Autor: Katica Djakovic

Die konventionelle Kataraktchirurgie in der zivilrechtlichen Rechtsprechung

Angesichts der Häufigkeit der Kataraktchirurgie in konventioneller Ausführung verblüfft die geringe Zahl der hierzu ergangenen gerichtlichen Entscheidungen. Dies wird im Wesentlichen daran liegen, dass hier das chirurgische Prozedere seit vielen Jahren eingespielt und die Abrechnung des Arzthonorars längst gesichert und etabliert ist. Grundsätzliches ist hier von der Rechtsprechung aktuell nicht weiter zu erwarten. Ein Zustand der Rechtssicherheit, an den man sich gewöhnt hat und auf den man sich auf Dauer einrichten könnte. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert die konventionelle Kataraktchirurgie in der zivilrechtlichen Rechtsprechung.

Clear-Cornea-Femto-DALK

Neues Verfahren für die vordere lamelläre Keratoplastik
Derzeit wird die tiefe, vordere, lamelläre Keratoplastik (Deep Anterior Lamellar Keratoplasty, DALK) meist mittels Big-Bubble-Technik und dem Einsatz eines mechanischen Trepans durchgeführt. Die manuelle Freilegung der Deszemetmembran ist mit der Gefahr der Perforation oder remanenten Stromaschichten verbunden, die das Ergebnis stark beeinträchtigen können. An der Kölner Augenklinik am Neumarkt wurde eine neue DALK-Technik entwickelt, bei der das Stroma durch die Deszemetseparation weitgehend unbeeinflusst bleibt und die stromale Trepanation mit einem OCT-gesteuerten Femtosekundenlaser durchgeführt werden kann. Dr. Georg Gerten, Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Uwe Oberheide, Dipl.-Ing. Philipp Thiée und Dr. Alice Klein stellen das Verfahren und erste klinische Ergebnisse vor.

AmnioClip-plus: Amnionmembrantransplantation ohne chirurgisches Trauma

Die therapeutische Behandlung von Oberflächendefekten über die Amnionmembrantransplantation ist im klinischen Alltag fest etabliert. Insbesondere die Naht jedoch bedeutet ein zusätzliches Trauma beim Patienten, da die Augenoberfläche bereits durch die zugrunde liegende Erkrankung gestört ist. Auch das Einnähen direkt in die Hornhaut kann bei schweren Pathologien ungünstig sein. Zur Vermeidung dieses zusätzlichen chirurgischen Traumas wurde durch ein interdisziplinäres Team ein Ringsystem, der so genannte AmnioClip entwickelt, in den die Amnionmembran eingespannt wird, um sie ohne Nahttechnik auf die Augenoberfläche aufzubringen. Dr. rer. nat. Nicola Hofmann, Kristin Becke, Ilka Wittmershaus, Martin Börgel, K. Hofmann, Dr. Nancy Diedenhofen und Prof. Katrin Engelmann stellen das Verfahren vor.

Künstliche Intelligenz in der Hornhautdiagnostik

Die Hornhautdicke beträgt zentral etwa einen halben Zentimeter oder 500 Mikron. Die drei Hauptteile der Hornhaut sind das Epithel mit etwa 50 Mikron, das Stroma mit 445 und das Endothel mit 5 Mikron. Es sind nur minimale Einstellbewegungen des Spaltlampenhandgriffes durchzuführen, um direkt und indirekt diese drei Gewebsabschnitte exakt beurteilen zu können. Prof. Walter Lisch (Mainz) regt ein in der Spaltlampe integriertes Modul mit Künstlicher Intelligenz an, das automatisch bei jedem Patienten die verschiedenen Einstellungen der Hornhaut exakt zur Darstellung bringen könnte.

Screening auf Diabetische Retinopathie mittels Künstlicher Intelligenz

Die Künstliche Intelligenz, auch artifizielle Intelligenz (AI), nimmt zunehmend Einzug in alle Gebiete der Medizin, so auch in die Augenheilkunde. Sie wird in der Diagnostik und Therapieplanung eingesetzt und soll an den meisten Stellen ärztliches Handeln unterstützen, an den wenigsten Stellen tatsächlich ersetzen. An mancher Stelle ist die AI in der Lage, Analysen durchzuführen, die die derzeitigen Fähigkeiten von Menschen übertreffen. 
Hier ist sie ein großer Zugewinn und eine Ergänzung zu den heutigen Möglichkeiten. Priv.-Doz. Dr. Bianca S. Gerendas (Wien) erläutert das Screening auf Diabetische Retinopathie mittels artifizieller Intelligenz.

Fluoreszenz-Lebzeitenmessung (FLIO) in Netzhautdystrophien

Die Fluorescence lifetime imaging ophthalmoscopy (FLIO) eröffnet eine neue Dimension der Fundusautofluoreszenz-Messung, indem zusätzlich zur Intensität der retinalen Fluorophore deren Zerfallszeit erfasst wird. Mittels FLIO als nicht-invasives bildgebendes Verfahren konnten bereits in verschiedenen retinalen Pathologien zusätzliche Informationen gewonnen werden. Damit besteht ein gutes Potenzial zum Einsatz der FLIO-Messungen zur Früherkennung von Netzhautveränderungen und zur Verlaufskontrolle von subtilen Veränderungen. Dr. Chantal Dysli, Dr. Muriel Dysli, Prof. Sebastian Wolf und Prof. Martin S. Zinkernagel (Universitätsklinik für Augenheilkunde, Inselspital Bern, Schweiz) stellen die Erkenntnisse und möglichen Anwendungsbereiche bei Netzhautdystrophien zusammen.

Die Augenverletzung

Serie zur Sammlung Roth (Folge 98)
Seit es den Menschen gibt, gibt es auch Verletzungen. Seit Urgedenken bemüht man sich, dabei die Wundheilung zu fördern und den Folgeschaden niedrig zu halten. Genauso wichtig war es aber auch, den Verletzungen vorzubeugen. Dies galt besonders in den kriegerischen Auseinanderersetzungen, wo es darum ging, den Kämpfer vor einer Verwundung zu schützen. Das wichtigste Sinnesorgan, nämlich das Auge, bedurfte dabei besonderer Maßnahmen. Schon in den frühen Armeen diente hierzu der Helm aus Bronze oder Eisen, besonders aber das Visier, das eine direkte Verletzung des Auges durch Pfeile oder Steine aus der Schleuder verhindern sollte. Dabei gab es ein grundlegendes Problem: Je besser das Auge geschützt werden sollte, desto mehr musste das Gesichtsfeld begrenzt und damit die Sehfunktion beschränkt werden. Ein Kompromiss war da vor allem auf dem Schlachtfeld schwierig.

AMD-Netz: Neues Makula-Expertenportal online

Ergänzend zur bisherigen Patientenseite stellt das AMD-Netz e.V. ab sofort auch ein Onlineportal zur AMD bereit. Dort werden Informationen und Tools, die für die Versorgung von AMD-Patienten und sehbehinderten Menschen im Arbeitsalltag relevant sind, präsentiert. Das MakX-Portal richtet sich an Augenärzte, Augenoptiker, Orthoptisten und viele weitere Fachleute, die AMD-Patienten oder sehbehinderte Menschen behandeln, beraten und begleiten.

BVA empfiehlt Einsatz der OCT zur Verlaufskontrolle bei bestehendem Glaukom

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) sieht in der jüngsten Bewertung durch den IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen vor allem Stimmungsmache gegen Augenärzte. Anstatt die Optischen Kohärenztomographie (OCT) für die Indikation zu bewerten, bei der sie sich bewährt hat – zur Verlaufskontrolle des Glaukoms – wurde eine Indikation gewählt, die in der Praxis keine Rolle spielt: die Früherkennung.

Fallbericht: Kanaloplastik mit suprachoroidalem Drainageimplantat und Amniontransplantation

Im Februar 2018 stellte sich eine 59-jährige Patientin notfallmäßig in der Ambulanz zur Beratung bei dekom-pensiertem Glaukom am linken Auge mit Tensiolage bis 50 mmHg vor. 2008 war mittels Biopsie ein Bindehaut-melanom am selben Auge temporal festgestellt und behandelt worden. Kalliopi Kontopoulou, Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) zeigen anhand des Falles eine kombinierte Operation auf, in der eine Kanaloplastik mit suprachoroidalem Drainageimplantat bei Sekundärglaukom sowie Amniontransplantation bei Zustand nach multiplen Exzisionen und Bestrahlungen bei konjunktivalem Melanom durchgeführt wurden.