Autor: Katica Djakovic

Indikationen für elektrophysiologische Untersuchungen

Die im klinischen Alltag gängigsten elektrophysiologischen Untersuchungen sind das Ganzfeld-ERG (Elektro­retinogramm), das mfERG (multifokale ERG), das EOG (Elektrookulogramm) und das VEP (visuell evozierte ­Potentiale). Für jede dieser Untersuchungen gibt es spezielle Indikationen, da man den Funktionszustand ­einzelner Nervenzellklassen der Sehbahn selektiv über Elektroden an der Körperoberfläche ableiten kann. ­Dr. Sabine Naxer und Prof. Michael P. Schittkowski (Göttingen) stellen die verschiedenen Methoden und ihre ­Indikationen dar.

Inserts zur Pupillenerweiterung vor Kataraktoperationen

Eine ausreichende Pupillenerweiterung ist für den Erfolg und die Sicherheit einer Kataraktoperation eine entscheidende Voraussetzung. Eine Alternative zu wiederholten Applikationen topischer Mydriatika stellt das Einsetzen eines Inserts in den unteren Bindehautsack dar, welches die Wirksubstanz langsam und kontinuierlich frei gibt. ­
Ein solcher Träger eines Mydriatikums ist das Mydriasert-Insert, dessen Effizienz und Verträglichkeit in der Klinik für Augenheilkunde des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg untersucht wurde. Dr. Sorin Draghici, Prof. Helmut Höh und Danilo Wegner stellen ihre Ergebnisse sowie die aktuelle Datenlage aus vorliegenden Studien dar.

Die Lorgnette

Serie zur Sammlung Roth (Folge 89)
Während das Lorgnon aus einem einzigen an einem Stiel befestigten Glas besteht und daher nur auf einem Auge benutzt werden kann, hat die Lorgnette­ immer ein Gläserpaar und ist somit binokular einsetzbar. Ihr Vorbild ist die Nietbrille, durch die bewegliche Verbindung zweier Lorgnons an ihrem Griff­ende wurde sie in der Wende zum 17. Jahrhundert zur Lorgnette. Beide, das Lorgnon und die Lorgnette sowie die auch damit verwandte Scherenbrille mussten beim Gebrauch in der Hand gehalten werden, was von Vorteil war, wenn die Sehhilfe schnell im Dekolleté verschwinden musste, um die Sehschwäche ihrer Trägerin zu verheimlichen.

Genetik kindlicher Glaukome

Die Ursache der Fehlbildung im Kammerwinkel, die zur Ausbildung des angeborenen Glaukoms führt, ist in der Regel eine Mutation in einem oder mehreren Genen. Dies führt dazu, dass bestimmte Eiweißstoffe (Proteine) im Kammerwinkel nicht oder nicht richtig produziert werden können. Die Folge ist ein unreifes, undurchlässiges Trabekelmaschenwerk oder eine undurchlässige Membran über diesem Gewebe. Dr. Claudia Schuart und Prof. Hagen Thieme (Magdeburg) stellen bisher bekannte genetische Mutationen dar, die beim primär kongenitalen und anderen sekundären kindlichen Glaukomen eine Rolle spielen können.

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT

Vaskuläre Läsion oder langfristiger glaukomatöser RNFL-Verlusttrend? (Teil 6)
Mit Hilfe der Optischen Kohärenztomographie (OCT) lässt sich der progrediente Nervenfaserverlust bei ­Glaukom bereits zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. In den ersten Teilen dieser Beitragsserie wurden die für die Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter in der OCT erläutert, die Möglichkeiten der Trend­analyse im Rahmen der Diagnostik anhand von Fallbeispielen mit verschiedenen OCT-Systemen aufgezeigt sowie ­Differentialdiagnosen und patientenindividuelle Verlaufsbeobachtungen des Glaukoms unter Therapie aus der Praxis dargestellt. Bereits in der letzten Folge veranschaulichte Dr. Georg Niepel (Stolberg) an ausgewählten Fallbeispielen die Grenzfälle und uneindeutigen Befunde aus der Praxis, bei denen die OCT zu ­diagnostischer Klarheit verholfen hat und berichtet hier über einen weiteren Fall aus eigener Praxis, bei dem zunächst nicht erkennbar ist, ob eine rein vaskuläre Läsion vorliegt oder ein langfristiger ­glaukomatöser RNFL-Verlusttrend.

Augenschäden durch Umwelteinfluss

Vielfältige Erreger und Umweltreize wie Luftverschmutzung, Elektrosmog und auch Klimaveränderungen, denen das Auge ausgesetzt ist, können die Sehfunktion beeinträchtigen, toxische oder allergische Prozesse unterlaufen die natürliche Abwehrlage. Vor allem aber der Kontaktlinsenträger zeigt dies durch Auftreten von Komplikationen und Störungen des Tragekomforts. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Mihály Vegh und Dr. Gregor Nietgen zeigen anhand von Fallbeispielen aus dem Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik die das Auge gefährdenden Umwelteinflüsse auf, erörtern die Ursachen und Risiken und stellen vorbeugende Maßnahmen insbesondere­ für den Kontaktlinsenträger dar.

Nano-Therapien zur Anwendung an der Augenoberfläche

Der Begriff Nanocarrier oder Nanopartikel umfasst eine große heterogene Gruppe von chemischen Verbindungen. Diese bieten den Vorteil, okulare Wirkstoffe besser an bestimmte Zielorte zu liefern und versprechen, die Therapie vieler Augenkrankheiten zu revolutionieren. Die Bandbreite der möglichen Einsatzgebiete ist sehr umfangreich. Die meisten dieser vielversprechenden Ansätze befinden sich noch in der klinischen beziehungsweise präklinischen Phase, doch weisen sie bereits vielversprechende Ergebnisse auf. Marina Löscher, MBA, Dr. rer. nat. Sven Schnichels und Dr. rer. nat. José Hurst (Tübingen) stellen Anwendungsbeispiele an der Augenoberfläche dar.

Der Ohrenbügel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 88)
Die ersten optisch geschliffenen Gläser, die zum Ausgleich der altersbedingten Weitsichtigkeit dienten, hielt man sich entweder dicht vor das Auge oder wie beim heutigen Vergrößerungsglas nahe vor das zu betrachtende Objekt. Beim Lesestein beziehungsweise späteren Einglas geschah dies noch ohne Halterung, später wurde die Vergrößerungshilfe wie bei der Lupe mit einer Fassung versehen, an der sich ein kleiner Holzgriff befand. Aus zwei solchen Gläsern, an ihrem Ende miteinander beweglich fixiert, entstand die Nietbrille, die man sich über zwei Jahrhunderte lang mehr oder weniger fest auf die Nase klemmte. Das galt auch für die späteren, in biegsamen Draht- oder Ledergestellen gefassten Brillengläser. Diese und auch ihre Folgemodelle mit festem Nasensteg – wie der Zwicker oder 
Kneifer – kennzeichnete ein instabiles Sitzverhalten.

Auch 2018 die Verlustabzugsmöglichkeiten nutzen

Entstehen für den Augenarzt in einem Veranlagungsjahr hohe Verluste, zum Beispiel durch absetzbare Modernisierungsmaßnahmen, besteht die Möglichkeit, diese steuersparend mit Gewinnen des vorangegangenen Jahres und/oder der folgenden Jahre zu verrechnen. Ohne Antragstellung wird der Verlustabzug in dem 
vorangegangenem Veranlagungszeitraum vorgenommen. Bei Antragstellung sind die Höhe des abzuziehenden Verlustes und der Veranlagungszeitraum anzugeben, in dem der Verlust abgezogen werden soll. Durch dieses Wahlrecht eröffnen sich dem Augenarzt interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert.

Die Femto-Katarakt (LCS) in den drei Kostenträgersystemen

Die Informationen über moderne Behandlungsoptionen zirkulieren unter den Versicherten und werden von ihnen ohne Bedacht auf den eigenen Versichertenstatus bei dem Leistungserbringer nachgefragt. Dieser wird sich regelmäßig auf die Darstellung der medizinischen Aspekte der neuen Behandlungsoption beschränken wollen, steht aber unweigerlich vor der Nachfrage des Patienten, ob denn sein Kostenträger wohl einstandspflichtig wäre, wenn er sich für diese Behandlungsoption entscheiden würde. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt den komplexen Sachverhalt und ein aktuell ergangenes Urteil dar.