Autor: Katica Djakovic

IOL-Vergleichsstudie zu postoperativen Entzündungsreaktionen

Heparinbeschichtete versus unbeschichtete IOL aus hydrophobem Akrylat
Obwohl sich die Phakoemulsifikation durch den enormen Fortschritt deutlich verbessert hat, induziert die Kataraktoperation nach wie vor ein Trauma am Auge. Dr. Eva M. Krall, Prof. Dr. Günther Grabner und Priv.-Doz. Dr. Alois K. Dexl, MSc (Salzburg) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik der PMU Salzburg vor, die die postoperative Entzündungsreaktion nach Implantation einer heparinbeschichteten, einstückigen IOL aus hydrophobem Akrylat im Vergleich zum selben Modell ohne Beschichtung untersuchte.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 2)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Angioid Streaks als seltene Ursache einer CNV

Angioide Streaks sind gefäßähnliche lineare Läsionen, die irregulär und radiär von der Papille ausstrahlen. Histologisch handelt es sich um Dehiszenzen in den verdickten, verkalkten und anormal brüchigen, kollagenen und elastischen Anteilen der Bruch’schen Membran. Während die Prävalenz solcher angioiden Streaks insgesamt niedrig ist, bewirkt die hohe Komplikationsrate durch sekundäre choroidale Neovaskularisationen (CNV) und nachfolgende Vernarbung vielfach einen schweren Sehverlust. Katja de Veer (Halle/Saale) erläutert die häufigsten Ursachen für angioide Streaks, deren einzige Therapiemöglichkeit die Behandlung der aktiven CNV darstellt.

Retinale Angiomatöse Proliferationen

Retinale Angiomatöse Proliferationen (RAP) sind eine Sonderform der Neovaskularisationen, die bei exsudativer Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) auftreten können. In bisherigen Studien wurden ihnen eine schlechte Visusprognose und ein hohes Maß an Beidseitigkeit und Symmetrie nachgewiesen. Erst mit Hilfe der Anti-VEGF-Therapie steht eine Behandlung zur Verfügung, die vielversprechende Ergebnisse zeigt. Trotzdem bleiben RAP eine aggressive Form der Neovaskularisation. Dr. Egbert Matthé und Dr. Dirk Sandner (Dresden) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden vor, die überprüfen sollte, ob mit Hilfe von intravitrealem Ranibizumab im späten Stadium III mit klinisch identifizierbarer chorioretinaler Anastomose noch eine Visusverbesserung erreichbar ist.

Genetik des Albinismus

Der Albinismus ist durch eine reduzierte Pigmentierung der pigmenthaltigen Zellen des Körpers gekennzeichnet, die bis zum völligen Fehlen des Pigments entwickelt sein kann. Die reduzierte Pigmentierung kann sowohl auf eine gestörte Pigmentbildung, als auch auf eine gestörte Pigmentverteilung zurückgeführt werden. In beiden Fällen zeigen die Betroffenen eine Makulahypoplasie und eine vollständige Sehbahnkreuzung. Die Makulahypoplasie ist als Ursache einer verringerten Sehschärfe und eines Nystagmus zu sehen, die als Einstiegsdiagnose näher differenziert werden müssen. Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Markus Preising (Gießen) stellt die genetischen Ursachen des Albinismus und ihre Wirkung dar.

Digitale Fotodokumentation an der Spaltlampe im klinischen Alltag

Im medizinischen Alltag nimmt der Bedarf an diagnostischen Bildaufnahmen und Fotodokumentation ständig zu. Vor allem in der Ophthalmologie ist die Fotografie aufgrund der vielen semitransparenten Strukturen im Auge eine durchaus anspruchsvolle Herausforderung. Anthia Papazoglou, Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Dr. Carsten H. Meyer präsentieren neue Möglichkeiten, Apparate oder Einsatzteile zur digitalen Bildaufnahme, die sich ohne großen Zeitaufwand im täglichen Ablauf einer konventionellen Augenpraxis etablieren lassen, und bewerten deren Qualität und Anwenderfreundlichkeit.

Serie Auge und Sehen: Sonnenbrille vom Discounter

Serie zur Sammlung Roth
Schon in der Antike war bekannt, dass das helle Licht der Sonne für das menschliche Auge unangenehm ist. Gerade auf dem Kriegsschauplatz konnten Staub und grelles Sonnenlicht das Auge reizen und zur Blendung führen – eine durchaus gefährliche Situation, sofern diese zur Verwechslung von Freund und Feind führte. Besser ging es da der „gehobenen Gesellschaft“ in Rom. Ihnen, allen voran Kaiser Nero, dienten plan geschliffene Halbedelsteine als Lichtschutz. Mit der Erfindung der Brille wurden deren ursprünglich klare Gläser schon bald eingetönt, wobei die farbigen Gläser, meist blau, grün oder braun, aus den Werkstätten für Kirchenfenster stammten.

Veranstaltung der Augen-Praxisklinik Lübeck zu internationalen Kooperationen

Augenärztliche Versorgung in Kenia
Unter dem Thema „Die augenärztliche Versorgung in Deutschland und Kenia“ lud die Augen-Praxisklinik Lübeck zu ihrer jährlich am ersten Adventswochenende stattfindenden Fortbildung „Ophthalmologischer Weihnachtsmarkt“ ein. Durch die Veranstaltung, auf der sich die rund 80 Teilnehmer über moderne Formen der internationalen Zusammenarbeit in der Augenheilkunde und der Entwicklungshilfe informieren konnten, führten Dr. Mary Asiyo-Vogel und Dr. Helmut Machemer (Lübeck). Zu den Vortragenden gehörten unter anderem Prof. Dr. Volker Klauß (München), der über seine Erfahrungen im Aufbau internationaler Kooperationen in der Augenheilkunde am Beispiel München/Nairobi referierte, sowie Martin Aufmuth (Erlangen), der sein Projekt „Die Ein-Dollar-Brille“ vorstellte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

„Retinologie 2013“

Geburtstags-Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Michael H. Foerster und Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessin
Ein historisch und architektonisch eindrucksvolles Gebäude, das Kaiserin Friedrich-Haus in Berlin-Mitte, bot am 14. Dezember den feierlichen Rahmen für ein Symposium, mit dem zwei renommierte Hochschullehrer und Kapazitäten aus der retinologischen Klinik und Forschung anlässlich ihrer runden Geburtstage geehrt wurden: Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessing (Essen) feierte seinen 80. und Prof. Dr. Michael H. Foerster (Berlin) den 70. Geburtstag. Jens-Peter Hinz (Heide) fasst einige der Vorträge zusammen.

Serie Auge und Sehen: Frau und Brille

Serie zur Sammlung Roth
Die ersten Abbildungen in kirchlichen Wandgemälden, auf Altarbildern oder Kirchenfenstern zeigen die Nietbrille ausschließlich in der männlichen Hand: Meist ist es Petrus, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters mit Brille dargestellt wird. Für die Frau findet sich keine entsprechende Darstellung und man darf durchaus rätseln, warum dies bis in die Neuzeit nicht der Fall ist. Frauen sind schließlich genauso häufig wie der Mann kurz- oder weitsichtig, sie erreichen sogar ein höheres Lebensalter. Heute endlich dürfen Frauen in allen Altersgruppen problemlos ihre Brille tragen.