Kurznachrichten

Nervenzellen als Teamplayer: Wie das Auge Bewegungen erkennt

Forscher der Klinik für Augenheilkunde an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben analysiert: Spezielle Nervenzellen im Auge signalisieren eine Verschiebung der Blickrichtung. Gruppen von diesen Zellen tragen zur Erkennung kleiner Augenbewegungen bei und helfen, die Blickrichtung stabil zu halten. Ein scharfes Abbild der Umgebung wird möglich. Veröffentlicht wurden die Erkenntnisse im renommierten Wissenschaftsmagazin „Neuron“.

UK Essen: Institut für Ophthalmologische Diagnostik gegründet

An der Augenklinik des Universitätsklinikums Essen wird ein neues Institut eröffnet: Das „Achim-Wessing-Institut für Ophthalmologische Diagnostik“ soll künftig die nichtinvasive Bildgebung zur Diagnostik von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Auges fördern und die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen sowie augenärztlichen Einrichtungen ausbauen.

BVA kritisiert TSVG:  “Ziele verfehlt – Gesetz kontraproduktiv”

Es soll ein „Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung“ werden, plant Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands befürchtet, dass das Gesetz beide Ziele verfehlen wird. Im Gegenteil: Es wird zu längeren Wartezeiten führen und die Versorgung der Patienten verschlechtern. Prof. Dr. Bernd Bertram, der erste Vorsitzende des BVA erläutert die wesentlichen Kritikpunkte der Augenärzte.

Augen-Screening mit dem Smartphone kann die Sehkraft retten

Das Smartphone könnte in Zukunft augenärztliche Untersuchungen ermöglichen. Aus einer Handykamera und bestimmten Aufsätzen haben Wissenschaftler aus Bonn ein einfaches Untersuchungsgerät getestet, das vor allem Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zugutekommen soll. Mit einer Forschungsförderung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) konnten die Forscher das Verfahren im Rahmen einer Pilotstudie in Indien erfolgreich testen. Auch in Deutschland wäre ein Einsatz denkbar, etwa in Pflegeheimen oder ländlichen Regionen.

Virtuelles Augenmodell für fs-Lentotomie und fs-Keratotomie

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat gemeinsam mit zwei Projektpartnern ein virtuelles Augenmodell entwickelt, mit dessen Hilfe eine Augenoperation mit dem Femtolaser (fs) simuliert werden kann. Bei der so genannten fs-Lentotomie bei Presbyopie wird die Augenlinse durch Mikroschnitte mit einem Femtosekundenlaser wieder flexibler gemacht, bei der fs-Keratotomie wird die Hornhautverkrümmung durch gezielt gesetzte Schnitte ausgeglichen.

Drei Verhaltens-Module kodieren definierte visuelle Information

Purkinjezellen, eine Schlüsseleinheit des Kleinhirns, werden als verantwortlich gesehen, sensorische und motorische Informationen miteinander zu vernetzen. Ruben Portugues und sein Team am Max-Planck-Institut für Neurobiologie konnten im Zebrafisch eine Einteilung des Kleinhirns in drei Verhaltensmodule nachweisen, von denen jedes eine definierte visuelle Information kodiert.

Informationsverarbeitung: Geplante Abläuf im visuellen System

Ein Team um Professor Constantin Rothkopf am Centre for Cognitive Science der TU Darmstadt hat in einer Studie gezeigt, dass Menschen ihre Augenbewegung unbewusst mehrere Schritte voraus planen können. Die im Journal „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie benutzt Methoden der künstlichen Intelligenz um das menschliche Planungsverhalten zu untersuchen. Die Ergebnisse sind relevant für das Verständnis der Informationsverarbeitung unseres Gehirns.

Studie: Achtsamkeits-Meditation reduziert Augeninnendruck bei Glaukom

In einer wegweisenden Studie im Journal of Glaucoma, Zeitschrift der World Glaucoma Association, wurde ein neues Verfahren zur Behandlung des Augenleidens „Glaukom“ vorgestellt. Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom zeigten nach Teilnahme an einem dreiwöchigen Programm mit Achtsamkeitsmeditation signifikante Verbesserungen des Augeninnendrucks, Verringerung der Stresshormone und einen Anstieg der Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe, die nicht teilnahm.

LMU-Augenklinik: Erforschung des Deep Learning Algorithmus bei AMD

Um Patienten mit einer feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) künftig besser behandeln zu können, haben Forscher der Augenklinik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mittels maschinellem Lernen einen Algorithmus zur Sehschärfevorhersage bei feuchter AMD trainiert. Nun hat die Forschungsgruppe vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie einen Förderbescheid in Höhe von ca. 220.000 € zur weiteren Erforschung des Deep Learning Algorithmus bei AMD erhalten. Das Vorhaben wird in Zusammenarbeit mit der Carl Zeiss Meditec AG, der Medizintechnik-Sparte von ZEISS, durchgeführt, teilt die LMU München mit.

Kodierung visueller Information im Kleinhirn

Obwohl wir wissen, dass das Kleinhirn eine große Rolle beim Koordinieren von Bewegungen und Verhalten spielt, wissen wir kaum etwas darüber, wie die Kleinhirn-Schaltkreise dies tun. Purkinjezellen, eine Schlüsseleinheit des Kleinhirns, werden als verantwortlich gesehen sensorische und motorische Informationen miteinander zu vernetzen. Ruben Portugues und sein Team am Max-Planck-Institut für Neurobiologie haben nun im Zebrafisch eine erstaunlich einfache aber elegante Einteilung des Kleinhirns in drei Verhaltensmodule nachgewiesen. Jedes dieser Module kodiert eine definierte visuelle Information.