Kurznachrichten

Projekt will Auswertung von OCT-Daten optimieren

Im Rahmen des Projektes „OphthalVis: Datenverarbeitung und Visualisierung – Neue Tools für die effiziente medizinische Versorgung degenerativer Netzhauterkrankungen“ forschen Informatiker der TU Chemnitz gemeinsam mit Augenärzten an der Auswertung von OCT-Daten, die bei der Diagnose von altersbedingten Augenerkrankungen entstehen. In den kommenden zwei Jahren werden die Wissenschaftler der Juniorprofessur Visual Computing und der Juniorprofessur Media Computing um Jun.-Prof. Dr. Marc Ritter mit Augenärzten des Klinikums Chemnitz sowie der Universitätskliniken Greifswald und Freiburg kooperieren. Gesponsert wird das Projekt, das zum 1. Oktober 2014 gestartet ist, mit rund 200.000 Euro von der Novartis Pharma GmbH.

Köln: Kompetenzzentrum für okuläre GvHD gegründet

Die Augenheilkunde der Uniklinik Köln verfügt jetzt über das deutschlandweit erste Kompetenzzentrum für okuläre GvHD (Graft-versus-Host-Disease). Für die optimale Behandlung dieser häufigen, schweren Augenkomplikation nach Knochenmark-Transplantationen (KMT) arbeiten Augenärzte und Leukämie-Experten aus der Inneren Medizin eng zusammen. Wie das Universitätsklinikum Köln mitteilt bietet das Zentrum neben einer Spezialsprechstunde und einem Forschungsbereich auch eine vollständige Augenuntersuchungseinheit für die noch stark abwehrgeschwächten Patienten – weltweit einzigartig direkt auf der speziell isolierten KMT-Station.

Alkoholkonsum verschlechtert Sehvermögen bei Nacht

Das in alkoholischen Getränken enthaltene Ethanol stört den natürlichen Tränenfilm des Auges, so eine spanische Studie. Dies verschlechtert das Sehvermögen bei Nacht und erhöht die Licht- und Blendempfindlichkeit. Alkoholische Getränke beeinträchtigen also nicht nur generell das Reaktionsvermögen des Fahrers, sondern wirken auch direkt auf die Augen. Diese Effekte treten schon nach Verzehr geringer Mengen Alkohol auf und schränken die Fahrtüchtigkeit ein, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft(DOG) mit und rät Autofahrern deshalb, insbesondere vor nächtlichen Fahrten gänzlich auf alkoholische Getränke zu verzichten.

VISICORT erhält EU-Förderung in Höhe von 5,8 Millionen Euro

VISICORT ist ein internationales, multi- und interdisziplinäres Forschungsprojekt mit Expertise in Augenheilkunde, Immunologie, „Bio-Sampling“, Bio-Informatik sowie klinischer Transplantation und das erste umfassende, systematische Programm, um Biomarker nach humaner Hornhauttransplantation zu identifizieren. Im Rahmen des im April gestarteten Projektes werden die klinischen Daten und das Probenmaterial von rund 700 Hornhauttransplantationen von fünf führenden Transplantationszentren aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland zusammengeführt und ausgewertet. Das VISICORT-Projekt wird von der EU im Rahmen des so genannten 7. Förderprogramms für die nächsten fünf Jahr mit rund 5,8 Millionen Euro unterstützt, teilt der deutsche Projektpartner, die Augenklinik der Charité Universitätsmedizin Berlin (Ansprechpartner: Prof. Dr. Uwe Pleyer), mit.

Neuer Vorstand bei der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft

Professor Dr. med. Karl Ulrich Bartz-Schmidt ist neuer Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Der Ärztliche Direktor der Universitäts-Augenklinik am Department für Augenheilkunde in Tübingen löst turnusgemäß Professor Dr. med. Johann Roider ab, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Weitere Ämter in Präsidium und Gesamtpräsidium der DOG wurden zum 1. Oktober neu besetzt. Der neue Vorstand nimmt damit seine Arbeit auf.

Stiftung Auge: Projekt zu Sehbehinderung in Heimen

Die Stiftung Auge startet daher im November 2014 bundesweit ein Projekt, das die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen gezielt erfasst und Versorgungslücken aufdecken soll. Auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2014 in Leipzig spendeten Augenärzte mehr als 10.000 Euro zugunsten der Stiftung Auge, um das neue Projekt zu unterstützen.

Transplantation von Zapfen-Fotorezeptoren in Säugetiernetzhaut

Prof. Dr. Marius Ader vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD) ist es in Kooperation mit Dr. Günther Zeck vom Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI), Universität Tübingen gelungen, zapfenähnliche Fotorezeptoren von Spendermäusen in die Netzhaut von Mäusen mit defektem Tageslichtsehen zu transplantieren. Dabei konnten sie nachweisen, dass die Spenderzellen korrekt integrierten und die Netzhäute der Empfängermäuse wieder Signale im Tageslichtbereich verarbeiten konnten. Diese Resultate stellen einen wichtigen Schritt zur Entwicklung zellbasierter Strategien für die zukünftige Behandlung solcher Netzhauterkrankungen dar. Wie die Technische Universität Dresden mitteilt, ist die Studie ist im Fachjournal „Stem Cells“ veröffentlicht worden (DOI: 10.1002/stem.1824.).

Allianz zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Diabetiker

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) haben gemeinsam das Projekt „Diabetes und Auge“ ins Leben gerufen. Ziele der Zusammenarbeit sind unter anderem die Verhütung von Folgeerkrankungen des Diabetes am Auge, eine bestmögliche Therapie und Versorgung der Patienten sowie die höchstmögliche Lebensqualität für Diabetiker, die bereits von einem Sehverlust betroffen sind. Mindestens sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen, mehr als 60 Prozent davon entwickeln Schäden im Auge, so der DBSV.

ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“

Anlässlich der Woche des Sehens 2014 vom 8. bis 15. Oktober macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) darauf aufmerksam, dass Kinder, die eine Sehhilfe benötigen, auch beim Schulsport eine schulsporttaugliche Brille oder Kontaktlinsen benötigen, es sei denn, ein Augenarzt entbindet sie ausdrücklich davon. Das fordert auch der Expertenkreis „Sehen im Sport“ der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), teilt der BVA mit.

Gericht bestätigt Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte

Das Sozialgericht Marburg hat die Rechtmäßigkeit eines Zuschlags zur Grundpauschale für ausschließlich konservativ tätige Augenärzte bestätigt. Nach Mitteilung der KBV wies es die Klage eines Augenarztes ab, der als operativ tätiger Augenarzt die Strukturpauschale nach GOP 06225 abrechnen wollte. Auch das Sozialgericht Düsseldorf hatte kürzlich die Rechtmäßigkeit der augenärztlichen Strukturpauschale bestätigt.