) sowie einige Patientenverbände – vor einem Versorgungsproblem für die Patienten. In den bettenführenden Häusern werden nach Angaben des BDOC pro Jahr weit über 100.000 IVOM ambulant erbracht. Die Versorgung der Patienten sei gut und basiere auf der freien Arztwahl der Patienten. Die jetzige Situation würde bedeuten, dass viele Patienten sich einen neuen Augenarzt für ihre chronische Erkrankung suchen und dabei gegebenenfalls weite zusätzliche Wege in Kauf nehmen müssten, kritisiert der Verband.

DOG sieht AMD-Therapie in Kliniken gefährdet

Bei der Behandlung von Patienten mit feuchter altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und anderen Makulaerkrankungen könnte es bald zu dramatischen Engpässen kommen. Davor warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Hintergrund: Ab 1. Oktober wird die Spritzentherapie in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen und damit reguläre Kassenleistung bei niedergelassenen Augenärzten. Krankenhäuser und Universitätskliniken können die Behandlung jedoch nicht über den EBM und damit kostendeckend abrechnen. Bestehende Verträge mit den Universitäten wurden von Seiten der Krankenkassen zum 1. Oktober teilweise schon gekündigt, teilt die DOG mit.

Neue Genorte für Glaukom und erhöhten Augeninnendruck entdeckt

Neue, bisher nicht bekannt Genorte, die mit erhöhtem Augeninnendruck und mit Glaukom assoziiert sind, haben Wissenschaftler des International Glaucoma Genetics Consortium (IGGC) unter Beteiligung der Universitätsmedizin Mainz entdeckt. Das Forschungsteam der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz um Dr. René Höhn, Priv.-Doz. Dr. Alireza Mirshahi und Prof. Dr. Norbert Pfeiffer analysierte die genetischen Determinationen für erhöhten Augeninnendruck und für Glaukomerkrankung. Das interessante Forschungsergebnis: Die Genorte für diese beiden Augenkrankheiten sind keineswegs alle identisch. Diese Erkenntnisse könnten zukünftig Diagnose und Therapie der Glaukomerkrankung beeinflussen, so die Universität Mainz. Nachzulesen sind die Ergebnisse des Forschungsprojektes in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Genetics“.

Ethische Herausforderungen für die Augenheilkunde

Zwischen Profession und Markt
Auch in der Augenheilkunde stellen sich im Behandlungsalltag Aspekte und Fragen, die durchaus in ethischer Hinsicht von Bedeutung sind und auf die es keine einhelligen oder direkt konsensfähigen Antworten gibt. Dr. phil. Tobias Eichinger (Freiburg) erörtert das Spannungsfeld zwischen medizinischen Möglichkeiten und finanziellen Beschränkungen als ethische Herausforderung in der täglichen Praxis der Augenheilkunde.

DMEK: Einfluss von Spendermerkmalen

Aktuelle Aspekte zur Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK)
An der Universitäts-Augenklinik Freiburg wurde eine Studie mit dem Ziel durchgeführt, den Einfluss bestimmter Spendermerkmale auf die technische Schwierigkeit der DMEK zu klären. Dr. Sonja Heinzelmann, Priv.-Doz. Dr. Philip Maier, Prof. Dr. Daniel Böhringer und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) fassen die Ergebnisse zusammen.

Endothelzelltracking mittels Fotoflickering

Die Endothelzelldichtemessung dient als ein zentraler Parameter für Verlaufskontrollen beispielsweise nach Hornhaut­transplantation oder nach potentiell endothelschädigenden operativen Eingriffen wie der Implantation von Vorderkammerlinsen. Um das Problem der unvermeidlichen Messschwankungen beim Vergleich von Endothelzelldichtemessungen über die Zeit zu begegnen, wurde an der Universitäts-Augenklinik Freiburg ein neues Softwareprogramm entwickelt. Dr. Laura Gasser, Moritz C. Daniel, Prof. Dr. Thomas Reinhard und Prof. Dr. Daniel Böhringer (Freiburg) erörtern das Endothelzelltracking mittels Fotoflickering als Alternative zum Zelldichtevergleich.

Künstliche Hornhaut: Entwicklung alternativer Biomaterialien

Spenderhornhäute sind knapp, zudem ist die Gewinnung und Kultivierung von Spenderhornhäuten sehr aufwändig, sodass sie nur in Hornhautbanken vorrätig gehalten beziehungsweise von diesen kurz vor Transplantation bezogen werden können. Auch bergen sie das Risiko möglicher postoperativer immunologischer Transplantatreaktionen sowie einer eventuellen Krankheitsübertragung vom Spender auf den Empfänger. Seit langem gibt es Bestrebungen, alternative Biomaterialien zu entwickeln, die für den Einsatz in der Hornhaut geeignet sind. Prof. Dr. Björn Bachmann, FEBO, und Prof. Dr. Claus Cursiefen, FEBO, (Köln) zeigen aktuelle Ansätze und zukünftige Perspektiven als möglichen Ersatz für das Hornhautstroma auf.

Kokultur-Modell unter Integration von Epithel, Stroma und Endothel

Bedeutung der Zellinteraktion für die natürliche korneale Gewebshomöostase
Bislang werden meist Einzelzellkulturen, so genannte Monolayer des Hornhautepithels, verwendet, um Zelldifferenzierung, also Reifung, und Zellteilung, also Proliferation, zu untersuchen. Sollte es gelingen, die Kornea in vitro als gesamte Einheit zu reproduzieren, stellt dies möglicherweise auch eine zukünftige Alternative in der präklinischen Testung zu Tierversuchen dar. In einem Modell an der Universitäts-Augenklinik Freiburg wurden die Ausreifung und Schichtung des Epithels in der Kokultur mit anderen Hornhautzellen untersucht. Priv.-Doz. Dr. Philipp Eberwein (1), Prof. Dr. Pascal Tomakidi (2) und Prof. Dr. Thomas Reinhard (1) erläutern die Ergebnisse.

(1) Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
(2) Abteilung für Orale Biotechnologie, Universitätsklinikum Freiburg