Kurznachrichten

DOG fordert mehr Schattenplätze an Kitas und Schulen

Jedes Jahr erblinden weltweit drei Millionen Menschen an den Folgen von Sonnenstrahlen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch hierzulande kann die Sonnenstrahlung auf Dauer zu Schäden am Auge führen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Um die Bevölkerung besser vor den gesundheitlichen Folgen von Sonnenstrahlen und Hitze zu schützen, fordern Mediziner und Meteorologen öffentliche Einrichtungen dazu auf, mehr schattige Plätze zu schaffen und die aktuelle UV-Stärke öffentlich anzuzeigen. Für den persönlichen Schutz raten Augenärzte zu Sonnenbrillen mit hohem UV-Filter und Aufenthalt im Schatten.

BMBF-Verbundprojekt zur Therapieprädiktion bei AMD gestartet

Ziel des neu gestarteten BMBF-Verbundprojekts „Therapieprädiktion durch OCT und Patientendemografie in der Ophthalmologie“ (TOPOs) ist es, verlässliche Vorhersagbarkeit von Therapieverläufen bei Makulaerkrankungen zu gewinnen. TOPOs ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Averbis GmbH, der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, der Universität Rostock und der Hochschule Mittweida.

IQWiG-Abschlussbericht zum OCT bei Netzhauterkrankungen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat seinen Abschlussbericht zum Einsatz der Optischen Kohärenztomografie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei neovaskuläre altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) und diabetischem Makulaödem (DMÖ) vorgelegt: danach sind Nutzen und Schaden des OCT weiter unklar. Für seinen Vorbericht vom November 2016 hatte das IQWiG lediglich zwei randomisierte, kontrollierte Studien in die Bewertung einbeziehen können, beim Abschlussbericht waren es nun acht.

Schleichenden Sehverlust im Alter rechtzeitig erkennen

Wenn Seniorinnen und Senioren Probleme mit der Orientierung haben, unsicher sind, stolpern oder stürzen, stecken nicht immer allein Demenz, eine Durchblutungsstörung oder Muskelschwäche dahinter. Vielmehr kann auch ein unerkannter Sehverlust die Ursache sein. Da dieser meistens schleichend verläuft, wird er zunächst oft nicht erkannt. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) empfiehlt deshalb im Vorfeld seiner 2. Fachtagung „Sehen im Alter“ am 7. und 8. Juli 2017 in Bonn, die Augen regelmäßig kontrollieren zu lassen und auch Pflegekräfte entsprechend zu sensibilisieren

CBM verzeichnet gestiegene Spendeneinnahmen

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) verzeichnet zum wiederholten Mal auch im Jahr 2016 eine Einnahmensteigerung. Die Gesamterträge betrugen 76,9 Millionen Euro, das bedeutet einen Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr (67,8 Millionen Euro). Besonders erfreulich entwickelten sich die Spenden-einnahmen, so die CBM anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahresberichtes: Während im vergangenen Jahr die Spenden für gemeinnützige Organisationen deutschlandweit leicht rückgängig waren, konnte die CBM ein Plus von 5,6 Millionen Euro erzielen (von 45,6 Millionen auf 51,2 Millionen Euro). „Die Einnahmen der CBM haben sich damit gegen den allgemeinen Trend entwickelt“, erklärt CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus. „Dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender konnten wir im vergangenen Jahr auch die Ausgaben für unsere Projektarbeit steigern. So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag, um das Leben von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern.“

Retinaler Arterienverschluss – Neue Leitlinie veröffentlicht

Die Vorstellung ist erschreckend: Von einem Moment auf den anderen erblindet das Auge – ohne Vorwarnung und ohne Schmerzen. Der retinale Arterienverschluss (RAV) ist eine zwar seltene, aber gravierende Krankheit. Leider sind Augenärzte hier häufig noch machtlos. Wenn eine die Netzhaut versorgende Arterie verschlossen wird, tritt schon nach wenigen Stunden ein nicht wieder gut zu machender Schaden ein. Weshalb die Betroffenen so schnell wie möglich einen Augenarzt aufsuchen sollten, erläutert Prof. Dr. Nicolas Feltgen vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Forschung: Lesen und visuelles System – neue Erkenntnisse auch zu LRS

Lesen ist eine derart junge kulturelle Errungenschaft, dass im Gehirn noch kein eigener Platz für sie vorgesehen ist. Während wir lesen lernen, werden daher Hirnregionen umfunktioniert, die bis dahin für andere Fähigkeiten genutzt wurden. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute in Nijmegen und Leipzig haben herausgefunden, dass sich das Gehirn dabei so grundlegend verändert, dass sich selbst evolutionär sehr alte, tiefverborgene Strukturen an die neue Herausforderung anpassen. Zu diesen Erkenntnissen gelangte das Team anhand einer großangelegten Studie in Indien, in der Analphabetinnen sechs Monate lang lesen und schreiben lernten. Die Ergebnisse werfen auch ein neues Licht auf mögliche Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS).

Makuladegeneration – Deutschlands häufigste Augenerkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist mit bundesweit 4,5 Millionen Betroffenen eine Volkskrankheit, bei der die Sehzellen in der Netzhautmitte betroffen sind. Seit zehn Jahren kann die aggressivste, feuchte Ausprägung dieser chronischen Erkrankung effektiv therapiert werden. Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni weisen das AMD-Netz, der Berufsverband der Augenärzte (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und Pro Retina Deutschland darauf hin, dass immer noch viel zu wenige Senioren den empfohlenen jährlichen Augen-Check wahrnehmen.