Autor: Ulrike Lüdkte

Akkommodierende Kontaktlinsen – Vision und Wirklichkeit

Aktuell gibt es verschiedene Ansätze für akkommodierende ophthalmische technische Systeme, die darauf abzielen, die nachlassende Akkommodationsfähigkeit im natürlichen Auge auszugleichen. In einer Kooperation entwickelt das Institut für Angewandte Informatik des Karlsruher Institutes für Technologie gemeinsam mit der Universitäts-Augenklinik Rostock neben einem künstlichen Akkommodationssystem, das als Implantat komplett wie eine Intraokularlinse in den Kapselsack implantiert wird (siehe DER AUGENSPIEGEL Ausgabe Mai), auch ein aktiv akkommodierendes System als integralen Bestandteil von Kontaktlinsen oder Brillen. Prof. Dr. Georg Bretthauer (1), Dr. Ulrich Gengenbach (1),  Dr. Jörg Nagel (1), Prof. Dr. Oliver Stachs (2) und Prof. Dr. Rudolf Guthoff (2) stellen das Konzept dar.

(1) Institut für Angewandte Informatik des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT)
(2) Universitäts-Augenklinik, Universitätsmedizin Rostock

Ergebnisse der Umfrage 2013 von BDOC, BVA, DGII und DOG

Aktuelle Trends in der ambulanten ­Intraokularchirurgie
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC sowie der DOG Fragebögen zum Operationsverhalten an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Gerd Auffarth (Heidelberg), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg) und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg). Einige Ergebnisse werden hier zusammengefasst.

Biochemische Stressoren in der Makula

Die Retina und insbesondere die Makula befinden sich in einem sehr stark oxidativen Milieu. Als Schutz vor oxidativen Veränderungen verfügt das retinale Pigmentepithel über verschiedene Mechanismen, deren Effizienz mit dem Alter abnimmt und zu einem akkumulierenden Gewebsschaden im retinalem Pigmentepithel und einer verschlechterten Versorgungslage in den Photorezeptoren führen kann. Die Schädigung der Zellfunktion sowie eine Unterversorgung mit Sauerstoff sind wiederum wichtige Induktoren für eine verstärkte Ausschüttung des Wachstumsfaktors VEGF. Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel) erläutert im Folgenden die biochemischen Stressoren in der Makula.

Serie Auge und Sehen: Der Zwicker

Serie zur Sammlung Roth
Die Entdeckung, dass sphärisch geschliffene Gläser die Altersweitsichtigkeit ausgleichen konnten, war das Schlüsselereignis zur Erfindung der Brille im späten 13. Jahrhundert. Ungelöst blieb jedoch die Frage, wie diese Gläser nun am besten am Kopf zu befestigen waren. Die Hände sollten frei bleiben, die Entfernung zwischen Glas und Auge sollte konstant sein. Der Abstand der Gläsermitte zueinander musste entsprechend der Pupillendistanz veränderlich sein. Das Ganze sollte bequem zu tragen sein, bei heftigen Kopfbewegungen durfte die Konstruktion ihre Lage am Kopf nicht verändern. Es ist erstaunlich, dass es nahezu fünf Jahrhunderte dauerte, um das Problem befriedigend zu lösen. Die Revolution war der Zwicker, seine Erfindung fällt in die Zeit des kulturellen und politischen Umbruchs.

Interview mit DOG-Präsident Prof. Dr. Johann Roider zum DOG-Kongress 2014

„Blick über den Tellerrand“
Nach Leipzig lädt in diesem Jahr unter dem Motto „Qualifikation verpflichtet“ der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Kongressteilnehmer erwartet vom 25. bis 28. September im Congress Center Leipzig ein umfangreiches wissenschaftliches Fortbildungsangebot, das auch in diesem Jahr einige neue Formate präsentiert. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem Kongress-Präsidenten Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) über den Stellenwert guter Lehre, die Neuerungen und Highlights des Fortbildungsprogramms.

9. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen
Zum neunten internationalen Pro Retina-Forschungskolloquium trafen sich in Potsdam Anfang April rund 125 Wissenschaftler und Mediziner aus Europa und den USA. Vor der Kulisse des Templiner Sees stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Berichte von aktuellen klinischen Studien und neuen Ergebnissen aus der experimentellen Forschung lieferten einen Überblick über neue Erkenntnisse zu den Ursachen von degenerativen Netzhauterkrankungen sowie gegenwärtige Behandlungsansätze. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und erfahrenen Professoren. Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Susannah Spieker (M. Sc.), Dr. Moritz Lindner, Priv.-Doz. Dr. Tim Krohne, Prof. Dr. Peter Charbel Issa und Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Jod statt Antibiotika zum Schutz vor Infektionen

Antibiotika in Augentropfen fördern die Entwicklung von resistenten Bakterien in der Bindehaut. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb zum zurückhaltenden Einsatz. Selbst bei Injektionen in den Augapfel kann eine Jodspülung vor dem operativen Eingriff Patienten besser vor Infektionen schützen als antibiotische Tropfen nach der Operation. Auch bei der Behandlung von akuten Bindehautentzündungen kann meist zunächst auf antibiotische Augentropfen verzichtet werden. Der Gebrauch von Antibiotika unter anderem bei der Injektionstherapie zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist ein Schwerpunktthema auf dem 112. Kongress der DOG, der vom 25. bis 28. September 2014 in Leipzig stattfindet.

Wenn Stress zu Sehstörungen führt

Zu viel Stress im Privatleben oder am Arbeitsplatz kann Sehstörungen auslösen. Wenn ein grauer Fleck im Gesichtsfeld erscheint, Gegenstände verzerrt gesehen werden, das Lesen schwerfällt und die Farben nicht mehr stimmen, sollten Betroffene den Augenarzt aufsuchen. Dazu rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich ihres 112. Kongresses, der vom 25. bis 28. September 2014 unter dem Motto „Qualifikation verpflichtet!“ in Leipzig stattfindet. Denn die Retinopathia centralis serosa (RCS), wie Augenärzte die „Managerkrankheit“ des Auges nennen, kann zu langen Ausfallzeiten im Beruf führen.