Autor: Katica Djakovic

Ein Leben für die Augenheilkunde in Afrika

Tropenophthalmologie-Preis der DOG für Dr. Irmela Erdmann
Ihr Einsatz für blinde und benachteiligte Menschen in Afrika wurde bereits 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – im Rahmen der letzten Jahrestagung der DOG in Berlin erhielt die Augenärztin Dr. Irmela Erdmann nun auch den Tropenophthalmologie-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) schildert einige Stationen ihres Lebens.

Die pharmakologische Nachstarprophylaxe

Etablierung eines humanen Kapselsackmodells
Die pharmakologische Nachstarprophylaxe steht noch in der experimentellen Entwicklung und fand bislang keine klinische Anwendung. Zum Vergleich passender Wirkstoffe und zur Testung der Biokompatibilität eignen sich In-vitro-Modelle wie das humane Kapselsackmodell und das humane Spenderhornhautmodell. Christian Wertheimer und Priv.-Doz. Dr. Kirsten Eibl-Lindner (München) erläutern das humane Kapselsackmodell, das im zell- und molekularbiologischen Labor der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Kooperation mit der bayerischen Hornhautbank sowie der Rechtsmedizin der LMU etabliert werden konnte.

IOL-Vergleichsstudie zu postoperativen Entzündungsreaktionen

Heparinbeschichtete versus unbeschichtete IOL aus hydrophobem Akrylat
Obwohl sich die Phakoemulsifikation durch den enormen Fortschritt deutlich verbessert hat, induziert die Kataraktoperation nach wie vor ein Trauma am Auge. Dr. Eva M. Krall, Prof. Dr. Günther Grabner und Priv.-Doz. Dr. Alois K. Dexl, MSc (Salzburg) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik der PMU Salzburg vor, die die postoperative Entzündungsreaktion nach Implantation einer heparinbeschichteten, einstückigen IOL aus hydrophobem Akrylat im Vergleich zum selben Modell ohne Beschichtung untersuchte.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 2)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Angioid Streaks als seltene Ursache einer CNV

Angioide Streaks sind gefäßähnliche lineare Läsionen, die irregulär und radiär von der Papille ausstrahlen. Histologisch handelt es sich um Dehiszenzen in den verdickten, verkalkten und anormal brüchigen, kollagenen und elastischen Anteilen der Bruch’schen Membran. Während die Prävalenz solcher angioiden Streaks insgesamt niedrig ist, bewirkt die hohe Komplikationsrate durch sekundäre choroidale Neovaskularisationen (CNV) und nachfolgende Vernarbung vielfach einen schweren Sehverlust. Katja de Veer (Halle/Saale) erläutert die häufigsten Ursachen für angioide Streaks, deren einzige Therapiemöglichkeit die Behandlung der aktiven CNV darstellt.

Retinale Angiomatöse Proliferationen

Retinale Angiomatöse Proliferationen (RAP) sind eine Sonderform der Neovaskularisationen, die bei exsudativer Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) auftreten können. In bisherigen Studien wurden ihnen eine schlechte Visusprognose und ein hohes Maß an Beidseitigkeit und Symmetrie nachgewiesen. Erst mit Hilfe der Anti-VEGF-Therapie steht eine Behandlung zur Verfügung, die vielversprechende Ergebnisse zeigt. Trotzdem bleiben RAP eine aggressive Form der Neovaskularisation. Dr. Egbert Matthé und Dr. Dirk Sandner (Dresden) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden vor, die überprüfen sollte, ob mit Hilfe von intravitrealem Ranibizumab im späten Stadium III mit klinisch identifizierbarer chorioretinaler Anastomose noch eine Visusverbesserung erreichbar ist.

Genetik des Albinismus

Der Albinismus ist durch eine reduzierte Pigmentierung der pigmenthaltigen Zellen des Körpers gekennzeichnet, die bis zum völligen Fehlen des Pigments entwickelt sein kann. Die reduzierte Pigmentierung kann sowohl auf eine gestörte Pigmentbildung, als auch auf eine gestörte Pigmentverteilung zurückgeführt werden. In beiden Fällen zeigen die Betroffenen eine Makulahypoplasie und eine vollständige Sehbahnkreuzung. Die Makulahypoplasie ist als Ursache einer verringerten Sehschärfe und eines Nystagmus zu sehen, die als Einstiegsdiagnose näher differenziert werden müssen. Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Markus Preising (Gießen) stellt die genetischen Ursachen des Albinismus und ihre Wirkung dar.

Digitale Fotodokumentation an der Spaltlampe im klinischen Alltag

Im medizinischen Alltag nimmt der Bedarf an diagnostischen Bildaufnahmen und Fotodokumentation ständig zu. Vor allem in der Ophthalmologie ist die Fotografie aufgrund der vielen semitransparenten Strukturen im Auge eine durchaus anspruchsvolle Herausforderung. Anthia Papazoglou, Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Dr. Carsten H. Meyer präsentieren neue Möglichkeiten, Apparate oder Einsatzteile zur digitalen Bildaufnahme, die sich ohne großen Zeitaufwand im täglichen Ablauf einer konventionellen Augenpraxis etablieren lassen, und bewerten deren Qualität und Anwenderfreundlichkeit.

Serie Auge und Sehen: Sonnenbrille vom Discounter

Serie zur Sammlung Roth
Schon in der Antike war bekannt, dass das helle Licht der Sonne für das menschliche Auge unangenehm ist. Gerade auf dem Kriegsschauplatz konnten Staub und grelles Sonnenlicht das Auge reizen und zur Blendung führen – eine durchaus gefährliche Situation, sofern diese zur Verwechslung von Freund und Feind führte. Besser ging es da der „gehobenen Gesellschaft“ in Rom. Ihnen, allen voran Kaiser Nero, dienten plan geschliffene Halbedelsteine als Lichtschutz. Mit der Erfindung der Brille wurden deren ursprünglich klare Gläser schon bald eingetönt, wobei die farbigen Gläser, meist blau, grün oder braun, aus den Werkstätten für Kirchenfenster stammten.

Die Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen

Gliazellen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, der Unterstützung der Nervenzellen sowohl beim Überleben als auch der Übermittlung von Nervensignalen. Mikroglia bilden neben -Astrozyten und Oligodendrozyten die dritte wichtige Klasse von Gliazellen. Werden retinale Nervenzellen geschädigt, -werden sie in vielen Fällen durch die Mikroglia phagozytiert. Dies führt zu einem irreparablen Verlust der Nervenfunktion im betroffenen Bereich. In experimentellen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass eine Inhibierung der Mikroglia positive Auswirkungen auf das Überleben der retinalen Neurone haben kann. Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka (Münster) erläutert das Verhalten von Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen.