Kurznachrichten

BVA: „Makuladegeneration ist eine chronische Krankheit“

Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste das Sehvermögen bedrohende Krankheit. Sie tritt in zwei Formen auf: der langsam fortschreitenden trockenen AMD und der aggressiveren feuchten AMD. Für letztere gibt es eine Behandlung, mit der der Sehverlust meist aufgehalten werden kann. Engmaschige Kontrollen und oft viele Behandlungen müssen allerdings in der Regel über Jahre hinweg erfolgen, denn die AMD ist eine chronische Krankheit, erläutert Netzhautspezialist Prof. Dr. Hans Hoerauf vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Viele Augenverletzungen durch Silvesterböller bei Zuschauern und Passanten

Weit über 800 Augenverletzungen durch Pyrotechnik wurden in den Tagen und Nächten um Silvester 2016 und 2017 von deutschen Augenkliniken gemeldet. Die Hälfte der Betroffenen hatte den verantwortlichen Knallkörper gar nicht selbst gezündet, sondern war nur Passant oder Zuschauer. Die DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft ruft deshalb erneut zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit Raketen und Böllern auf: Feuerwerkskörper gehören in die Hände von ausgebildeten Profis.

Augenärztlicher Check verbessert die Sicherheit im Straßenverkehr

Viele Verkehrsteilnehmer überschätzen das eigene Sehvermögen. Den Sehtest für den Führerschein hat man vor Jahrzehnten ja locker bestanden und man sieht doch alles noch gut genug – das glaubt man zumindest. Nicht selten ist das eine optimistische Selbsttäuschung, weiß Dr. Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Er rät insbesondere Fahrern ab dem 40. Lebensjahr, ihr Sehvermögen und die Gesundheit der Augen regelmäßig beim Augenarzt überprüfen zu lassen.

Wie das Gehirn reagiert, wenn man blind wird

Wenn Mäuse kurz nach der Geburt aufgrund eines Gendefekts erblinden, hat das weitreichende Auswirkungen sowohl auf die Organisation der Großhirnrinde als auch auf die Gedächtnisleistung. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer Studie, die sie am 7. Dezember 2018 online in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ veröffentlichten. In allen Bereichen der Großhirnrinde, die Informationen der Sinne verarbeiten, veränderte sich die Dichte der Rezeptoren für Botenstoffe, die die Erregung regulieren und an der Gedächtnisbildung beteiligt sind. Auch der Hippocampus, eine Struktur, die für das Gedächtnis entscheidend ist, war betroffen.

Stiftung Auge: Ausreichend Bewegung auch bei Sehbehinderung

Ausreichend Bewegung fördert das Wohlbefinden und hilft vielen Erkrankungen vorzubeugen. Gerade für blinde und sehbehinderte Menschen spielt die Bewegung und sportliche Aktivität eine bedeutende Rolle: Sie stärkt das Körpergefühl und Selbstbewusstsein und beugt drohenden Folgen von Bewegungsmangel vor, betont die Stiftung Auge der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und gibt Tipps, welche Sportarten sich für Menschen mit Augenerkrankungen und Seheinschränkungen besonders eignen.

Monitoring für Therapieansätze gegen neuroretinale Degeneration

Patientinnen und Patienten mit der Diagnose „erbliche Netzhautdystrophie“ erwartet ein schweres Schicksal. Aufgrund neuroretinaler Degeneration drohen ihnen der Verlust des Augenlichts und das zum Teil bereits in jungen Jahren. Um gen- und zellbasierte Therapien zur Behandlung der derzeit unheilbaren Erblindungskrankheiten in einem deutschlandweiten Netzwerk zu entwickeln, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einem Schwerpunktprogramm Experten aus der Sehforschung und der klinischen Ophthalmologie. Darunter ist auch die Forschergruppe um Prof. Dr. Jan Kremers und Dr. Cord Huchzermeyer an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die an der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen tätigen Wissenschaftler erhalten eine Förderung von 400.000 Euro. Sie übernehmen in dem thematisch hochaktuellen Projekt einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung innovativer Verfahren zum Monitoring der neu entwickelten Therapien.

Forschungsprojekt zu neuer Substanz bei AMD

Neue Wirkstoffe zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sollen in einem Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen (UDE) zusammen mit der Lead Discovery Center GmbH (LDC) entwickelt werden. Möglich wird dies durch den Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW, der das Dreijahresprojekt mit 905.000 Euro unterstützt. Das gesamte Projektvolumen beträgt 1,3 Millionen Euro.

G-BA: Hornhautvernetzung mit UV-Therapie wird GKV-Leistung

Patienten, die an einem Keratokonus – einer seltenen aber schwerwiegenden Augenerkrankung – leiden, können sich ab sofort mithilfe einer sogenannten Hornhautvernetzung (Crosslinking) behandeln lassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass dieses Therapieverfahren künftig von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden soll. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) begrüßt die Entscheidung und rät allen Betroffenen, untersuchen zu lassen, ob sie für diese Behandlung in Frage kommen.