Woche des Sehens 2014: Innovationen gegen Augenkrankheiten

Anlässlich der Woche des Sehens 2014 vom 8. bis 15. Oktober weisen der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft darauf hin, dass dank der Innovationskraft der Augenheilkunde Krankheiten, die das Augenlicht bedrohen, immer besser behandelt werden können.

Vor mehr als 100 Jahren wurde die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation ausgeführt, vor 65 Jahren die erste Intraokularlinse implantiert. Seit etwa 50 Jahren sind Eingriffe am Glaskörper des Auges möglich, seit bald zehn Jahren geben Augenärzte Medikamente operativ ins Augeninnere – und heute implantieren Augenchirurgen Mikrochips bereits erblindeten Patienten ins Auge, um ihnen wieder die Wahrnehmung von Licht zu ermöglichen: Die Geschichte der Augenheilkunde ist reich an Innovationen, die für immer bessere Aussichten auf den Erhalt des Augenlichts sorgen.

Drei Volkskrankheiten bedrohen das Sehvermögen

Drei Augenkrankheiten sind es, die in Deutschland besonders häufig das Augenlicht bedrohen: Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), an der etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden (darunter etwa 500.000 an der besonders aggressiven feuchten AMD), das Glaukom (Grüner Star), von dem knapp eine Million Menschen betroffen ist, und die diabetische Netzhauterkrankung mit mehr als 500.000 Patienten. Unbehandelt führen diese Krankheiten, die vor allem im höheren Lebensalter auftreten, zur Erblindung. Doch ein großer Teil dieser Patienten behält heute sein Sehvermögen dank moderner Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, so dass Sehbehinderung oder gar Blindheit nicht oder erst sehr spät eintreten. Die Katarakt (Graue Star) – weltweit die häufigste Ursache für Blindheit – betrifft in Deutschland zwar rund zehn Millionen Menschen. Doch weil diese Trübung der Augenlinse heute mit einer meist ambulant ausgeführten Operation geheilt werden kann, hat diese ebenfalls meist altersbedingte Augenkrankheit ihren Schrecken verloren.

Aufwendige Betreuung

Die augenmedizinische Betreuung von Patienten mit AMD, Glaukom oder diabetischer Netzhauterkrankung erfordert allerdings über Jahre hinweg einen großen Aufwand. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine regelmäßige Anpassung der Therapie an den Krankheitsverlauf. „Noch vor 20 Jahren folgte beispielsweise auf die Diagnose ,feuchte AMD‘ eine Beratung, gegebenenfalls die Anpassung vergrößernder Sehhilfen – und damit waren die Möglichkeiten des Augenarztes erschöpft“, erläutert Prof. Dr. Bernd Bertram, der 1. Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. „Heute hingegen kommen die AMD-Patienten immer wieder in die Augenarztpraxis, benötigen jahrelang regelmäßig Termine für Kontrolluntersuchungen und Beratungsgespräche sowie die Anpassung von auf den individuellen Bedarf abgestimmten Sehhilfen.“ Die intensive Patientenbetreuung beinhaltet neben der häufig erforderlichen Beratung der Angehörigen auch die Zusammenarbeit in Netzwerken von ambulant tätigen Augenärzten, Augenkliniken und Selbsthilfegruppen, eventuell auch mit Seniorenbetreuungseinrichtungen. Diesem Aufwand steht ein großer Nutzen sowohl für den einzelnen Patienten als auch für die Gesellschaft gegenüber: Der Erhalt des Augenlichts bis ins hohe Alter trägt dazu bei, dass die Betroffenen länger eigenständig leben, ohne auf die Unterstützung anderer angewiesen zu sein.

Bedeutung der Früherkennung

Die Behandlung der genannten Augenkrankheiten ist umso aussichtsreicher, je früher sie erkannt werden. Schon lange bevor die Patienten selbst die ersten Symptome bemerken, können Augenärzte Anzeichen der Krankheiten erkennen. Deshalb raten sie allen Menschen ab dem Alter von 40 Jahren zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen.

Weitere Informationen zur Woche des Sehens:
www.woche-des-sehens.de

Quelle:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA)
http://www.augeninfo.de

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