Autor: Katica Djakovic

RAP-Läsionen und polypoidale ­Veränderungen bei AMD

Frühzeitige Diagnostik und abweichende Behandlungsempfehlung zur Anti-VEGF-Therapie (Teil 2)
Trotz überwiegend positiver Behandlungsergebnisse nach intravitrealer Therapie der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) mit Anti-VEGF-Präparaten kann in der Praxis ein teilweise sehr unterschiedliches Ansprechen der Patienten auf die Therapie hinsichtlich der wesentlichen Erfolgskriterien wie Visuserhalt, Injektionsfrequenz und der Eindämmung des Erkrankungsprozesses beobachtet werden. In der Gruppe mit eher enttäuschenden Ergebnissen finden sich dabei immer wieder Patienten mit besonderen Unterformen der Erkrankung. Prof. Dr. Heinrich Heimann (Royal Liverpool University Hospital) fasst die wesentlichen Merkmale dieser beiden Patientengruppen und aktuelle Behandlungsempfehlungen zusammen.

Feuerstar beim Lokomotivheizer – eine aussterbende Berufserkrankung

Grauer Star durch Infrarotstrahlung, besser ausgedrückt durch Strahlungsenergie, ist etwa seit 200 Jahren bei bestimmten Berufsgruppen bekannt. Das Problem des Feuerstars – auch Hitze-, Wärme-, Infrarot-, Ultrarot-, Glasbläser-, Strahlen- oder Berufsstar genannt – hat Augenärzte, Physiker und die Arbeitshygiene lange Zeit sogar streitbar beschäftigt. Neben Glasbläsern, Industrieschmieden und anderen Hitzearbeitern waren auch die Heizer auf den ehemaligen Dampflokomotiven gefährdet. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne (Chemnitz) stellt im Folgenden diese seltene Form der berufsbedingten Katarakt dar.

Serie Auge und Sehen: Die Schusterkugel

Serie zur Sammlung Roth
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die so genannte Schusterkugel in den Werkstätten von Schuhmachern oder Uhrmachern ein wichtiges Hilfsmittel, um trotz schlechter Beleuchtung noch genügend sehen zu können. Nach der Erkenntnis, dass sich eine wassergefüllte Hohlkugel aus Glas dazu eignet, Lichtstrahlen zu konzentrieren, konnte schon das Licht eines Kienspans, einer Öllampe oder Kerze ausreichen, um bei Dunkelheit noch feine Arbeiten im Nahbereich durchzuführen. Später wurden die mit Wasser gefüllten Kugeln durch die weniger zerbrechlichen massiven Glaskugeln ersetzt. Das Prinzip der Lichtbündelung bleibt dabei gleich. Auf dem Markt finden sich gut erhaltene Schusterkugeln heute nur noch äußerst selten, Originale erzielen Spitzenpreise. Diese hier, ihr Durchmesser beträgt 19 cm, wurde in einem Antiquitätenladen in Rottach-Egern entdeckt und für die Sammlung erworben.

 

Jubiläumsfeier der weltweit ersten Universitäts-Augenklinik

200 Jahre Augenklinik Wien
Mit der ART 2012 (ART: Advanced Retinal Therapy) feierte die Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie unter dem Motto „Past – Present – Perspectives in Ophthalmology“ ihr 200-jähriges Bestehen. Zu der akademischen Feier und Fortbildungsveranstaltung mit internationaler Besetzung, in der der Bogen von der Gründung der Wiener Augenklinik über aktuelle Themen des Faches bis hin zu zukunftsweisenden Projekten gespannt wurde, hatte die Klinikdirektorin Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Veranstaltung.

Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf

Entscheidet man sich für den Arztberuf, der mit Schichtdienst und Wochenendeinsätzen, Facharztausbildung oder Forschungsprojekten sehr zeitintensiv ist, stellt sich vor allem für Frauen früher oder später die Frage: Karriere oder Familie? Oder vielleicht auch beides? Welche Rahmenbedingungen treffen Frauen bei ihren Entscheidungen an und wie lassen sich diese verbessern, um Karrierewege zu ermöglichen, die der Qualifikation entsprechen und die vergleichbare Chancen ­bieten wie männliche Karriereverläufe? Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus) ist diesen Fragen nachgegangen.

Osmolaritätsmessung des Tränenfilms

Ein hyperosmolarer Tränenfilm kann Ausdruck einer reduzierten Tränenproduktion mit veringertem Tränenumsatz oder einer erhöhten Verdunstungsrate sein. Die Messung der Tränenfilmosmolarität gilt als der beste Einzeltest in der Diagnostik der moderaten bis schweren Keratokonjunktivitis sicca, allerdings ist die Messung nach wie vor proble­matisch. Priv.-Doz. Dr. Elisabeth M. Messmer (München) erläutert Grenzen und Möglichkeiten der Osmolari­tätsmessung des Tränenfilms.

Immunpathogenese und antientzündliche Therapie des Trockenen Auges

Im aktuellen Verständnis der Immunpathogenese des Trockenen Auges spielt die Entzündung der Augenoberfläche eine zentrale Rolle, sie ist jedoch im klinischen Alltag nur schwierig zu graduieren. Sebastian Siebelmann, Volkan Tahmaz, Prof. Dr. Birgit Gathof, Prof. Dr. Claus Cursiefen und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven geben einen Überblick über die aktuelle topische und systemische Therapie des Trockenen Auges sowie einen Ausblick auf die neuen, sich in der Entwicklung befindlichen Therapieansätze.

Abschied nach 30 Jahren in Lahan

Dr. Albrecht Hennig beendet seine augenärztliche Tätigkeit in Nepal
Vor 30 Jahren verließ Dr. Albrecht Hennig Deutschland, um als Augenarzt vorübergehend für die Christoffel-Blindenmission (CBM) zunächst in Pakistan, dann in Nepal zu arbeiten. Aus dem geplanten Kurzzeitaufenthalt wurde ein erfolgreiches Lebenswerk: Hennig blieb und gründete das Sagarmatha Choudary Augenhospital in Lahan, heute die zweitgrößte Augenklinik der Welt, sowie 2006 eine weitere Augenklinik in Biradnagha. Nach drei Jahrzehnten produktiven Schaffens unter schwierigen Umständen hat er nun seine Aufgaben und die Klinikleitung an einen nepalesischen Nachfolger übergeben. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) fasst die außergewöhnlichen Leistungen des deutschen Augenarztes in Nepal zusammen.

Serie Auge und Sehen: Die Brille in der Karikatur

Serie zur Sammlung Roth
Die französischen Karikaturisten des ersten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts machten sich die Schaulust der Oberschicht zu eigen, zahllose Karikaturen überschwemmten jetzt den Markt und verulkten den vornehmen Brillenträger. Diese Chromolithografie von Louis-Léopold Boilly aus der Zeit kurz nach der französischen Revolution ist ein klassisches Beispiel für den Niedergang der Bourgeoisie. Das originelle Blatt wurde in einem Antiquariat in Paris erworben.

Kongress AAD 2013

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Dr. Bernd Bertram
„Volkskrankheiten in der Augenheilkunde“ stehen im Mittelpunkt der diesjährigen AAD, die vom 27. Februar bis 2. März wie gewohnt ins CCD Düsseldorf zur Fortbildung einlädt. Die gemeinsame Tagung von Berufsverband der Augenärzte (BVA) und Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft (DOG) widmet sich dabei nicht nur den epidemiologischen und therapeutischen Aspekten des Themas, sondern auch den berufspolitischen Spannungsfeldern. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem 1. Vorsitzenden des BVA, Prof. Dr. Bernd Bertram (Aachen), über Befürchtungen und Perspektiven angesichts der aktuellen Entwicklungen.