Kurznachrichten

Augenärzte bewerten Irisdiagnostik als medizinisch sinnlos

Organschwächen, Rheuma oder Stoffwechselprobleme: Die Iridologie, die zu den alternativen Diagnoseverfahren zählt, will an der Regenbogenhaut des Auges Erkrankungen erkennen und sogar vorhersagen können. Diese Behauptung sei aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht unhaltbar, betonen Augenärzte im Vorfeld des 116. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Deutung von Farbe, Flecken oder Furchen an der Iris sei für Diagnosezwecke ungeeignet, betont die DOG.

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Der unbewusste Blick wird von einem automatischen Auswahlprozess gelenkt, für den ein neuronales Netzwerk im Gehirn verantwortlich ist. Eine Studie eines internationalen Teams unter Mitarbeit der Technischen Universität München (TUM) belegt dies nun. Für die Entwicklung von Robotern könnte diese Erkenntnis bald wichtig sein.

Physiker erforschen Wirkung von Lasern am Auge

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Rostock und der Leibniz Universität Hannover erforschen die Wechselwirkungen zwischen Laser und Augengewebe und entwickeln in standortübergreifenden Projekten neue Diagnostik- und Therapiekonzepte für Hornhauterkrankungen und Kurzsichtigkeit mit speziellen laseroptischen Methoden. Eines dieser Projekte wird ab Herbst dieses Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über eine Laufzeit von drei Jahren mit 850.000 Euro gefördert. Der Betrag geht zu gleichen Teilen jeweils an die Rostocker und die Hannoveraner Forschungsgruppe.

Wenn Kinder plötzlich schlechter sehen

Wenn Kinder plötzlich unscharf oder verzerrt sehen, kann neben körperlichen Ursachen auch ein seelischer Konflikt dahinterstecken. Schätzungsweise ein bis zwei Prozent aller Kinder, die sich in augenärztliche Behandlung begeben, sind von solchen funktionellen Sehstörungen betroffen, Mädchen sehr viel häufiger als Jungen. Was in diesen Fällen zu tun ist, erläutern Ophthalmologen im Rahmen des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2018 in Bonn.

Augenärztliche Untersuchung bereits im Kleinkindalter

Augenärztliche Untersuchung sind bereits im Kleinkindalter sinnvoll, betont der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Ein gutes Sehvermögen ist wichtig für die geistige und motorische Entwicklung von Kindern. Über Sehstörungen klagen Kinder aber nicht – denn es fehlt ihnen an Erfahrung, sie kennen es nicht anders. Eine augenärztlich-orthoptische Untersuchung schafft schon bei Babys und Kleinkindern Klarheit, ob mit den Augen alles in Ordnung ist, erläutert Prof. Dr. Klaus Rüther, Leiter des Ressorts Strabologie im BVA.

Trockenes Auge: Molekulare Lipidstruktur nachgebildet

Die Augenoberfläche wird von einem dünnen Tränenfilm bedeckt und geschützt. Trockene Augen sind meist Folge einer gestörten Lipidschicht des Auges, durch die es zu einem beschleunigten Verdunsten der Tränenflüssigkeit kommt.
Wissenschaftlern in Australien ist es gelungen, Lipide in ihrer molekularen Struktur darzustellen und synthetisch nachzubilden. Hieraus könnten in der Zukunft effektivere Behandlungsmöglichkeiten für trockene Augen entstehen, so die Wissenschftler. Das Projekt war eine Zusammenarbeit der Queensland University of Technology (QUT), der University of Wollongong (UOW ) und der University of New South Wales (UNSW).

AMD: Verlässliche Beurteilung der Therapiewirksamkeit

Das MACUSTAR-Konsortium führt unter der Koordination der Universitäts-Augenklinik Bonn eine europaweite Klinische Studie zur Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) durch. Im Fokus steht insbesondere die intermediäre Form der Erkrankung, bei der vor allem das Sehen bei wenig Licht und schwachem Kontrast schwierig wird. Europaweit testen insgesamt 20 Studienzentren 750 Patienten, welche Messgrößen über das Erkrankungsstadium verlässlich Auskunft geben. Die Studie wird nun in der internationalen Fachzeitschrift „Opthalmologica“ vorgestellt.

Augenbewegungen: Studie klärt Funktion von Kletterfasersignalen

Von links nach rechts, von oben nach unten: Bei Augenbewegungen können auch bei solchen einfachen Aufgaben kleine Abweichungen entstehen. Wissenschaftler um Professor Peter Thier und Marc Junker am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen berichten nun von Hirnsignalen, die auf diese Fehler hinweisen. Sie werden von Nervenzellen im Kleinhirn ausgesendet und zwar kurz bevor wir eine Augenbewegung erneut ausführen. Das ermöglicht uns, die Bewegung anzupassen und zu lernen. Mit der Studie klären die Forscher die Funktion der sogenannten Kletterfasersignale, welche bislang umstritten war. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLOS Biology erschienen.

Apps & Algorithmen: Augenheilkunde setzt auf Digitalisierung

Die Augenärzte wollen eine Vorreiterrolle bei der Nutzung von Big Data einnehmen. „In Deutschland hat die Medizin auf diesem Gebiet einen starken Nachholbedarf“, erläutert Frau Professor Dr. med. Nicole Eter, Präsidentin der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Die Ordinaria aus Münster hat den bevorstehenden Kongress daher unter das Motto „Ophthalmologie 4.0“ gestellt. In zahlreichen Symposien und Workshops diskutieren Experten über Digitalisierung, Vernetzung, Datenschutz, Telemedizin, Apps für Patienten und Ärzte sowie Künstliche Intelligenz. Neu ist der „Digital Sunday“. Hier widmen sich die Teilnehmer am Kongress-Sonntag ausschließlich diesen Themen.