Autor: Katica Djakovic

20 Jahre optische Biometrie

Zur Pionierleistung auf dem Gebiet der ophthalmologischen Laserinterferometrie durch Professor Adolf F. Fercher
Die optische Biometrie hat die Katarakt-Chirurgie fundamental revolutioniert, 2019 jährt sich die Markteinführung des ersten optischen Biometers zum 20. Mal: Professor Adolf F. Ferchers visionäre Ideen legten 1982 den Grundstein für die Entwicklung der optischen Kohärenztomographie, sein Patent ermöglichte der Firma Zeiss 1999 den ersten IOLMaster auf den Markt zu bringen. Hiermit war erstmalig eine berührungslose und wesentlich genauere Diagnostik des menschlichen Auges möglich. Heute gilt die optische Biometrie als Standardmethode und ist aus der Augenheilkunde nicht mehr wegzudenken. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar).

Huckepack-ICL zur Korrektur von Fehlrefraktionen nach MIOL

Rest-Fehlrefraktionen nach Implantation multifokaler Hinterkammerlinsen (MIOL) können den unkorrigierten Visus in Ferne und Nähe reduzieren und zur Patientenunzufriedenheit führen, da keine vollständige Brillenunabhängigkeit erreicht werden konnte. Im Rahmen einer prospektiven Monozenterstudie an 23 MIOL-Patienten (24 Augen) wurde untersucht, ob Huckepack-ICLs visusrelevante Restfehlrefraktionen nach MIOL-Implantation präzise und dauerhaft korrigieren können. Prof. Gernot I.W. Duncker, Dr. Anna Sasse und Dr. Tobias Duncker (Halle/Saale) fassen die Untersuchungsparameter und Ergebnisse zusammen.

Endothelschutz 2.0

Bei der femtosekundenlaserassistierten Kataraktoperation wird der Verlust von Endothelzellen reduziert, ist aber nicht gänzlich vermeidbar. Im Rahmen einer Studie sollte die Wirksamkeit eines intraoperativen ­endothelialen Schutzes mittels Kapsulotomie anhand Endothelzellmessung, Pachymetrie sowie klinischer ­Untersuchung prä- und postoperativ verglichen werden. Nick P. Piravej, Raphael Neuhann und Dr. Tobias Neuhann (München) stellen die Daten vor.

Behandlung von Lidtumoren nach Einführung des KKRBB

Meldepflicht beim Klinischen Krebsregister Berlin-Brandenburg
Seit 2016 müssen alle Patienten mit Krebserkrankungen nicht nur beim epidemiologischen Krebsregister, sondern von den behandelnden Ärzten aus den entsprechenden Bundesländern auch beim Klinischen Krebsregister Berlin-Brandenburg (KKRBB) gemeldet werden. Für den Ophthalmologen gilt die folgende Regelung: Alle nicht-melanotischen Hauttumoren und ihre Frühstadien (inklusive Basaliome) müssen dem Gemeinsamen (epidemiologischen) Krebsregister (GKR) gemeldet werden. Für alle anderen Krebsarten ist das KKRBB der ausschließliche Ansprechpartner. Dobrin Kolarov, Simon Jurkiewicz und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Augenklinik Berlin-Marzahn) erläutern die aufgrund der Meldepflicht erfassten Daten aus eigener Klinik, die einer Analyse unterzogen wurden.

Intravitreale Therapie des Makulaödems bei Uveitis

Die Entstehung eines zystoiden Makulaödem (ZMÖ) im Rahmen einer Uveitis ist nicht abschließend geklärt und beruht im Prinzip auf einem Zusammenbruch der Blut-Retina-Schranke. Das uveitische ZMÖ kann bei akuten Entzündungen auftreten oder aber auch bei rezidivierenden Uveitiden persistieren. Eine spezielle und nur für das uveitische Makulaödem zugelassene Medikation besteht derzeit nicht und erfolgt bisher als Off-label-Use. Dr. Mete Gök, FEBO, (Essen) stellt die lokalen Behandlungsoptionen eines Makulaödems bei Uveitis unter besonderer Berücksichtigung von Kortikosteroiden und VEGF-Inhibitoren dar.

Stammzelltransplantat bei schweren Verätzungen

Erste klinische Erfahrungen mit dem Holoclar
Mit Holoclar steht die erste und einzige von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassene Stammzell­­therapie zur Behandlung der Limbusstammzellinsuffizienz aufgrund von Verbrennungen oder Verätzungen des Auges zur Verfügung. Um solche Transplantationen vorzunehmen, bedarf es einer Zulassung der entnehmenden Klinik im Rahmen des Herstellungsprozesses eines Arzneimittels. An der Augenklinik Köln-Merheim wurden von 2017 bis 2018 fünf Patienten rekrutiert, bei denen eine homologe Limbusstammzellexpansion und -transplantation große Aussicht auf Erfolg hatte. Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Schrage, Gabriele Edelmann, Dr. Vanessa Veyhe, Dr. Gregor Schaaf und Nicola Todorovic (Köln) erläutern das Verfahren und stellen erste klinische Erfahrungen mit dem Holoclar-Transplantat dar.

Fallbericht: Ectopia lentis bei Marfan-Syndrom

Das Marfan-Syndrom ist eine genetische Bindegewebserkrankung, die als Neumutation auftreten oder ­autosomal-dominant vererbt werden kann. Beim Auge wird die Ectopia lentis als Hauptkriterium geführt, wie auch das folgende Fallbeispiel zeigt: Dr. Maike Haase, Prof. Lutz E. Pillunat und Priv.-Doz. Dr. Naim Terai (Dresden) berichten über einen ­33-jährigen Patienten, der mit der Bitte um Planung der Sekundärlinsenimplantation am rechten Auge bei ­bekanntem Marfan-Syndrom vorstellig wurde.

Die Brille in der Werbung

Serie zur Sammlung Roth (Folge 95)
Seit es Handel und Händler gibt, ist es auch üblich, für Produkte zu werben. Nur ein guter Umsatz bringt den erstrebten Gewinn. Also preist der Kaufmann seine Waren an, in Wort und Bild. Mit Medien wie der Zeitung entstand auch die weiträumige Werbung für die Brille. Heute sind Rundfunk, Fernsehen und Zeitschriften davon übervoll und selbst die sozialen Medien nutzen jede Chance, den Bürger zum Kauf zu animieren. Es werben die optische Industrie, der Augenoptiker und inzwischen selbst der Augenarzt. In der Brillenwerbung verspricht man hohe Qualität, rasche Verfügbarkeit und einen guten Preis. Das sind die Kautelen für guten Umsatz, denn kundenfreundlicher Service fördert das Kaufverhalten.

Operative Therapie bei alternierender Esotropie

Beidseitige Medialis-Rücklagerung oder einseitige kombinierte Konvergenz-OP?
Ein frühkindliches Innenschielen kann als alternierende Esotropie auftreten, hat aber zusätzliche ­besondere Merkmale, die typisch sind. Wenn konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, besteht die Möglichkeit der Operation, um das Therapieziel der Geradeausstellung beider Augen zu erreichen. Allerdings sind zahlreiche Aspekte bei der Wahl des OP-Verfahrens zu berücksichtigen. An der Augenklinik Erfurt wurden alle durchgeführten Augenmuskeloperationen für die Diagnose alternierende Esotropie und frühkindliches Innenschielen in einer OP-Statistik erfasst, um zu untersuchen, ob die beidseitige Medialis-Rücklagerung vergleichbare Ergebnisse liefert wie die einseitige kombinierte Konvergenz-Operation. Dr. Jürgen Walther (Erfurt) fasst die Ergebnisse zusammen.

Mikrosekundenpuls-Laserbehandlung bei Chorioretinopathia centralis serosa

Retrospektive Analyse zum Praxiseinsatz der navigierten Laserbehandlung
Verschiedene Fallserien zu navigierter Mikrosekundenpuls-Behandlung bei chronischer Chorioretinopathia ­centralis serosa zeigten gute Resultate. Ziel einer Untersuchung an der Augenklinik OWL in Detmold war die Überprüfung, ob diese Resultate auch im praktischen Alltag erzielt werden können. In Zusammenarbeit mit externen Zuweisern wurden die Alltagsdaten von 14 Augen von 11 Patienten aus den Jahren 2016 und 2017 ausgewertet. Lubna Alkwatli und Dr. Bernd Fassbender (Detmold) berichten über ihre Praxiserfahrungen und erläutern die Ergebnisse der retrospektiven Analyse.