Kurznachrichten

Nachbau der AMD aus komplexen Zellsystemen in Petrischale

“AMD in a dish – die altersabhängige Makuladegeneration in einer Schale”: Hinter diesem Titel verbringt sich ein neues Forschungsprojekt der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, bei dem die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Stephanie Joachim und Dr. rer. nat. Teresa Tsai im Labor ein neuartiges Modell für die altersabhängige Makuladegeneration konzipieren. Hierfür werden sie, im Rahmen eines Netzwerkantrags der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eng mit dem Team von Prof. Dr. Alexa Klettner, Leiterin der Experimentellen Retinologie an der Universitäts-Augenklinik Kiel, und der Gruppe von Dr. Sven Schnichels, Arbeitsgruppenleiter an der Universitäts-Augenklinik Tübingen, zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen die Wissenschaftler die altersabhängige Makuladegeneration aus komplexen Zellsystemen in der Petrischale nachbauen, um die Erkrankung im Labor erforschen zu können.

Augenklinik Sulzbach implantiert Augeninnendrucksensor

Weltweit erstmalig konnte Prof. Peter Szurman, Chefarzt der Augenklinik Sulzbach, den Augeninnendrucksensor ARGOS-SC01 von Implandata zwischen der Aderhaut und der Lederhaut des Auges erfolgreich implantieren, teilt die Augenklinik mit. Der Mikro-Sensor übernimmt eine automatische Überwachung des Augeninnendrucks, was die Versorgung von Patienten mit Glaukom deutlich verbessere und das Risiko einer Erblindung senkt. Das Verfahren wird im Rahmen einer internationalen Studie unter der Leitung der Augenklinik Sulzbach erprobt.

Kryoelektronenmikroskopie zeigt Struktur im ziliärenTransportsystem

Zilien bilden antennenartige Strukturen, die aus den meisten Zellen von Wirbeltieren herausragen. Eine Zilie kann Licht sowie chemische und mechanische Reize in molekulare Signale umwandeln, die die Zelle interpretiert und entsprechend reagiert. Darüber hinaus ermöglichen Zilien den Zellen, miteinander zu kommunizieren und sich zu bewegen. Diese sensorischen, signalgebenden und motorischen Funktionen der Zilien erklären, warum Fehlfunktionen ein so breites Spektrum an menschlichen Krankheiten verursachen können: neben polyzystischer Nierenerkrankung, Bardet-Biedl-Syndrom oder Herzerkrankungen auch Netzhautdegeneration.

Neues Verfahren bei der Katarakt-OP: weniger Kosten und hohe Präzision

Die Operation der Katarakt zählt mit ca. 14 Millionen OPs pro Jahr weltweit zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen. Alleine in Deutschland werden jährlich rund 650.000 Operationen durchgeführt. Forscher des Instituts für Angewandte Optik und Elektronik der TH Köln entwickeln zusammen mit den AZ Augenchirurgischen Zentren AG (AZ-AG) Köln ein präzises und kostengünstiges Verfahren, mit Vorteilen gegenüber den herkömmlichen Operationstechniken. Das Operationswerkzeug ist in der EU, den USA und China zum Patent angemeldet. Gefördert wird das Forschungsprojekt durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Neue Erkenntnisse zu Trockener AMD und Leseeinschränkung

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter. Die so genannte „trockene“ AMD stellt dabei die häufigste Form der Erkrankung dar. Lesehilfen können den Alltag Betroffener erheblich erleichtern. Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Bonn und Oxford zeigt nun unter Einsatz neuester bildgebender Diagnostik, wie krankhafte Netzhautveränderungen mit Leseeinschränkungen zusammenhängen. So lassen sich Therapiestudien besser planen und das Anpassen von Lesehilfen für Betroffene vereinfachen.

Zusammenspiel der Hirnbotenstoffe bei optischen Eindrücken

Wie funktioniert Sehen und was geschieht dabei im Gehirn? Diese so einfach klingende Frage ist wissenschaftlich immer noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) konnten zeigen, dass bereits das Öffnen der Augen die Verteilung der beiden wichtigsten Botenstoffe im Gehirn verändert, unabhängig davon, ob die Person wirklich etwas sieht.

Kooperation in der Gewebespende und Hornhautpräparation

Schwer augenkranke Patienten der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, die auf eine Augenhornhautspende angewiesen sind, können nun schneller als bisher mit einem passenden Gewebetransplantat versorgt werden – dafür sorgt eine neue Kooperation der Klinik mit Deutschlands größtem Netzwerk für Gewebemedizin: Ab sofort organisiert die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) die Augenhornhautspenden am Universitätsklinikum. Damit ist die klinikeigene Lions Hornhautbank Heidelberg nun Teil eines bundesweiten, zentral von der DGFG koordinierten Netzwerkes von Hornhautbanken.

Leonardo da Vinci: Genie dank Strabismus?

Nach Forschungen unter Leitung von Prof. Christopher Tyler von der School of Optometry and Vision Sciences an der City University of London litt der italienische Maler Leonardo da Vinci an Strabismus, was ihm die Möglichkeit gab, dreidimensionale Szenen in seinen Skulpturen und Gemälden darzustellen. Der britische Wissenschaftler untersuchte sechs Kunstwerke von Leonardo da Vinci und seinem Lehrer Andrea del Verrocchio, dem nach Ansicht einiger Experten Leonardo da Vinci Modell gestanden hat, und analysierte die Augenausrichtung der Dargestellten auf den Gemälden, darunter die berühmtesten Werke des italienischen Künstlers: Vitruvian Man und Salvator Mundi, das als teuerstes Gemälde weltweit versteigert wurde. Die Studie „Evidence That Leonardo da Vinci Had Strabismus“ wurde in der Zeitschrift JAMA Ophthalmology veröffentlicht.

Therapieresistenz bei Retinoblastom

Mit Therapieresistenzen bei humanen Retinoblastomen befasst sich ein Forschungsprojekt an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE), das mit 122.500 Euro von der Else-Kröner-Fresenius Stiftung unterstützt wird.
Das Retinoblastom ist der häufigste Augentumor bei Kindern weltweit. In dem Projekt sollen neue Behandlungsstrategien entwickelt werden, die die Nebenwirkungen von Chemotherapien reduzieren helfen.

Nanoroboter steuern erstmals durchs Auge

Wissenschaftler der Forschungsgruppe „Mikro-, Nano- und Molekulare Systeme“ am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart haben propellerförmige Nanoroboter entwickelt, die erstmals in der Lage sind, dichtes Gewebe wie es im Auge vorkommt zu durchbohren. Die 500 Nanometer breiten Propeller weisen eine Antihaftbeschichtung auf, die es ermöglicht, durch die enge molekulare Matrix der gelartigen Substanz im Glaskörper des Auges zu gelangen, wobei die schraubenartige Struktur, Größe und Beschichtung eine relativ ungehinderte Bewegung durch ein Auge erlaubt, ohne dabei das umliegende empfindliche Gewebe zu beschädigen. Bisher war der Einsatz nur in Modellsystemen oder biologischen Flüssigkeiten möglich.Die Forschungsarbeit wurde im Fachjournal Science Advances veröffentlicht.