Kurznachrichten

Diabetes-Folgekrankheiten am Auge gut behandelbar

Einmal im Jahr zum Augenarzt – für Diabetiker ist das eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um ihre Sehschärfe zu erhalten. Denn die diabetische Netzhauterkrankung und Katarakt zählen zu den schwerwiegenden Folgekrankheiten des Diabetes mellitus. Die Entstehung verläuft dabei oft schleichend als zunächst für den Patienten unbemerkter Vorgang. Hier haben es die Patienten selbst in der Hand: Mit regelmäßigen Augen-Kontrolluntersuchungen und einer konsequenten Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck lassen sich Schäden oft vermeiden oder in Frühstadien besser behandeln und somit eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung verhindern. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) hin.

KBV: Förderung der konservativ tätigen Augenärzte ist erfolgreich

Nach Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen KBV zeigt die Einführung der augenärztlichen Strukturpauschale vor drei Jahren Wirkung: Die Anzahl der konservativ tätigen Augenärzte ist gestiegen. Zudem hat sich deren Vergütungssituation verbessert. Zu diesem Schluss komme der Evaluationsbericht, den das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) jetzt vorgelegt hat. Aufgabe war es, die Auswirkungen der Strukturpauschale und die damit verbundene Absenkung der augenärztlichen Grundpauschale zu analysieren. Im Ergebnis zeige sich, dass die Ziele dieser Maßnahme erreicht wurden, so die KBV.

Räumliches Sehen nach Schlaganfall

Sehstörungen zählen mit zu den häufigsten Folgen eines Schlaganfalls. In seltenen Fällen tritt dabei der Verlust des räumlichen Sehens ein. Sie können keine Entfernungen mehr abschätzen, etwa wenn sie nach einer Tasse greifen oder sich ihnen auf der Straße ein Auto nähert. Diese Störung haben Forscher aus Saarbrücken um Professor Georg Kerkhoff und Anna-Katharina Schaadt mit Kollegen der Charité – Universitätsmedizin Berlin bei einem Patienten genauer untersucht. Sie haben nun erstmals ein wirksames Behandlungskonzept entwickelt und nachgewiesen, welches Hirnareal für diese Sehstörung verantwortlich ist, teilt die Universität des Saarlandes mit.

Studie: Impfung gegen Metastasen bei Augentumoren

Ein neuartiges Impfverfahren soll zukünftig die Heilungschancen von Patienten mit einem Augentumor verbessern. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam. Beim Aderhautmelanom bilden sich sehr schnell neue Tumorabsiedlungen in anderen Organen, die sich kaum noch behandeln lassen. Wissenschaftler der Universität Erlangen haben nun einen Impfstoff entwickelt, der das Immunsystem der Betroffenen dazu animiert, Jagd auf Tumoren zu machen. Derzeit untersuchen sie die Wirksamkeit ihres Verfahrens in einer klinischen Studie. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 2,4 Millionen Euro.

RCS-Therapie mit Kaltlicht-Laser

Ein grauer Fleck taucht im Gesichtsfeld auf? Die Wahrnehmung ist verzerrt? Dann könnte Retinopathia centralis serosa (RCS) dahinterstecken, auch Managerkrankheit genannt. In vielen Fällen verschwinden die Sehstörungen von selbst. Tritt keine Besserung ein, setzt die Universitäts-Augenklinik Leipzig je nach Fall auf Medikamente oder eine vorsichtig dosierte Laserbehandlung.

“In der Dämmerung Durchblick behalten”

Die dunkle Jahreszeit stellt besondere Anforderungen an unser Sehvermögen. Doch gesunde Augen liefern auch bei deutlich schwächeren visuellen Reizen ein zuverlässiges Bild unserer Umgebung. Prof. Dr. Horst Helbig vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erläutert, dass Nachtblindheit ein sehr seltenes Phänomen ist. Probleme mit dem Sehen bei schwachem Licht gehen meist auf andere Ursachen zurück.

Optogenetik: Arbeitsweise von Channelrhodopsin-2 entschlüsselt

Mit hoher räumlicher und zeitlicher Präzision haben Forscher die Arbeitsweise des lichtgesteuerten Ionenkanals Channelrhodopsin-2 aufgeklärt. Dieses Biomolekül kommt in der Optogenetik zum Einsatz, welche es erlaubt, die Aktivität von lebenden Zellen mit Licht zu steuern. „Das von uns entwickelte Modell ermöglicht es, optogenetische Werkzeuge je nach Anwendung maßzuschneidern“, sagt Prof. Dr. Klaus Gerwert vom Lehrstuhl für Biophysik der Ruhr-Universität Bochum. Gemeinsam mit Kollegen der Humboldt-Universität zu Berlin um Prof. Dr. Peter Hegemann berichten die Bochumer in der Zeitschrift „Angewandte Chemie“.

Abstoßung der transplantierten Hornhaut vermeiden

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin forschen im Rahmen des EU-Projektes Visicort zur Abstoßungsreaktion des Immunsystems nach einer Hornhauttransplantation. Ziel des EU-geförderten Projekts Visicort ist es, geeignete Biomarker zu identifizieren, um die Reaktion des Immunsystems nach einer Transplantation besser einschätzen und somit frühzeitiger reagieren zu können.

LSCD: Autologe Stammzelltherapie für EU-Zulassung empfohlen

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat zum ersten Mal ein auf körpereigenen Stammzellen basierendes medizinisches Verfahren zur Zulassung empfohlen. Das zur Behandlung der Limbusstammzellinsuffizienz (LSCD) entwickelte „Holoclar“ hat damit einen wichtigen Schritt hin zur möglichen Anwendung innerhalb der Europäischen Gemeinschaft erreicht. Die Aufbewahrung von eigenen Stammzellen beispielsweise aus der Nabelschnur werde daher immer wichtiger, teilt die Vita 34 AG mit, ein Unternehmen für die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut und -gewebe sowie der Herstellung von Stammzelltransplantaten aus dem Nabelschnurblut.

Augenärztliche Strukturpauschale ab April auch bei IVM

Konservativ tätige Augenärzte, die nur die intravitreale Medikamenteneingabe als operative Leistung durchführen, können ab April 2015 auch die augenärztliche Strukturpauschale abrechnen. Bisher ist das laut EBM ausgeschlossen.
Die intravitreale Medikamenteneingabe (IVM) wurde zum 1. Oktober 2014 in den EBM aufgenommen. Dabei wurde festgelegt, dass konservativ tätige Augenärzte, die IVM-Leistungen durchführen, nicht die augenärztliche Strukturpauschale nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 06225 (11,24 Euro, 111 Punkte) abrechnen dürfen.