Autor: Katica Djakovic

Sicherheit der femtosekundenlaser­assistierten Kataraktchirurgie

Zu den Vorteilen der femtosekundenlaserassistierten Kataraktchirurgie zählen gute Visualisierung, antiastig­matische Inzisionen, lasergestützte Markierungen der Achslage bei torischen Implantaten, nahezu ideal runde und benutzervorgegebene Kapsulorhexis. Wie sieht es mit der Sicherheit der Technik aus, welchen Einfluss hat sie auf den manuellen Part und den postoperativen Verlauf? Hierzu wurden im Rahmen einer retrospektiven Analyse rund 1.500 konsekutive Fälle von Linsenoperationen betrachtet und prä- und postoperative Parameter ­ausgewertet. Dr. Ilya Kotomin, FEBO, und Dr. Martina Prasse (Leipzig) stellen die Daten vor.

XXXII. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 2)

Treffen der Ophthalmohistoriker in Antwerpen
Zu ihrer 32. Jahrestagung trafen sich die Mitglieder der Julius-Hirschberg-Gesellschaft vom 5. bis 7. Oktober in der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Neben dem wissenschaftlichen Programm mit ophthalmohistorischen ­Beiträgen und der Mitgliederversammlung hatten die Organisatoren einen Festabend im alten Stadtzentrum sowie einen Besuch im Haus des Malers Peter Paul Rubens für die diesjährige Zusammenkunft eingeplant. Im zweiten Teil berichtet Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) über die dritte wissenschaftliche Sitzung und die Themen der ­präsentierten Poster.

Der Augenchirurg zwischen Kostenträger, Bewertungsportal und Patient

Der Arztvertrag wird häufig in tradierter Umgangssprache umschrieben als „geschütztes Arzt-Patienten-­Verhältnis“. Dem Patienten ist gemeinhin die freie Arztwahl und in Abstimmung mit ihm die freie Methodenwahl eröffnet. Die vor dem Zugriff Dritter besonders schützenswerten Gesundheitsdaten haben erst kürzlich durch das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besondere Aufmerksamkeit erfahren. Und auch die Bedenken, die bei einem übermäßigen Vordringen gewerblicher Anbieter oder Kapitalgeber in die Kernbereiche der Ausübung des Arztberufes bestehen, werfen die Frage nach dem effektiven Schutz der augenärztlichen Heilberufsausübung auf. Ein Beitrag von RA Michael Zach (Mönchengladbach).

PRIVENT-Studie: Prophylaktischer Ansatz bei der PVR

Bei den bisherigen pharmakologischen Ansätzen zur Prävention und Behandlung der proliferativen Vitreoretinopathie (PVR) handelt es sich lediglich um Konzepte, die im Rahmen präklinischer und weniger klinischer Studien eingesetzt wurden. Untersucht wurden hierbei antiinflammatorische und antiproliferative Substanzen – jedoch bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Priv.-Doz. Dr. Friederike Schaub und Prof. Bernd Kirchhof (Köln­)­ stellen im Folgenden die PRIVENT-Studie vor, die den Einsatz von 5-Fluorouracil und Heparin intravitreal zur Senkung der Inzidienz der PVR nach Amotiochirurgie untersucht. An der Phase-III-Studie, die seit ­Oktober 2016 in aktiver Rekrutierung ist, sind derzeit 13 deutsche Prüfzentren beteiligt. Da nur wenige ­Patienten zur ­PVR-­Risikogruppe gehören, wurden mittlerweile mehr als 2.000 Patienten in den Zentren mit primär ­rhegmatogener Amotio ­pre-gescreent und 235 Patienten (Stand 12.12.2018) konnten bereits in die Studie ­eingeschlossen werden.

Makulapigmentverteilung als Biomarker für die Erkrankungsprogression bei MacTel

Die physiologische Rolle des Makulapigmentes umfasst die Filterung schädlichen, kurzwelligen Lichtes, die ­Reduktion von Blendung und, auf molekularer Ebene, die Neuroprotektion retinaler Zellen. Bei Patienten mit Makulären Teleangiektasien Typ 2 (MacTel) konnte bereits gezeigt werden, dass die Reduktion des Makula­pigmentes mit einer Dysfunktion beziehungsweise dem Verlust von Müller-Zellen sowie mit diversen weiteren ­morphologischen und funktionellen Veränderungen assoziiert ist. Dr. Simone Tzaridis, Prof. Peter Charbel Issa, Dr. Tjebo F.C. Heeren, Dr. Sarah Thiele, Prof. Frank G. Holz und Dr. Philipp Herrmann erörtern anhand von Ergebnissen einer retrospektiven, longitudinalen Studie die Makulapigmentverteilung als Biomarker für die ­Erkrankungsprogression bei MacTel.

Autofluoreszenz-Lebzeitenmessung (FLIO) der Netzhaut

Fluoreszenz-Lebzeitenmessung mittels „Fluorescence lifetime imaging ophthalmoscopy“ (FLIO) ermöglicht eine nichtinvasive Darstellung von natürlichen Fluorophoren der Netzhaut. Die Anwendung von FLIO erweitert das Spektrum der retinalen Bildgebung und ermöglicht Einblicke und Erkenntnisse in verschiedene Netzhauterkrankungen. Dr. Chantal Dysli, Dr. Muriel Dysli, Prof. Dr. Sebastian Wolf und Prof. Dr. Martin S. Zinkernagel (Universitätsklinik für Augenheilkunde, Inselspital Bern, Schweiz) stellen die Grundlagen von FLIO dar und erläutern Messungen in gesunden Augen und bei Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), die auf das Potential für Screening und Verlaufsuntersuchungen auch im Zusammenhang mit therapeutischen Ansätzen zur Detektion von subtilen Veränderungen hinweisen.

Strategien zum Ausstieg aus Tierversuchen

In der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg bei München setzen sich Wissen­schaftler aus den Bereichen Biologie, Tiermedizin und Recht mit Aspekten der Tierschutzproblematik in der Gesellschaft auseinander. Insbesondere auf dem Gebiet der medizinischen Alternativmethodenforschung genießt die Akademie auch international großes Ansehen. Dipl. Biol. Kristina Wagner (Neubiberg) stellt das Strategiepapier der Niederlande vor, das bis 2025 einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Tierversuchen sowohl auf ­nationaler als auch auf internationaler Ebene leisten will, und erörtert Strategien zum Ausstieg aus Tierversuchen.

Qualitätskriterien für Einweg-Tonometerköpfchen

Einweg-Tonometerköpfchen unterscheiden sich von Mehrweg-Tonometerköpfchen durch ihren Produktions­prozess: Einweg-Köpfchen werden im so genannten Moulded-Verfahren hergestellt, das heißt der Kunststoff ­wird in eine Form gepresst. So entstehen in einem einzigen Arbeitsschritt anspruchsvolle Oberflächen. Bei wiederverwendbaren Original-Messköpfchen wird die optische Oberfläche nachbearbeitet und plan poliert, um eine ­möglichst hohe Präzision des Werkstücks sicherzustellen. Dr. Georg Niepel (Stolberg) hat bei einer ­kleinen ­Patientenserie die Messergebnisse von Einweg- und Mehrweg-Tonometerköpfchen miteinander verglichen und diskutiert mögliche Ursachen der abweichenden Messergebnisse.

Auge und Brille in der Religion

Serie zur Sammlung Roth (Folge 91)
In nahezu allen Religionen und Geheimgesellschaften – etwa den Freimaurern – kommt dem Auge eine eigene Bedeutung zu. Die christliche Religion kennt das allsehende Auge Gottes, das alles erblickt und wertet, das Auge, das Güte ausstrahlt oder das Auge, das den Zorn des Herrn erkennen lässt. Der göttliche Blick ist also zum einen aktiv, als ein sehender, zu verstehen, zum anderen als ein vermittelndes Objekt, also passiv. Man denke nur an den bösen Blick. Das Gebot, du sollst Dir kein Bildnis von Gott machen, untersagte lange Zeit auch das göttliche Auge in seiner Ausstrahlung auf den ­Menschen zu zeigen. Später war das Auge oft stellvertretend für Gott selbst zu ­verstehen. Es findet sich so auf dem Geldschein, der Ikone oder im ­Tympanon des Kirchenfensters.

Irisrekonstruktion nach traumatischer Aniridie

Aniridie führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens bei den betroffenen Patienten. Neben Visusminderung, Photophobie, Diplopie, Blendungsempfindlichkeit, verminderter Kontrastempfindlichkeit und ­Tiefenschärfe spielen auch kosmetische Aspekte eine wichtige Rolle. Die operative Irisrekonstruktion sollte erst bei einem stabilen klinischen Befund nach der primären Wundversorgung erfolgen. Reicht der Irisrest nicht aus für eine Pupilloplastik mittels einer Naht, wird die Iris operativ mit unterschiedlichen Irisimplantaten beziehungsweise Irisprothesen rekonstruiert. Dr. Raid Darawsha (Osnabrück) stellt Methoden zur Irisrekonstruktion mit und ohne Aphakiekorrektur nach traumatischer Aniridie dar.