Kurznachrichten

Neue Substanzentwicklung für Retinitis Pigmentosa-Patienten

Unter Federführung des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen forscht ein Zusammenschluss aus Firmen und Wissenschaftlern mit Unterstützung der Europäischen Union in dem Verbundprojekt „DRUGSFORD“. Ziel ist es, neue Wege für die Behandlung von erblichen Seherkrankungen zu finden. Jetzt konnte für ein Präparat die „Orphan Drug Designation“** erwirkt werden. Dies sei ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung einer Pharmakotherapie für erbliche Netzhauterkrankungen, betont das Universitätsklinikum Tübingen

OCT – G-BA leitet Prüfverfahren ein

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin hat einen Antrag zur Bewertung der optischen Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei feuchter AMD und Makulaödem bei DR angenommen und ein entsprechendes Prüfverfahren eingeleitet. Den Bewertungsantrag hatte der GKV-Spitzenverband im März 2015 gestellt. Das Ergebnis entscheidet darüber, ob die bisher im Rahmen der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung nicht verordnungsfähige Untersuchungs- und Behandlungsmethode künftig ambulant zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angewendet werden kann.

Optogenetik: Neuer Schalter für lichtgesteuerte Zellen

Forschern aus Jülich, Frankfurt, Grenoble und Moskau ist es gelungen, die Struktur der lichtaktivierten bakteriellen Ionenpumpe KR2 zu entschlüsseln und sie anschließend mit einfachen Mitteln von einer Natrium- in eine Kaliumpumpe umzuwandeln. In Nervenzellen eingebaut, könnte KR2 damit zu wertvollen neuen Werkzeugen für die Optogenetik führen. Lichtempfindliche Proteine werden von dieser noch jungen Forschungsdisziplin als molekulare Schalter genutzt, um die Aktivität von Neuronen und anderen elektrisch erregbaren Zellen durch gezielte Lichtimpulse zu steuern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Structural and Molecular Biology veröffentlicht.

ADHS: Hintergrundrauschen in retinalen Nervenzellen verstärkt

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben möglicherweise einen wichtigen Mechanismus dafür gefunden, warum Kinder und Erwachsene an mangelnder Aufmerksamkeit, hoher Ablenkbarkeit und Hyperaktivität leiden. Für das so genannte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) könnte es von Bedeutung sein, dass Nervenzellen verstärkt reizunabhängig aktiv sind. Eine solche Aktivität ohne äußere Reize wird als Hintergrundrauschen bezeichnet. Die Freiburger Wissenschaftler haben das Rauschen in den Nervenzellen der Netzhaut gemessen, die ein vorgelagerter Teil des Gehirns ist. Bei den erwachsenen Testpersonen mit ADHS war das Rauschen verstärkt. Damit steht eventuell erstmals ein Test zur Verfügung, mit dem ADHS im Gehirn diagnostiziert werden kann. Bislang wird die Erkrankung anhand der Krankengeschichte und psychologischer Tests festgestellt. Nach Mitteilung der Universität Freiburg wurde die Studie in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.

BVA: AAD-Teilnehmerzahl auf hohem Niveau des Vorjahres

Zur Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) kamen vom 17. bis 21. März fast 5.800 Teilnehmer nach Düsseldorf. Die Teilnehmerzahlen bewegen sich damit auf dem Rekordniveau des Vorjahres, teilt der BVA mit. Von besonderem Interesse für die Teilnehmer seien die Vorlesungen zum diesjährigen Hauptthema der Tagung: „Chirurgische Behandlung von Augenerkrankungen: Indikation – Operation – Nachsorge“ gewesen, so der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), der die Fortbildungsveranstaltung gemeinsam mit der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) veranstaltet.

Lions Clubs International: „Patenschaft“ für Heidelberger Hornhautbank

Möglichst vielen Menschen mit Erkrankungen oder Verletzungen der Augenhornhaut ein Leben in Blindheit zu ersparen, ist erklärtes Ziel der Lions Clubs in Deutschland. Die 53 Clubs aus der Region Nordbaden übernehmen dazu ab sofort eine Patenschaft für die Hornhautbank der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, in der Gewebestücke aus der Augenhornhaut verstorbener Spender gelagert und für eine spätere Transplantation vorbereitet werden. Seit dem 27. März darf sich die seit 2000 bestehende Einrichtung damit offiziell „Lions-Hornhautbank“ nennen, teilt die Universität Heidelberg mit. Sie ist die fünfte Lions-Hornhautbank in Deutschland, weltweit sind es mehr als 50. Zukünftig unterstützen die Clubs der Region Projekte oder Anschaffungen der Gewebebank, um die Versorgung mit Hornhauttransplantaten in Nordbaden weiter zu verbessern. So wurde zum Start der Partnerschaft ein Auto angeschafft, mit dem das Team der Heidelberger Hornhautbank die Gewebespenden aus den umliegenden Krankenhäusern abholen kann.

Förderung optogenetischer Forschung

Die Optogenetik ist ein junges Forschungsgebiet, das lichtempfindliche Moleküle auf genetischem Weg in Zellen schleust, beispielsweise um Signalwege oder die Funktion von Nervenzellen im lebenden Organismus zu erforschen. Ein neues, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Schwerpunktprogramm unter Federführung der Goethe-Universität hat das Ziel, die nächste Generation optogenetischer Werkzeuge zu entwickeln. Geplant sind Anwendungen in der Grundlagenforschung für medizinische Zwecke und soll später beispielsweise bei der Behandlung von Seh- und Gehörstörungen oder bisher unheilbaren Krankheiten wie Parkinson, Anfallsleiden oder Herzerkrankungen eingesetzt werden.

Zukunft der Kieler Augenklinik Bellevue gesichert

Nach der Insolvenz des ehemaligen Inhabers der Augenklinik Bellevue, Professor Dr. Detlef Uthoff, steht die Zukunft der Augenklinik nun fest: Eine Auffanggesellschaft übernimmt den Klinikbetrieb und sichert so 160 Arbeitsplätze und die Kontinuität in der Patientenversorgung.
Die Augenklinik Bellevue stand in den vergangen Monaten aufgrund der Insolvenz des ehemaligen Inhabers der Klinik Professor Dr. Detlef Uthoff wiederholt im Focus der Öffentlichkeit. Mit der Übernahme der Klinik durch eine neu gegründete Gesellschaft kann auch zukünftig der Versorgungsauftrag der Klinik – als Plankrankenhaus des Landes Schleswig-Holstein – im Sinne der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung sichergestellt werden, teilt die Klinik mit.