Kurznachrichten

Geringeres Unfallrisiko für Autofahrer nach Katarakt-OP

Patienten mit Katarakt weisen nach einem operativen Eingriff ein um neun Prozent geringeres Risiko auf, als Autofahrer einen schweren Verkehrsunfall zu verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die kürzlich im Fachjournal JAMA Ophthalmology erschien, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit und betont, dass schlechtes Sehen das Unfallrisiko im Straßenverkehr erhöhen kann. Vor allem ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr sollten ihre Augen deshalb regelmäßig auf Anzeichen einer Katarakt untersuchen und, wenn nötig, operieren lassen.

Neue Studie: Psychologischer Stress und Sehkraftverlust

Anhaltender psychischer Stress, der weithin als Folge von Sehkraftverlust anerkannt ist, trägt auch wesentlich und ursächlich zu einer Sehverschlechterung bei, so eine Studie, die im EPMA Journal, dem offiziellen Journal der European Association for Predictive, Preventive, and Personalized Medicine, veröffentlicht wurde. Die Auswirkungen dieses Befundes auf die klinische Praxis sind erheblich: Die Autoren empfehlen, dass beim Arzt-Patient-Gespräch auch die Behandlungen zum Stressabbau, beispielsweise durch psychologische Beratung besprochen wird, um dadurch den Teufelskreis von Stress und fortschreitendem Sehverlust zu unterbrechen.

Individuell angepasste Therapien bei trockenem Auge

Das trockene Auge ist eine der häufigsten Augenkrankheiten in Deutschland – Hochrechnungen zufolge sind etwa 9 Millionen Menschen davon betroffen. Das Wissen um die Prozesse, die zu dieser Krankheit führen, wächst, und damit können Augenärzte ihren Patienten immer bessere, individuell angepasste Behandlungen anbieten. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts “Trockenes Auge” im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, erläutert, wie sich das Verständnis dieser Krankheit in den vergangenen Jahren gewandelt hat.

Auftakt zum 31. Kongress der DOC

Vom 14. bis 16. Juni tagt der 31. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg. Unter der Leitung von DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer diskutieren ab heute im Rahmen der dreitägigen Fort- und Weiterbildungsveranstaltung renommierte Experten aus vielen Ländern die Goldstandards der Augenchirurgie und stellen Innovationen und Weiterentwicklungen vor.

Diabetische Augenerkrankungen: Neue medikamentöse Therapie in Erprobung

Experimentelle Daten sowie Messungen bei Patienten legen nahe, dass die krankhaften Veränderungen bei der diabetischen Retinopathie und dem diabetischen Makulaödem durch eine verminderte Menge von Vasoinhibinen verursacht werden könnte. Ein mexikanisch-deutsches Team aus Wissenschaftlern und Ärzten hat nun eine klinische Studie initiiert, in der eine neue medikamentöse Therapie zur Behebung der mutmaßlich in der Netzhaut vorliegenden hormonellen Störung erprobt wird.

161 genetische Faktoren für Fehlsichtigkeit identifiziert

Die internationale Forschergruppe „Consortium for Refractive Error and Myopia“ (CREAM) hat die weltweit größte genetische Studie zur Kurzsichtigkeit in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Daran beteiligt waren Wissenschaftler der Gutenberg-Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz. Die Studie identifizierte 161 genetische Faktoren für Fehlsichtigkeit. Damit vervierfacht sich die Anzahl der bekannten genetischen Risikofaktoren. Diese Faktoren spielen in allen Zelltypen der Netzhaut eine Rolle. Die meisten hängen mit der Verarbeitung von Licht zusammen. Dies unterstützt die Vermutung, dass mangelndes Sonnenlicht ein wichtiger Auslöser für Kurzsichtigkeit ist.

AMD wird führende Erblindungsursache

Im Jahr 2030 werden 5,5 Millionen Bundesbürger an der Netzhauterkrankung altersabhängige Makuladegeneration (AMD) leiden oder Frühsymptome zeigen (1). Schon heute ist die AMD für jede zweite Erblindung verantwortlich. Darauf macht die DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft anlässlich des Sehbehindertentags am 6. Juni 2018 aufmerksam. Die Fachgesellschaft mahnt jeden ab 50 Jahren, sich einmal im Jahr vom Augenarzt untersuchen zu lassen.

Aachen, Düren, Heinsberg: Neuer augenärztlicher Uniklinik-Notdienst gestartet

Seit Freitag, den 1. Juni, werden Bürgerinnen und Bürger der Städteregion Aachen und der Kreise Heinsberg und Düren außerhalb der Sprechstundenzeiten an einer neuen Anlaufstelle augenärztlich versorgt: Wer aus diesen Regionen abends oder am Wochenende aufgrund akuter Beschwerden einen Augenarzt aufsuchen muss, kann direkt die zentrale augenärztliche Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein aufsuchen, die direkt neben der Zentralen Notaufnahme der Uniklinik eingerichtet worden ist. Die neue Notdienstpraxis wird von der KVNO in Kooperation mit der Uniklinik RWTH Aachen betrieben. Dort versehen rund 70 niedergelassene Augenärzte aus der Region ihren vertragsärztlichen Notdienst.

KV Thüringen sieht Defizite bei augenärztlicher Versorgung

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen weist auf Defizite in der augenärztliche Versorgung im Land hin. Die 1. Vorsitzende des Vorstandes der KV Thüringen, Dr. med. Annette Rommel, sagte: „Patienten mit Augenleiden fällt es in zunehmendem Maße schwer, in angemessener Zeit einen Augenarzttermin zu bekommen. Das betrifft auch Menschen, die dringend eine augenärztliche Versorgung benötigen, wie die Nachsorge nach einer Augenoperation oder regelmäßige Augenuntersuchungen bei Diabetikern.“ Für die Situation gebe es ein ganzes Bündel an Ursachen. Trotz vielfältiger Anstrengungen der KV Thüringen gemeinsam mit den Thüringer Augenärzten und ihrem Berufsverband sei das Problem unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zufriedenstellend im Interesse der betroffenen Patienten zu lösen.