Autor: Katica Djakovic

Dr. Clara Knieper: Erstes weibliches Mitglied der DOG

Zur Geschichte von Clara Knieper (1881-1914), Augenärztin in Mittweida/Sachsen
In einer Darstellung der Geschichte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) schreibt der Autor ​(Rohrbach 2017) zum Jahr 1911 der damals noch als „Heidelberger Ophthalmologische Gesellschaft“ tagenden medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Augenheilkunde knapp: „Die DOG nimmt mit Dr. Clara Knieper aus Mittweida/Sachsen erstmals eine Frau als Mitglied auf“. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Schneeberg/Sachsen) ist den offenen biografischen Fragestellungen gefolgt und beschreibt die Ergebnisse seiner Recherche zu Herkunft und Werdegang von Clara Knieper, die vor 110 Jahren als erstes weibliches Mitglied der Fachgesellschaft beitrat.

Das Auge der Tyche

Serie zur Sammlung Roth (Folge 120)
Das Auge ist nicht nur ein unersetzbares Sinnesorgan, sondern gilt auch seit der Antike als Sitz der Psyche. So sahen die Philosophen Griechenlands die menschliche Seele hinter der schwarzen Pupille im Augeninneren versteckt. Sympathie und Wohlwollen, aber auch Angst und Schreck zeigen sich im Pupillenspiel. Form, Stellung und Bewegungsablauf der Augenlider hingegen gehören zu den Grundlagen der Mimik von Mensch und Tier. Sie signalisieren Stimmung und Gemüt. Dies haben bereits in der Antike die Bildhauer in ihren Werken gezeigt. In besonderem Maße gilt das für Darstellung der Götter.

Kongress DOG 2021 online

Interview mit DOG-Präsident Prof. Hagen Thieme
Zum zweiten Mal in der Geschichte der Fachgesellschaft findet der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) nicht als Präsenzveranstaltung statt, sondern wird als virtueller Kongress ausgetragen. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Hagen Thieme (Magdeburg), Direktor der Universitäts-Augenklinik Magdeburg und diesjähriger DOG-­Präsident, über die Jahrestagung, die vom 30. September bis 3. Oktober online ausgerichtet wird.

Heilversuch bei Glaukom­patienten mit Long-COVID-Syndrom

Mittels eines ursprünglich gegen Herzkrankheiten entwickelten Medikaments gelang es einem interdisziplinären Ärzteteam der Universitäts-Augenklinik Erlangen, einen Glaukompatienten mit Long-COVID-Syndrom erfolgreich zu therapieren. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen sowie einem Team um den Berliner Molekularmediziner Dr. Gerd Wallukat sollen nun die genauen Mechanismen untersucht werden, die die Wirksamkeit des erfolgreichen Heilungsversuchs erklären könnten. Eine klinische Studie mit Patienten nach einer COVID-19-Infektion ist im Aufbau und wird untersuchen, ob der eingesetzte Wirkstoff „BC 007“ auch bei anderen Patienten eingesetzt werden kann. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über den weltweit ersten, erfolgreichen Heilversuch in Erlangen.

Marketing im Gesundheitswesen

Ökonomie versus Medizin oder produktives Co-Working?
Ist eine Marketingstrategie bei einer Praxisgründung oder -übernahme obligat oder ein zu vernachlässigender Posten? Welche Maßnahmen umfasst der Begriff Marketing und welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Marketingaktivitäten? Tobias Kesting (Köln) erläutert in einem Überblick das weite Feld des Marketings im Gesundheitswesen und zeigt auf, wie der Aufbau einer guten strategischen Ausrichtung gestaltet werden sollte, um einen langfristigen Praxiserfolg zu realisieren.

BGH bestätigt IGeL zur Glaukomfrüherkennung: Untersuchung „augenärztlich geboten“

Augenärzte empfehlen allen Personen ab dem Alter von 40 Jahren regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen zum Ausschluss einer Glaukomerkrankung. Eine Patienteninformation des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beanstandet – zu Unrecht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) nun entschieden hat. Der erste BVA-Vorsitzende Dr. Peter Heinz sagt dazu: „Es ist wirklich erfreulich, dass der BGH unsere ärztliche Empfehlung und die bisherige Rechtsauffassung mit dem Urteil eindeutig bestätigt. Dies wird uns helfen, Verunsicherung bei Patienten gegenüber der Vorsorgeuntersuchung abzubauen und stärkt unseren Kampf gegen die tückische Glaukomerkrankung.“

Das Ophthalmometer

Serie zur Sammlung Roth (Folge 119)
Mit der Entdeckung der lichtbrechenden Phänomene einer Glaskugel rätselte die mittel alterliche Physik und Anatomie, wie es zur Bildentstehung im kugelförmig aufgebau ten menschlichen Auge komme. Als später dann die Brechungsgesetze, insbesondere aber die vergrößernden Eigenschaften einer Konvexlinse bekannt wurden, ging man davon aus, dass die sphärisch gekrümmte Hornhaut und Augenlinse für die Entstehung der Netzhautbilder verantwortlich sind. Doch erst nach Erfindung der Kamera obscura beziehungsweise der mit einer Vergrößerungslinse ausgestatteten fotografischen Kamera, konnte die Bildentstehung im Auge endgültig erklärt werden.

Zum 33. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

„Ein Forum für Goldstandards“
Vom 17. bis 19. Juni tagte erstmals im digitalen Format der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), in dessen Rahmen auch das jährliche Joint Meeting mit der ISRS/AAO stattfand. Neben aktuellen Kontroversen und Diskussionen ist die Würdigung von Kollegen und Leistungen in Form von Auszeichnungen, Lectures und der Aufnahme in die Hall of Fame ein traditioneller Höhepunkt des DOC-Kongresses. Im Symposium „Covid-19 und Auge“ wurden die Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag von Augenärzten und Augenkliniken dargestellt. Von Katica Djaković.

IOL-Optionen bei irregulärer Hornhaut

Die irreguläre Hornhaut stellt häufig eine refraktive und chirurgische Herausforderung dar. Dies insbesondere dann, wenn zusätzlich eine Linsentrübung vorliegt und die Linse operiert werden muss (Hardten und Hardten 2021). Die Irregularität der Hornhaut kann viele Ursachen haben. Neben degenerativen Veränderungen wie Keratokonus spielen oft Traumata oder vorangegangene korneale Eingriffe wie refraktive Laserbehandlungen oder die Keratoplastik eine Rolle. Von Prof. Wolfgang J. Mayer (München).

Additive Hinterkammerlinsen – auch zur Presbyopieversorgung

Retrospektiver Vergleich der Implantationsergebnisse zweier phaker Intraokularlinsen
Die refraktive Versorgung von Patienten mit hohen Fehlsichtigkeiten oder mit Hornhäuten, die aus medizinischer Sicht ungeeignet zur Anwendung refraktiver Laserchirurgie sind, kann mit modernen additiven Hinterkammerlin sen durchgeführt werden. Im Gegensatz zum refraktiven Linsenaustausch bleibt hier die eigene Akkommodations fähigkeit des Patienten erhalten. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) stellt eigene klinische Ergebnisse nach Implantation additiver Hinterkammerlinsen zwischen 2011 und 2020 dar.