Autor: Katica Djakovic

Vor- und Nachteile der 23- und 25-Gauge-Vitrektomie

Die moderne Mikroinzisionschirurgie mit nahtfreien 23- und 25-Gauge-Instrumenten hat sich nach kontinuierlichen Weiterentwicklungen in den letzten Jahren mittlerweile für einen breiten Anwendungsbereich etabliert. Dennoch zeigen beide Vitrektomietechniken Vor- und Nachteile, so dass die Wahl des entsprechenden Systems von der jeweiligen Anwendung abhängt. Dr. Ullrich Weissmantel (Fürth) diskutiert die Unterschiede der beiden Systeme.

Contusio bulbi infolge explosions-bedingter Schädel-Hirn-Traumata

Prospektive Studie zu Augenverletzungen von Soldaten
Soldaten mit explosionsbedingten Schädel-Hirn-Traumata erleiden zunehmend stumpfe, nichtperforierende Augen-verletzungen, die häufig im Kontext von anderen Kriegsverletzungen und dem posttraumatischen Stresssyndrom in der Erstversorgung unbemerkt und damit unterdiagnostiziert bleiben. Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden Soldaten mit Schädel-Hirn-Traumata in einem Polytraumazentrum in Kalifornien umfangreich ophthalmologisch untersucht und hinsichtlich ihrer sehbedingten Lebensqualität befragt. Dr. Lars Zumhagen (Münster) stellt die Ergebnisse im Folgenden vor.

Serie Auge und Sehen: Das Auge der Faustina

Serie zur Sammlung Roth
Betrachtet man die Darstellungen des menschlichen Körpers in Bild und Plastik zur Zeit des alten Roms, so wird dieser meist als ein Schönheitsideal dargestellt. So wie in heutiger Zeit hatte man auch damals schon eine zeitgenössische Mode und entsprechende Models. Geschmack und Stil passten sich jeweils der Epoche an, schöne Körper waren gefragt. Abbildungen von Erkrankten oder ihren Krankheiten finden sich auch in der Antike nur äußerst selten.

LCA5: Störung des Proteintransports in Sehzelle Auslöser für Netzhauterkrankung

Mutationen in Genen, deren Funktion für das Sehen notwendig ist, sind die Ursache für die erbliche Netzhauterkrankung Lebersche Kongenitale Amaurose (LCA5). Die davon betroffenen Kinder erblinden oft schon während des ersten Lebensjahrs, da ihre Fotorezeptorzellen aufgrund des Gendefekts bereits kurze Zeit nach der Geburt funktionsunfähig werden. Die Erforschung der durch Mutationen verursachten zellulären Defekte ist eine Voraussetzung dafür, rationale Therapieansätze für diese unheilbaren Netzhauterkrankungen zu entwickeln, beispielsweise mittels Gentherapie. Jetzt ist es einem internationalen Forscherteam unter Federführung von Prof. Marius Ueffing und Dr. Karsten Boldt vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen gelungen, den Erkrankungsmechanismus von LCA5 in molekularen und zellphysiologischen Prozessen im Auge zu entschlüsseln und in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“ zu veröffentlichen.

Bundesweiter Sehbehindertentag

Am heutigen Sehbehindertentag werden im gesamten Bundesgebiet Selbsthilfevertreter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und spezialisierte Augenoptiker gemeinsam über optische Hilfsmittel informieren. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mehr als eine Million sehbehinderte Menschen in Deutschland. Um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen, hat der DBSV im Jahr 1998 einen eigenen Gedenktag eingeführt: den Sehbehindertentag. Er findet jährlich am 6. Juni statt.

7. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Netzhautdegeneration – ein interdisziplinärer Austausch
Zum siebten Mal in Folge kamen in Potsdam am 8. und 9. April rund 140 Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa, den USA und Kanada im Rahmen des Pro Retina-Forschungskolloquiums zusammen. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Templiner Sees – ehemals beliebte Jagdstätte des „Alten Fritz“ – stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen jungen Wissenschaftlern und erfahrenen Professoren .Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Dr. Alexander Cunea, Dr. Arno Göbel, Dipl.-Biol. Carolina Brandstetter, Priv.-Doz. Dr. Peter Charbel Issa und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Makula-Update 2011

Verleihung der Junius-Kuhnt-Medaille an Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber
Rund 650 Retinologen nahmen an dem diesjährigen Makula-Update der Novartis Pharma teil, das unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Antonia M. Joussen (Berlin) und Prof. Dr. Gabriele E. Lang (Ulm) am 15. und 16. April in Berlin stattfand. Für seine Verdienste um die Erforschung der genetischen und molekularen Ursachen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) wurde der Humangenetiker Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber (Regensburg) mit der fünften Junius-Kuhnt-Medaille ausgezeichnet. Von Katica Djakovic.

Triggerfish – eine neue Methode der kontinuierlichen IOD-Aufzeichnung

Ein erhöhter Augeninnendruck (IOD) gilt als ein wichtiger Risikofaktor beim Glaukom. Aufgrund von tageszeitlichen Schwankungen und dem Wissen, dass bei Glaukompatienten die normale zirkadiane Rhythmik aufgehoben sein kann, besteht der Wunsch nach einer kontinuierlichen IOD-Messung, die weitestgehend untersucherunabhängig erfolgen kann.Katja Göbel, Tina Klose und Prof. Dr. Carl Erb (Berlin) stellen mit dem Triggerfish genannten System eine neue Methode der kontinuierlichen Augeninnendruckmessung vor. Hierbei handelt es sich um eine weiche Kontaktlinse, in die ein Telemetriechip, eine Mikroantenne sowie ein Sensor eingebaut sind.

Antikörperinduzierter Untergang retinaler Ganglienzellen beim Glaukom

Entwicklung eines experimentellen autoimmunen Tiermodells
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Hinweise auf die Beteiligung von immunologischen Mechanismen an der Glaukomerkrankung gefunden. Um den möglichen Einfluss von Antikörpern auf das Absterben retinaler Ganglienzellen beim Glaukom zu erforschen, hat die Arbeitsgruppe um Dr. Stephanie Joachim (Bochum) ein experimentelles autoimmunes Tiermodell entwickelt. In diesem Modell werden Versuchstiere mit einem okulären Antigen immunisiert (RGA) und der mögliche Untergang retinaler Ganglienzellen im Anschluss mittels retinaler Flatmounts analysiert.