Autor: Katica Djakovic

Modellsystem zur Simulation der IOL-Abbildungseigenschaften

Individuelle Bewertung von Intraokularlinsen zur patientenspezifischen Auswahl
Die gesamte Anatomie des abbildenden optischen Systems ist mittlerweile standardmäßig erfassbar. Die mit den verschiedenen Verfahren gewonnenen und zusammengestellten Daten können in patientenspezifische dreidimensionale Computermodelle überführt werden und zur Analyse der Abbildungsqualität einer Intraoku larlinse bei phaken, aphaken und pseudophaken Augen genutzt werden. Auch bei kornealen Eingriffen ist der Einsatz solcher patientenspezifischen Modellsysteme angedacht. Prof. Uwe Oberheide (Köln) beschreibt die Optionen bei der patientenindividuellen Modellierung.

IOL-Konzepte im Vergleich

Praxis-Kooperationsprojekt: In-Vitro-Studien auf der optischen Bank
Ein Kooperationsprojekt zweier Praxen zielt darauf ab, innovative Linsenkonzepte objektiv und fokussiert auf praxisnahe Fragestellungen zu analysieren. Hierzu wurden In-vitro-Studien auf der optischen Bank durchgeführt, um die optischen Eigenschaften des Linsendesigns herauszuarbeiten und objektiv vergleichbar zu machen. Die Ergebnisse der experimen tellen Versuchsanordnungen sollen dem niedergelassenen Kataraktchirurgen einen besseren Überblick über neuartige IOL-Generationen liefern und das praxiseigene Linsenportfolio für unterschiedliche Anwendungsgebiete und Patienten erweitern und spezifizieren. Dr. Rüdiger Schmid FEBO (Ulm) und Dr. Andreas F. Borkenstein (Graz) stellen ihr Projekt vor.

Deutsches Pilotprojekt des weltweiten „Sight for Kids“-Programms

Sight for Kids – so lautete das Motto eines Augengesundheits- und Sehtest-Programms für Kinder, das 2002 in Partnerschaft zwischen der Lions Clubs International Foundation (LCIF) und dem Unternehmen Johnson & Johnson Vision ins Leben gerufen wurde. Das Programm mobilisiert Augenärzte und augenoptische Fachkräfte zur Bereit stellung umfassender Augenbehandlungsdienste in einkommensschwachen Schulen in Asien, Afrika und auch Europa. Damit sollen Sehstörungen, Fehlentwicklungen und Sehfehler bei Schulkindern möglichst frühzeitig erkannt und einer Versorgung zugeführt werden. Die weltweit tätige Initiative wurde nun auch in einem Pilotpro jekt an einer baden-württembergischen Grundschule umgesetzt. Werner Schwenk, Thomas Weber und Kai Mothes berichten über das Projekt, das unter ihrer Beteiligung durchgeführt wurde.

Fallbericht: Morbus Wilson beim Kontaktlinsenträger

Morbus Wilson ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, die durch eine gestörte Kupferaus scheidung im Körper gekennzeichnet ist. Dr. Anja Birzer und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) berichten über eine 68-jährige Patientin, die zur Untersuchung in der Augenambulanz vorstellig wurde. Sie trägt seit etwa 40 Jahren weiche hydrophile Linsen zum Ausgleich einer Myopie. Ihrem Anpasser fällt bei der Kontrolle ein breiter grüner Ring auf der Hornhaut beider Augen auf. Anamnestisch war der Ring der Patientin zwar bekannt, hatte aber für sie und ihren Hausarzt keine weiteren Konsequenzen.

Das Ophthalmometer

Serie zur Sammlung Roth (Folge 119)
Mit der Entdeckung der lichtbrechenden Phänomene einer Glaskugel rätselte die mittel alterliche Physik und Anatomie, wie es zur Bildentstehung im kugelförmig aufgebau ten menschlichen Auge komme. Als später dann die Brechungsgesetze, insbesondere aber die vergrößernden Eigenschaften einer Konvexlinse bekannt wurden, ging man davon aus, dass die sphärisch gekrümmte Hornhaut und Augenlinse für die Entstehung der Netzhautbilder verantwortlich sind. Doch erst nach Erfindung der Kamera obscura beziehungsweise der mit einer Vergrößerungslinse ausgestatteten fotografischen Kamera, konnte die Bildentstehung im Auge endgültig erklärt werden.

Hilfsmittel bei Sehverlust im Alter: Auf den richtigen Mix kommt es an

Augenerkrankungen können das Sehvermögen auf vielfältige Weise einschränken, beispielsweise durch Ausfälle im zentralen Gesichtsfeld, einen „Tunnelblick“ oder ein vermindertes Kontrastsehen. Eine breite Palette von Hilfsmitteln kann Menschen mit Sehbeeinträchtigungen helfen, das Leben und den Alltag weiterhin so selbstständig wie möglich zu gestalten. So können Kantenfilter-Brillen das Kontrastsehen verbessern, Bildschirmlesegeräte das Lesen erleichtern und Geräte mit Tonausgabe oder eine optimierte Beleuchtung im Haushalt unterstützen. Doch nicht jedes Hilfsmittel ist für jeden Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung gleichermaßen geeignet. Was bei der Hilfsmittelauswahl zu beachten ist und welche weiteren Faktoren neben der Sehbeeinträchtigung eine Rolle spielen, diskutieren Expertinnen und Experten auf einer Online-Pressekonferenz im Vorfeld der 3. Fachtagung „Sehen im Alter“ am 24. Juni 2021 um 11 Uhr.

DOC 2021 digital: 17.-19. Juni

Heute beginnt der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) und wird erstmals online ausgerichtet. Updates und Wissen sowie neue Entwicklungen in vielen Bereichen der Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie zählen zu den Schwerpunktthemen. Zielvorgabe sei es nach Angaben der Ausrichter gewesen, den Charakter des DOC zu erhalten, die ophthalmochirurgische Community mit Wissen auf höchstem Niveau zu versorgen, aber auch der Industrie eine Umgebung mit optimaler Sichtbarkeit zu bieten.

Hydrogelbasierter Glaskörperersatz

In den letzten Jahren fand angesichts der bestehenden Limitierungen klinisch eingesetzter Tamponaden ein Paradigmenwechsel statt. Es wurden Glaskörperersatzstoffe auf Hydrogelbasis entwickelt, die die natürlichen Eigenschaften eines gesunden, menschlichen Glaskörpers nachahmen. Eine Vielzahl hydrogelbasierter Glaskörperersatzstoffe wurde bereits in präklinischen Tests positiv bewertet und besitzt das Potential, in naher Zukunft in die klinische Phase einzutreten und dort die Ablatiochirurgie grundlegend zu revolutionieren. Dr. André Schulz und Prof. Peter Szurman (Sulzbach) fassen den Forschungsstand zusammen und berichten über einen individuellen Heilversuch bei Patienten mit fortgeschrittener Phthisis bulbi an der Augenklinik Sulzbach mit einem verträglichen Hydrogel-Glaskörperersatz, für den eine Multizenterstudie geplant ist.

Neue Leitlinie zu Patienten mit Demenz in der Praxis

Ein praxisorientierter Handlungspfad
In der Praxis sind Menschen mit Demenz häufig auf medizinische Maßnahmen angewiesen. Jedoch besteht oftmals große Unsicherheit darüber, ob der Betroffene einwilligungsfähig ist, in welcher Form eine informierte Einwilligung einzuholen ist und wie anderenfalls im Sinne des Patienten Entscheidungen getroffen werden können. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die strukturierten Handlungsempfehlungen zusammen, die in einer aktuellen Leitlinie hinsichtlich der relevanten medizinischen, rechtlichen, ethischen und psychologischen Anforderungen gegeben werden.

Die Augenmedikation des Mittelalters

Teil 2: Augensalben, Pulver, Pillen
Ausgehend von Hildegard von Bingen und der Überlieferung zahlloser ihrer Rezepturen zeigte es sich, dass die von ihr und anderen Heilkundigen ihrer Zeit beschriebenen Pflanzen beziehungsweise ihre Inhaltsstoffe selbst heute nach 900 Jahren noch immer die Grundlage einer Therapie mit Augentropfen sind. Lediglich die damalige Methode der Herstellung ist heute in den meisten Fällen als obsolet anzusehen. Die Behandlung des kranken Auges im Mittelalter mit Tropfen wurde im ersten Teil dargestellt. Der Augenarzt Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) und die Journalistin Gabriele Goettle (Berlin) beschreiben im ­zweiten Teil des medizingeschichtlichen Beitrages Augensalben, Pulver und Pillen, die in der Medikation des Mittelalters bei erkrankten Augen zum Einsatz kamen.