Autor: Katica Djakovic

LHON-Patientenregister offiziell gestartet

Patienten mit der seltenen mitochondrialen Augenerkrankung Lebersche Hereditäre Optikus-Neuropathie (abgekürzt: LHON) haben ab sofort die Möglichkeit am deutschen LHON-Patientenregister teilzunehmen. Initiiert und begleitet durch Pro Retina Deutschland e.V., einer bundesweit tätigen unabhängigen Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Netzhautdegenerationen, erfasst das Register epidemiologische Informationen über die Häufigkeit sowie Verbreitung von LHON und deren Krankheitsverlauf. Die Daten sollen nicht nur helfen die Erkrankung besser zu verstehen, sondern können auch dazu dienen, die Therapiemöglichkeiten zu verbessern.

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT (Teil 7)

Mit Hilfe der Optischen Kohärenztomografie (OCT) lässt sich der progrediente Nervenfaserverlust bei Glaukom bereits zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. In den ersten Teilen dieser Beitragsserie wurden die für die ­Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter erläutert, die Möglichkeiten der Trendanalyse im Rahmen der Diagnostik anhand von Fallbeispielen mit verschiedenen OCT-Systemen aufgezeigt sowie Differentialdiagnosen und patientenindividuelle Verlaufsbeobachtungen des Glaukoms unter Therapie aus der Praxis veranschaulicht. Im folgenden Beitrag problematisiert Dr. Georg Niepel (Stolberg) die möglichen Veränderungen der Schicht­dicke infolge subklinischer Ödeme der zentralen und parapapillären Netzhaut, die die Aussage der RNFL-Verlaufskontrolle erheblich beeinträchtigen können und die eine parallele Verlaufsbeobachtung der Papillenexkavation ­differentialdiagnostisch hilfreich erscheinen lassen.

Vergleichsstudie: Kanaloplastik und in Kombination mit Katarakt-OP

Retrospektive Untersuchung zu operativem Vorgehen und Kathedersystem
Im Rahmen einer Studie am St.-Johannes-Hospital in Dortmund wurde die langfristige Effektivität der ­Kanaloplastik sowie der Kanaloplastik kombiniert mit einer Kataraktoperation mithilfe des iTrack 250A und des Glaucolight-Katheters retrospektiv untersucht. Als wichtigste Parameter wurden der intraokulare Druck, die Anzahl der ­Wirkstoffe der Antiglaukomatosa, die Sehkraft, die Komplikationen intraoperativ sowie postoperativ und die Notwendigkeit einer erneuten drucksenkenden Operation untersucht. Die Ergebnisse wurden bezüglich der Art der Operation (Kanaloplastik ohne oder mit Kataraktoperation) und des Kathetersystems miteinander verglichen. ­Kalliopi Kontopoulou, Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) erörtern die Zweijahresdaten.

Differentialdiagnostische Aspekte bei einer Papillenschwellung

Eine randunscharfe Papille stellt ein zwar selteneres, aber zwingend abklärungsbedürftiges klinisches Zeichen einer (möglichen) Erkrankung des Sehnervens oder des Zentralnervensystems dar. Sie kann zudem Ausdruck einer Systemerkrankung sein. Das Spektrum infrage kommender Ursachen reicht von einer harmlosen Pseudo-papillenschwellung bis zu einer beidseitigen Stauungspapille bei zum Beispiel tumorbedingter intrakranieller Drucksteigerung. In vielen Fällen kann anhand der klinischen Gesamtkonstellation wie des Fundusbefundes eine erste Abgrenzung zur Ätiologie getroffen werden. Die Verifizierung und Sicherung der Diagnose erfolgt häufig interdisziplinär unter Nutzung unserer modernen multimodalen Bildgebung. Dr. Dirk Sandner (Dresden) stellt die differentialdiagnostischen Aspekte dar.

Viskokanaloplastik ab interno mit dem Visco-360-System

Bei der minimalinvasiven Form der Viskokanaloplastik, der Viskokanaloplastik ab interno, wird, im Gegensatz zu einem Vorgehen ab externo, der Schlemmsche Kanal von der Vorderkammer aus eröffnet und sondiert. Für diese Operation steht seit 2016 das Visco-360-System (Handelsname: OMNI Surgical System, Sight Sciences, USA) zur Verfügung. Dieses Instrument ermöglicht es, die Eröffnung des Schlemmschen Kanales und dessen Sondierung und Aufdehnung ohne Instrumentenwechsel durchzuführen. Dr. Simon Ondrejka, FEBO, und Prof. Norbert Körber, FEBO, (Köln) berichten über ihre bis zu Zweijahresergebnisse.

Untersuchung der Nachtfahrtauglichkeit im Simulator

Das „Aalen Mobility Perception & Exploration Lab (AMPEL)”
Im „Aalen Mobility Perception & Exploration Lab (AMPEL)“, das zum Kompetenzzentrum „Vision Research“ an der Hochschule Aalen gehört, konnte eine virtuelle Untersuchungsumgebung geschaffen werden, die Nachtfahrexperimente unter hochstandardisierten Bedingungen erlaubt. Insbesondere ist die Möglichkeit der dynamischen, realitätsnahen Blendung der Versuchsteilnehmer unter gleichzeitiger zeitaufgelöster visueller Funktionsprüfung gegeben. Judith Ungewiß, M. Sc. Augenoptik und Psychophysik, Prof. Ulrich Schiefer und Dr.-Ing. Michael Wörner erläutern die technischen Möglichkeiten des Fahrsimulationslabors und geben einen Ausblick auf aktuelle und zukünftige Projekte.

Die Augenspülung

Serie zur Sammlung Roth (Folge 96)
Aufgrund seiner exponierten Lage ist das Auge von Mensch und Tier vor Verletzungen durch Fremdkörper nur wenig geschützt. Splitter bei der Bearbeitung von Stein, Staub von der Straße, auf dem Acker oder dem Schlachtfeld führten zu Augenentzündungen, die nur durch ein sorgfältiges Ausspülen und Reinigen der Bindehaut zu beherrschen waren. Dies war bis in die Zeit des Mittelalters jedoch nicht einfach. Zwar waren schon die Ophthiolen bekannt, sie kamen, als Lacrimes bezeichnet, schon um 1000 vor Christus in den Handel. Man sagt, sie sollen dem Krieger zur Aufbewahrung der Tränen seiner Geliebten gedient haben, eher aber waren sie für Augentonika gedacht, mit denen der Staub und kleine Fremdkörper aus dem Auge gewaschen werden konnten. Ihr Inhalt von weniger als zwei Millilitern reichte jedoch kaum für eine effektive Lokaltherapie.

DOC-Kongress tagt in Nürnberg

Vom 23. bis 25. Mai findet in Nürnberg der 32. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) statt, auf dem Innovationen und Weiterentwicklungen vorgestellt und die Goldstandards der Augenchirurgie diskutiert werden. Der praktischen Ophthalmochirurgie wird viel Zeit und Raum in Kursen und Wet-Labs eingeräumt, um eine umfassende praxisnahe Fort- und Weiterbildung zu gewährleisten, so DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer.

Intravitreale Therapie des Makulaödems bei Uveitis

Die Entstehung eines zystoiden Makulaödem (ZMÖ) im Rahmen einer Uveitis ist nicht abschließend geklärt und beruht im Prinzip auf einem Zusammenbruch der Blut-Retina-Schranke. Das uveitische ZMÖ kann bei akuten Entzündungen auftreten oder aber auch bei rezidivierenden Uveitiden persistieren. Eine spezielle und nur für das uveitische Makulaödem zugelassene Medikation besteht derzeit nicht und erfolgt bisher als Off-label-Use. Dr. Mete Gök, FEBO, (Essen) stellt die lokalen Behandlungsoptionen eines Makulaödems bei Uveitis unter besonderer Berücksichtigung von Kortikosteroiden und VEGF-Inhibitoren dar.

Stammzelltransplantat bei schweren Verätzungen

Erste klinische Erfahrungen mit dem Holoclar
Mit Holoclar steht die erste und einzige von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassene Stammzell­­therapie zur Behandlung der Limbusstammzellinsuffizienz aufgrund von Verbrennungen oder Verätzungen des Auges zur Verfügung. Um solche Transplantationen vorzunehmen, bedarf es einer Zulassung der entnehmenden Klinik im Rahmen des Herstellungsprozesses eines Arzneimittels. An der Augenklinik Köln-Merheim wurden von 2017 bis 2018 fünf Patienten rekrutiert, bei denen eine homologe Limbusstammzellexpansion und -transplantation große Aussicht auf Erfolg hatte. Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Schrage, Gabriele Edelmann, Dr. Vanessa Veyhe, Dr. Gregor Schaaf und Nicola Todorovic (Köln) erläutern das Verfahren und stellen erste klinische Erfahrungen mit dem Holoclar-Transplantat dar.