Autor: Katica Djakovic

Einfluss von Trägermaterialien und ­Beschichtungen auf die Kultur des ­retinalen Pigmentepithels

In Anbetracht der enormen Bedeutung der Zellkultur des retinalen Pigmentepithels (RPE) wäre ein Modell der Umgebungsbedingungen im hinteren Netzhautabschnitt, das sich auf die Zellkultur übertragen lässt, ein enormer Fortschritt. Zur Erreichung dieses Ziels könnten „lebensnahe“ elastischere Trägermaterialien für die Zellkultur von Interesse sein. Im Rahmen eines Projektes unter der Leitung von Prof. Alexa Klettner, Klinik für Ophthalmologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel, wurde eine erste Grundlage für die Entwicklung eines 3D-Zellkulturmodells für das primäre porcine retinale Pigmentepithel dargestellt, indem Hydrogele und Proteinbeschichtungen auf ihre Tauglichkeit zur RPE-Kultivierung überprüft wurden. Unterstützt wurde das Projekt von einem Team der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sebastian Böser (Kiel) erläutert den Projektansatz und die Ergebnisse der Versuchsreihen.

Haartransplantation zur Rekonstruktion der Orbital Unit

Augenbrauen und Wimpern können dank mikrochirurgischer Techniken ästhetisch anspruchsvoll transplantiert werden. Das ist ein großer Fortschritt bei der Rekonstruktion des Haarverlustes im Augenbereich zur Rehabilitation von Patienten. Der Operateur muss auf Haartransplantation spezialisiert sein und entnimmt mit der FUE-Technik (Follikular Unit Extraction) vorwiegend so genannte Follikular Units mit ein oder zwei Haarwurzeln einzeln aus dem Haarkranz, die dann im 1:1-Verfahren in die betroffenen Regionen transplantiert werden. Dr. Frank G. Neidel (Düsseldorf) stellt Entnahmetechniken sowie Resultate der Methode zur Rekonstruktion der Orbital Unit dar.

Zum Gebrauch der Gel-Kontaktlinse

Serie zur Sammlung Roth (Folge 121)
Die Geschichte der weichen Kontaktlinse reicht gerade einmal über ein halbes Jahrhundert. So erschien die erste Publikation über Erfahrungen mit dem weichen Kunststoff von den Prager Forschern Wichterle und Lim im Jahr 1964. Nahezu abenteuerlich gestalteten sich ihre Experimente mit HEMA, um im Schleuderverfahren Kontaktlinsen zu produzieren. Aufgrund der unruhigen politischen Lage in ihrem Land konnte die Entwicklung von ihnen nicht zu Ende geführt werden. Dies übernahmen andere, dennoch ist es ihr Verdienst, dass heute die weiche Kontaktlinse sowohl als Refraktionshilfe wie auch als Therapeutikum weltweit im Einsatz ist.

Pro Retina startet Aktionswoche für LHON-Erkrankung

LHON ist eine seltene erblich bedingte Augenerkrankung, die oft ohne deutliche Alarmsignale plötzlich und schmerzlos zu erheblichen Sehbehinderungen führt. Sie betrifft vor allem junge Männer und kann in kurzer Zeit zur Erblindung führen. Oftmals dauert es lange, bis die Betroffenen die Diagnose erhalten. Mit der LHON-Aktionswoche vom 19. bis zum 25. September 2021 will Pro Retina Deutschland e. V. über diese seltene genetische Augenkrankheit informieren, für Symptome sensibilisieren und Betroffenen Mut machen.

Experten geben Entwarnung: LED-Displays sind keine Gefahr für Augen oder Schlaf

Filter für Smartphones, Computerbrillen für Kinder, Kontaktlinsen für PC-Arbeit: Viele Produkte werben mit dem Schutz vor Blaulicht, das von Bildschirmen und Handydisplays ausgeht. Doch ist blaues Licht wirklich schädlich für unsere Augen, beeinträchtigt es den Schlaf? Nein, sagen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Warum wir vor dem Einschlafen die Helligkeit elektronischer Geräte dennoch reduzieren sollten und welches Licht tatsächlich Netzhautschäden verursachen kann, erläutern Ophthalmologen auf der Vorab-Pressekonferenz zur DOG 2021 online. Der Kongress findet vom 30. September bis 3. Oktober 2021 virtuell statt.

Berliner Immunologie-Seminar tagte als Hybrid-Veranstaltung

„Virale Erkrankungen des Auges“
Das diesjährige Berliner Immunologie-Seminar fand aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 am 12. Juni als Hybridveranstaltung, einer Kombination aus Präsenz- (traditionell im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin) und Onlineveranstaltung, unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, statt und wurde als Livestream übertragen, sodass die zuvor angemeldeten Teilnehmer online an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Im Zentrum des Berliner Immunologie-Seminars standen „Virale Erkrankungen des Auges – Eine interdisziplinäre Herausforderung in Pandemiezeiten“. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).

Korneale OCT zur Verlaufsbeurteilung nach tektonischer anteriorer lamellierender Keratoplastik

Eine drohende Perforation der Hornhaut stellt einen ophthalmologischen Notfall dar. Zur Versorgung steht unter ­anderem die tektonische anteriore lamelläre Keratoplastik (ALK) zur Verfügung. Zur prä- und postoperativen Beurteilung eignet sich die korneale OCT als hochauflösendes und kontaktfreies Diagnostikverfahren. In einer retrospektiven klinischen Untersuchung an der Augenklinik Berlin-Marzahn wurden 31 Patienten untersucht, die eine tektonische ALK von 2 bis 8 mm in Tropfanästhesie und anschließender therapeutische Kontaktlinsenanpassung erhielten. Zu den erhobenen Parametern gehörten der mittlere postoperative Visus, die Anzahl und Art der Re-Operationen, die Indi­­ka­­tio­­nen, die prä- und postoperative Pachymetrie sowie morphologische Veränderungen, die anhand der kornealen OCT evaluiert wurden. Dr. Valentin Hooijer und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Intrakorneale Ringsegmente (ICRS) zum Management von Keratektasien

Die Implantation von Intrakornealen Ringsegmenten (ICRS) stellt eine der therapeutischen Modalitäten bei ­Keratektasie dar und gehört zur refraktiven Behandlung des Keratokonus. Es handelt sich nicht um eine konven­tionelle „refraktive Chirurgie“, Kontraindikationen und die mit dem Keratokonus verbundenen Besonderheiten sind zu berücksichtigen. An der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) wird die Indikation grundsätzlich vom korneorefraktiven Chirurgen selbst in der Sprechstunde für Refraktive Chirurgie gestellt.  Loïc Hamon, Prof. Dr. Berthold Seitz und Dr. Loay Daas (Homburg/Saar) berichten über die Homburger ­Erfahrungen mit ICRS zum Management von Keratektasien.

Die Bedeutung des Kälterezeptors TRPA1 für die korneale Wundheilung

In einem experimentellen Ansatz zur Charakterisierung der Erneuerungsprozesse bei kornealer Wundheilung untersuchte eine Studie der AG Mergler, in vitro Elektrophysiologie/Ionenkanalforschung, Abt. Experimentelle Ophthalmologie an der Charité ­Berlin, Kinetik und Zellmigration in einem Wundheilungszellmodell (HCK) und konnte erstmals nicht nur eine funktionelle Ex­pression des TRPA1-Kanals, sondern auch dessen funktionelle Relevanz in HCK nachweisen. Somit können Wundheilungsprozesse durch die Aktivierung des TRPA1-Kanals positiv beeinflusst werden. Julia Maria Pulst ­Caliman, Prof. Uwe Pleyer und Priv.-Doz. Dr. Stefan Mergler (Berlin) stellen die Ergebnisse ihrer Studie dar.