Autor: Katica Djakovic

Serie Auge und Sehen: Das Auge in alten Schriften

Serie zur Sammlung Roth
In vergangenen Zeiten betrachtete man das Auge als ein geheimnisvolles Organ, seine Funktion erschien rätselhaft. Das Auge war für die alten Griechen Sitz der Seele, in der christlichen Religion galt es als Auge Gottes, als Kontrollorgan, es war gütig, wachsam und mahnend zugleich. Blindheit war Schicksal oder Strafe. Im Frieden verhieß gutes Sehen Lebensqualität, bei kriegerischen Auseinandersetzungen erhöhte es die Überlebenschancen. Als magisches Symbol findet sich das Motiv „Auge“ in allen Bereichen der darstellenden Kunst, es wurde zum immer wiederkehrenden Objekt in der Plastik oder Malerei. Interessanterweise aber gibt es nahezu keine Abbildungen des Auges in alten Handschriften, selbst im frühen Buchdruck fehlen diese.

Drucksenkende Kataraktoperation – Fakt oder Mythos?

Die antiglaukomatöse Kataraktoperation bei Winkelblock bleibt neben der Irido-/Iridektomie eine therapeutische Option. Bei offenem Kammerwinkel hingegen kann der drucksenkende Effekt der Kataraktoperation überschätzt werden. Priv.-Doz. Dr. Arne Viestenz, Dr. Loay Daas, Dr. Anja Viestenz, Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) und em. Prof. Dr. Wolfgang Behrens-Baumann (Magdeburg) erörtern anhand von Untersuchungsergebnissen die drucksenkende Phakoemulsifikation im Langzeitverlauf.

Neue Möglichkeiten der Astigmatismuskorrektur mit torischen IOL

In bisher nicht gekannter Vielfalt ist es heute möglich, intraokuläre Implantate zur Korrektur torischer regulärer Refraktionsfehler einzusetzen. Gerade bei der chirurgischen Korrektur höherer Zylinder kommt der Präzision der Chirurgie ein besonderer Stellenwert zu. Ein Wiederauftreten des Astigmatismus kann auf einer Nachrotation des Implantates beruhen, die chirurgisch korrigiert werden sollte. Die Bestimmung der Implantat-Achse kann an der Spaltlampe erfolgen und sollte bei der Nachbetreuung torisch korrigierter Patienten beachtet werden. Hornhauttopographische Aufnahmen helfen, die Indikation für torische Implantate korrekt zu stellen. Prof. Dr. Gernot I. W. Duncker (Halle/Saale) erläutert die neuen Möglichkeiten der Astigmatismuskorrektur mit unterschiedlichen torischen IOL.

Betablocker zur Therapie des kindlichen Hämangioms

Therapie mit Propranolol beim proliferierenden infantilen Hämangiom
Seit 2008 werden Betablocker zur Therapie beim kindlichen Problemhämangiom eingesetzt – eine Behandlungs-möglichkeit, mit der die bislang durchgeführten chirurgischen Hochrisiko-Tumorresektionen bei Säuglingen und Kleinkindern mit Hämangiomen im Lid- und Orbitabereich obsolet werden. Die Therapie war bislang ein Off-Label-Use, allerdings erhielt im März 2014 ein französischer Hersteller die FDA-Zulassung für sein Präparat und auch die EMA hat bereits eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen – eine Verfügbarkeit ist in Kürze zu erwarten. Dr. Frank Lang und Dr. Uwe Peter Press (Trier) berichten über die neue Therapiemöglichkeit und eigene klinische Erfahrungen mit dem Betablocker Propranolol bei der Behandlung des kindlichen Hämangioms.

Fallbericht: Skleromalacia perforans bei granulomatöser Polyangiitis

Bei der Skleromalacia perforans handelt es sich um eine spezifische Form der nekrotisierenden anterioren Skleritis ohne Entzündungszeichen mit progressiv verlaufender Skleraausdünnung. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen mit lang bestehender rheumatoider Arthritis auf. Sabine Seddig und Prof. Dr. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall einer 70-jährigen Patientin, die sich in einem massiv reduzierten Allgemeinzustand mit einer schmerzlosen Rötung begleitet von Fremdkörpergefühl, Blendungsempfindlichkeit und zunehmender Sehminderung des linken Auges notfallmäßig in der Ambulanz vorstellte.

Serie Auge und Sehen: Das Fernrohr des Galilei

Serie zur Sammlung Roth
Irgendwann kam ein Tüftler des ausgehenden Mittelalters auf die Idee, zwei verschieden starke Brillengläser hintereinander zu halten und entdeckte, den richtigen Abstand voneinander vorausgesetzt, dass weit entfernte Dinge in die Nähe rückten. Ein Glas befand sich dabei direkt vor dem Auge, das zweite eine Armlänge entfernt. Bedingung für das Phänomen war, dass die Brennpunkte beider Gläser in einer Ebene lagen. Dem Holländer Lipperhey wird diese Entdeckung Anfang des 17. Jahrhunderts zugeschrieben, dies mag bezweifelt werden. Fest steht aber, dass Galilei als einer der Ersten den Wert dieses Gerätes für die Astronomie erkannte. Er entdeckte mit einem solchen, als Fernrohr bezeichneten Instrument die nach ihm benannten Jupitermonde und den Ring des Saturns. Pater Scheiner sah als Erster damit die Sonnenflecken.

Jahrestagung des DKVB in Bremen

Am 7. und 8. März fand in Bremen die Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB) in Verbindung mit der Tagung der Sektion Internationale Ophthalmologie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) statt. Die Organisation der diesjährigen Veranstaltung hatte Dr. Ulrike Hohmann aus Osterholz-Scharmbeck übernommen. Neben Beiträgen über augenärztliche Hilfe für Entwicklungsländer wurden auch Forschungsergebnisse zur Sehbehinderung und Blindheit in Deutschland vorgetragen und diskutiert. Dr. Udo Hennighausen (Heide) fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Steuerliche Abzugsfähigkeit beruflich veranlasster Reisekosten

Neuerungen und Änderungen seit Januar 2014
Bei beruflicher Veranlassung sind Reisekosten von der Steuer abzusetzen und führen oft zu einer beträchtlichen Steuerersparnis. Mit Wirkung ab 1. Januar trat das Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20. Februar 2013 (BGBl. I S. 285) in Kraft. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Änderungen, die im Wesentlichen den Verpflegungsmehraufwand von Reisen betreffen.

Idebenone als neue Therapieoption beim Glaukom?

Möglicher Schutz vor oxidativem Stress und Apoptose
Oxidativer Stress ist eine wichtige Ursache für Alterung und spielt pathophysiologisch auch bei Glaukomen eine wichtige Rolle. Zudem kann oxidativer Stress zur Apoptose sowohl von retinalen Ganglienzellen als auch den unterstützenden glialen Zellen führen. Die Ergebnisse einer In-vitro-Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität München lassen die Vermutung zu, dass Idebenone – ein synthetischer Abkömmling des körpereigenen Coenzyms Q10 – bei erhöhtem oxidativem Stress positive Wirkung haben kann. Priv.-Doz. Dr. Christoph Hirneiß und Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt (München) erörtern Idebenone als mögliche neue Therapieoption beim Glaukom.

NDG und HDG: Funktionelle und morphologische Unterschiede

Vergleichende Studie bei visuell gleicher glaukomatöser Papillenschädigung
Trotz mittlerweile modernster dreidimensionaler Untersuchungsmethoden des Sehnerven und der komplexen computergesteuerten Gesichtsfelduntersuchung ergeben sich im Vergleich der strukturellen und funktionellen Veränderungen zwischen dem Glaukom mit normalem (Normaldruckglaukom, NDG) und mit erhöhtem Augendruck (Hochdruckglaukom, HDG) noch kontroverse Ergebnisse. Zwei vergleichende Studien untersuchten die Unterschiede zwischen Normal- und Hochdruckglaukom bei visuell gleicher glaukomatöser Papillenschädigung. Dr. Janek Häntzschel (Pirna) stellt die Ergebnisse vor.