Kurznachrichten

Augenärzte fordern bessere Aufklärung potenzieller Spender

Mit über 7.000 Transplantationen pro Jahr allein in Deutschland zählt die Übertragung der Augenhornhaut zu den häufigsten und erfolgreichsten Transplantationen. Fast alle Transplantationen werden in deutschen (Universitäts)augenkliniken durchgeführt und zwar mit Hornhäuten, die Verstorbene gespendet haben. Über die Hälfte der Augenkliniken organisiert das über eine eigene Hornhautbank. Obwohl fast jeder Verstorbene als Spender infrage kommt, fehlt es an Spendergewebe: Bundesweit warten mehr als 5.000 Patienten auf ein Transplantat. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) ruft dazu auf, potenzielle Organspender und Gewebespender häufiger auch auf die Möglichkeit der Hornhautspende hinzuweisen.

BMBF-Förderung für Dresdner Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen

Für ihr CLEANSIGHT-Forschungsprojekt, in dem Verfahren zur schnellen und effizienten Identifizierung von Wirkstoffen gegen Netzhauterkrankungen entwickelt werden, erhalten die Forschergruppen um Prof. Elly Tanaka, Prof. Marius Ader und Dr. Mike Karl am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) – Exzellenzcluster der TU Dresden, eine BMBF-Forschungsförderung in Höhe von 1,56 Millionen Euro.

Automatisierte Auswertung digitaler Aufnahmen der Retina

Die Universitäts-Augenklinik Bonn hat in Kooperation mit ZEISS erfolgreich einen „Machine Learning“ Algorithmus entwickelt, mit dem es möglich ist, automatisiert digitale Aufnahmen der menschlichen Netzhaut mit Hochrisikomerkmalen für das Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) auszuwerten. Mit künstlicher Intelligenz ist gerade im Verlauf eine präzisere Analyse möglich.

11. Junius-Kuhnt-Award verliehen

Als diesjähriger Preisträger des Junius-Kuhnt-Award wurde der Schweizer Ophthalmologe Prof. Dr. med. Dr.-Ing. Sebastian Wolf, Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für Augenheilkunde des Inselspitals in Bern ausgezeichnet. Der Preis wird gestiftet von Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, und im Rahmen des jährlichen „Makula Update“, zu dem in diesem Jahr nach Hannover eingeladen wurde, verliehen.

Forschungsprojekt AKTILA-BS gestartet

Ziel von AKTILA-BS, einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit rund 3 Millionen Euro geförderten Projekt, ist es, zum einen herauszufinden, welche Hemmnisse blinden und sehbehinderten Menschen trotz hoher Qualifizierung den Übergang in die Beschäftigung erschweren. Zum anderen gehe es darum, die passenden Integrationsstrategien zu entwickeln und den Leistungsträgern einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe zielgerichtete und fachgerechte Beratung und Integration in den Arbeitsmarkt gelinge. Nun fand die konstituierende Beiratssitzung im BFW Würzburg statt.

Auftakt zum 30. Internationalen Kongress der DOC

Ab heute tagt in Nürnberg der 30. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC). Bis zum 13. Mai werden renommierte Experten aus vielen Ländern Innovationen und Weiterentwicklungen des Faches vorstellen und Goldstandards sowie neueste Ansätze in der Augenchirurgie diskutieren. Eine umfassende praxisnahe Fort- und Weiterbildung in der praktischen Ophthalmochirurgie wird durch zahlreiche Wet-Labs und Kursen gewährleistet.

Köln: Weltweit erstes Konsensusprotokoll zur Analyse von retinalen Immunzellen

Prof. Dr. Thomas Langmann und sein Team der Experimentellen Immunologie des Auges haben in Zusammenarbeit mit führenden Sehforschern aus Paris und Belfast das weltweit erste Konsensusprotokoll zur experimentellen Analyse von retinalen Immunzellen etabliert. Die umfassende Arbeit wurde aktuell in Nature Protocols publiziert.

Barrierefreie Haushaltsgeräte – neue Publikationen zeigen Handlungsbedarf auf

Sensortasten und Touchscreens sind bei Geräten wie Waschmaschine, Radio und Backofen auf dem Vormarsch. Der technische Fortschritt hat jedoch seine Schattenseiten: Immer mehr Geräte der Haushalts- und Unterhaltungselektronik sind für blinde und sehbehinderte Menschen nicht bedienbar. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) haben deshalb auf der IFA 2016 eine Sonderausstellung zum Thema „Nutzbarkeit und Barrierefreiheit von Haushalts- und Unterhaltungselektronik“ veranstaltet. Zu den zahlreichen Besuchern zählten Brigitte Zypries, damals Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering. Nun werden zwei Publikationen zum Thema „Barrierefreie Haushalts- und Unterhaltungselektronik“ präsentiert, die auf wichtige, nun anstehende Schritte hinweisen.