Kurznachrichten

Diabetes: BVA betont Bedeutung von Kontrolluntersuchungen

Zur Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober weisen Augenärzte auf die Bedeutung regelmäßiger Augenuntersuchungen für Menschen mit Diabetes mellitus hin. Durch die Zuckerkrankheit hervorgerufene Augenkrankheiten sind in der westlichen Welt die häufigste Ursache für Sehbehinderungen und Blindheit bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Doch der Verlust des Augenlichts lässt sich verhindern.

Woche des Sehens: 8.-15. Oktober

Die Informationskampagne ” Woche des Sehens” hat in diesem Jahr das Thema “Mit anderen Augen” gewählt: namhafte Organisationen aus den Bereichen Selbsthilfe, Augenmedizin und Entwicklungshilfe machen gemeinsam auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage von blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern aufmerksam. Bundesweit finden hierzu vielfältige Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür, Fachvorträge, Hilfsmittelausstellungen, Dunkelcafés oder spezielle Schulaktionen statt.

Weiterentwicklung der App “Ampel-Pilot”

Seit letztem Sommer erlaubt es die App „Ampel-Pilot“ blinden und sehbehinderten Menschen, Fußgängerüberwege ohne Fußgängerampeln mit akustischen oder taktilen Signalgebern selbstständig mithilfe ihres Smartphones zu überqueren. Die Kamera des Smartphones erkennt dabei die Rot- und Grünphasen der Ampel.
Jetzt hat die Projektgruppe aus Studierenden der Fakultät für Informatik der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen die App weiterentwickelt und nach der Android-Version eine Ausführung für das iPhone herausgebracht.

DOG-Kongress in Bonn verzeichnete rund 4350 Teilnehmer

Künstliche Intelligenz, elektronische Vernetzung und Patienten-Apps werden die Augenheilkunde künftig in Diagnostik und Therapie weiterentwickeln. Das ist die zentrale Botschaft der DOG 2018, die am Sonntag unter dem Motto „Ophthalmologie 4.0“ zu Ende ging. Der Kongress fand erstmals in Bonn statt. Mehr als 4.350 Teilnehmer kamen ins World Conference Center, davon 2.700 Fachteilnehmer. Zu den Highlights zählten neben den international besetzten Keynote Lectures der „Digital Sunday“, der sich ausschließlich dem Thema Big Data widmete, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit.

DFG-Forschungsgruppe in Köln erhält weitere vier Millionen Euro

Gutes Sehen ist nur möglich, wenn die optische Achse des Auges transparent ist. Entzündungsreaktionen im Auge führen dagegen zum Beispiel durch pathologische Blut- und Lymphgefäßeinsprossung zum Transparenzverlust und zur Erblindung. Um solche fehlgesteuerten Prozesse und die daraus resultierenden Krankheiten zu erforschen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2015 die derzeit einzige Forschungsgruppe im Bereich Augenheilkunde in Deutschland am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln bewilligt. Nun kann die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden.

„World Retina Day“

Internationaler Tag der Netzhaut: Der letzte Samstag im September, der „World Retina Day”, wird seit 1994 traditionell von Organisationen und Verbänden genutzt, um auf die Belange von Menschen aufmerksam zu machen, die von einer Netzhauterkrankung betroffen sind. Erkrankungen der Netzhaut wie die Makuladegeneration (MD) oder Retinitis pigmentosa (RP) sind weltweit eine Hauptursache für Sehverlust und Blindheit. Auch wenn die Grundlagenforschung in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat und die Entwicklungen auf dem Gebiet der Molekulargenetik stetig voranschreiten, gibt es für viele Betroffene oft noch keine gesicherten Therapien, welche die Erkrankungen heilen.

Augenexperten fordern barrierefreie Apps

Der Digitalisierung gehört auch in der Augenheilkunde die Zukunft. Der Patient wird dabei eine aktive Rolle spielen, indem er etwa Apps für Untersuchungszwecke oder zur Behandlungskontrolle nutzt. Damit auch sehbehinderte Menschen davon profitieren, fordern Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)  und Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. Barrierefreiheit für diese Anwendungen. Wichtig für Augenpatienten sind unter anderem die richtige Schriftart, eine verstellbare Schriftgröße und ein ausreichender Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund.

Pionier und Motor der digitalen Revolution in der Augenheilkunde

Vor rund sechs Jahren wurde an der MedUni Wien in Kooperation zwischen dem Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik und der Universitätsklinik für Augenheilkunde der MedUni Wien die hochauflösende optische Kohärenztomographie (OCT) entwickelt: Ein bildgebendes Verfahren, das ähnlich dem Ultraschall – allerdings berührungslos – genaue Schichtbilder der Netzhaut zeigt. Mit Unterstützung der in jüngster Zeit an der Medizinischen Universität Wien entwickelten Algorithmen lassen sich damit binnen weniger Sekunden Erkrankungen der Netzhaut frühzeitig diagnostizieren und gezielt behandeln, so die Medizinische Universität und betont damit ihre Rolle als Pionier und zugleich Motor der digitalen Revolution in der Augenheilkunde – eine Revolution, die nun vor dem weltweiten Durchbruch stehe.