Autor: Katica Djakovic

Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis

Uveitiserkrankungen im Kindesalter sind selten. Die häufigste assoziierte Systemerkrankung bei der Uveitis im ­Kindes- und Jugendalter ist die juvenile idiopathische Arthritis (JIA). Dr. Karoline Walscheid, FEBO und Prof. Arnd ­Heiligenhaus, FEBO geben einen Überblick über das Krankheitsbild und stellen aktuelle Erkenntnisse aus der Inzeptionskohorte früh diagnostizierter Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA-Frühkohorte ICON) dar.

FAc-Implantat bei nichtinfektiöser Uveitis

Ergebnisse einer retrospektiven Fallserie
Das 0,19 mg Fluocinolonacetonid (FAc)-Implantat (Handelsname Iluvien) ist aktuell zur Behandlung von Sehstörungen in Verbindung mit einem chronischen diabetischen Makulaödem zugelassen. Im Rahmen eines dezentralisierten Verfahrens haben die europäischen Zulassungsbehörden jedoch Anfang letzten Jahres den Antrag auf eine Zulassungserweiterung des FAc-Implantates bei nichtinfektiöser posterior Uveitis akzeptiert. Prof. Ramin Khoramnia, FEBO (Heidelberg) berichtet über die aktuellen Ergebnisse einer retrospektiven Fallserie.

Kontaktaufnahme zur Anfrage für eine Hornhautspende

Wahrnehmung, Kommunikation, Training
Wissenschaftliche Arbeiten haben gezeigt, dass sich Ärzte und Ärztinnen, die für Hornhautbanken in der Spendergewinnung arbeiten und hauptverantwortlich Telefonate mit Angehörigen von Verstorbenen übernehmen, fachlich, emotional und in ihrer persönlichen Einstellung nur mittelmäßig auf diese Tätigkeit vorbereitet sehen. ­Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Stephanie Stiel, Leiterin der Arbeitsgruppe Palliativversorgung, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Hochschule Hannover, erläutert, wie die Kontaktaufnahme zur Anfrage für eine Hornhautspende gelingen kann und sich der Erfolg bei der Anfrage durch das Absolvieren eines spezifischen Kommunika­tionstrainings ­beeinflussen lässt.

Das Auge in der Gesichtslesekunst

Serie zur Sammlung Roth (Folge 93)
Das Auge ist nicht nur ein Sinnesorgan, mit dem ein Lebewesen seine Umwelt wahrnimmt, sich ­orientiert, andere Menschen erkennt, sondern es kommuniziert auch mit seinem Gegenüber. Es ist Empfänger und Sender zugleich. Das Auge hat einen Anteil an der Mimik, wobei der Augapfel selbst, wenn man vom Pupillenspiel einmal absieht, kaum eine eigene Ausstrahlung aufweist. Es ist das Mienenspiel der Lider, das dem Anderen Freude, Trauer, Ärger, Wut oder Hass vermitteln. Damit wird auch der psychische Zustand eines Menschen über das Auge ablesbar. Nur wenige Menschen, man denke an den Schauspieler, vermögen dies bei sich zu unterlaufen. Vor allem einem Kind gelingt es nicht, seine Stimmung vor anderen zu verbergen, sein Gesicht verrät alles.

Kultivierte Keratozyten für stromale Therapie von Hornhauterkrankungen

Korneale stromale Keratozyten sind anspruchsvolle Primärzellen, die in Kultur schnell zu stromalen ­Fibroblasten entarten können, welche dann an Vernarbungsprozessen der Hornhaut beteiligt sind. In den letzten ­Jahren ­wurden Protokolle für die Konservierung und Expansion in Kultur entwickelt. Somit steht der Weg offen für einen ­zielgerichteten Einsatz dieser Zellen im Tissue Engineering und der Therapie von Erkrankungen des ­Hornhautsstromas. Priv.-Doz. Dr. Matthias Fuest (Aachen) berichtet über erste Versuche, in denen eine ­antifibrotische und antiangiogene Wirkung von intrastromal injizierten kornealen stromalen Keratozyten in der Rattenhornhaut gezeigt werden konnte.

Fallbericht: Prinzipien der operativen Versorgung einer penetrierenden Bulbusverletzung

Bei penetrierenden Bulbusverletzungen sind kurzfristige und durchdachte vitreochirurgische Behandlungs­strategien erforderlich. Trotz frühzeitiger operativer Versorgung können auch bei limitierter Gewebsdestruktion Endophthalmitiden und vitreoretinale Proliferationen limitierend für die Visusprognose sein. Dr. Katja Vogt, ­Dr. Erping Zhang und Priv.-Doz. Dr. Joachim Wachtlin berichten über einen 46-jährigen Mann, der sich nach penetrierender Bulbusverletzung mit einem Visus von Handbewegungen in der Notaufnahme vorstellte.

Der Arbeitsplatz des Brillenmachers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 92)­­
Die Entdeckung, dass sphärisch geschliffene Gläser vergrößernde Eigenschaften haben und als Sehhilfe dienen konnten, sorgte zugleich für die Entstehung eines neuen ­Tätigkeitsfeldes, in dem Glasbläser, Holzschnitzer und Ledermacher, Feinmechaniker und Juwelier gleichermaßen benötigt wurden. Das Berufsbild des Augenoptikers entstand. Noch nannte man ihn den Brillenmacher: schon 1535 wurde die erste Brillenmacherzunft in Nürnberg gegründet, weitere Städte folgten. Die Werkstatt des Opticus, wie man den Augenoptiker damals bezeichnete, musste bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Gesetzes wegen zertifiziert sein. Bald gab es die ersten Reglements, die Qualitäts­sicherung erforderte eigene Gesetze. Diese Vorschriften sind uns zwar überliefert, ­genauere Beschreibungen der Werkstatt und ihrer Einrichtung fehlen uns aber aus den Anfangsjahren. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts tauchen dann Holzschnitte auf, 
die uns den Arbeitsplatz des „Brillemachers“ zeigen.

3. Retina Update in Münster

Zum 3. Retina Update hatten Prof. Albrecht Lommatzsch, Prof. Daniel Pauleikhoff und Dr. Georg Spital, Leitende Ärzte am Augenzentrum des St. Franziskus-Hospitals, im September nach Münster eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Vorträge der Referenten unter den Schwerpunktthemen Frühgeborenenretinopathie, vaskuläre Netzhauterkrankungen und hereditäre Netzhautdystrophien, Erkrankungen der Makula und diabetische Retinopathie, intraokulare Tumoren, Ablatio retinae sowie Erkrankungen des Glaskörpers zusammen.

Management-Aufgaben bei Einführung der Femto-Kataraktchirurgie

Der Einsatz des Femtosekundenlasers in der Kataraktchirurgie – zur Kapsulotomie, Linsenfragmentierung und gegebenenfalls kornealen Inzisionen – ermöglicht in seiner Technologie eine hohe Präzision und damit einen komplikationsloseren Verlauf mit besseren klinischen Ergebnissen. Dem gegenüber stehen im Vergleich zum ­konventionellen Vorgehen die Mehrkosten bei Anschaffung und Behandlung. Die auf dem Markt verfügbaren Geräte weisen eine Reihe von Besonderheiten auf und unterscheiden sich in einzelnen Kriterien. Dr. Thomas Haupt (Bonn), Tim Herbst (Kiel) und Ilka Sutor (Sulzbach) erläutern anschaffungsrelevante Aspekte und Management-Aufgaben bei Einführung der Femto-Kataraktchirurgie in die eigene Praxis.

Intraoperative Wellenfronten­aberrometrie als Real-Time-Biometrie

Digitale Assistenzsysteme, wie zum Beispiel die intraoperative Wellenfrontenaberrometrie, sind dabei, sich auch im OP durchzusetzen. Bislang ist die Gruppe um Dr. Jan Hülle und Prof. Stephan J. Linke die einzige, die­ ­wellenfrontbasierte Formeln zur IOL-Berechnung publiziert hat und die intraoperative Wellenfrontenaberrometrie (IWA) einer systematischen Qualitätsprüfung unterzogen hat. Dr. Jan O. Hülle, Vasyl Druchkiv, ­Prof. Gisbert Richard, Priv.-Doz. Dr. Toam R. Katz und Prof. Stephan J. Linke stellen die Daten vor und ­diskutieren ­Herausforderungen und Limitierungen der Methode.