Kurznachrichten

Neue Erkenntnisse zur Wahrnehmungssteuerung im Gehirn

Augenbewegungen und gerichtete Aufmerksamkeit werden in unserem Gehirn von einer kleinen, zentral sitzenden Struktur im Hirnstamm gesteuert, dem Colliculus Superior („Oberes Hügelchen“). Ein Neurowissenschaftlerteam unter der Leitung von Professor Ziad Hafed vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) an der Universität Tübingen hat nun Hinweise gefunden, dass dieses Hirnareal nicht nur Bewegungen steuert, sondern auch eigenständig visuelle Reize verarbeitet. Es kann grobe, gleichförmige Bildbereiche besonders schnell verarbeiten und stellt so sicher, dass unsere Wahrnehmung die wichtigsten visuellen Informationen aus der Umwelt effizient ansteuern kann.

Studie zum augenärztlichen Screening der diabetischen Retinopathie

Eine neue internationale Studie, die im Rahmen eines vom National Institute for Health Research (NIHR) finanzierten Projekts zum augenärztlichen Screening der diabetischen Retinopathie durchgeführt wurde, hat wichtige Hindernisse und Ermöglicher identifiziert, die mit der Teilnahme an der Untersuchung verbunden sind. Die Forschung wurde in der Zeitschrift Diabetic Medicine veröffentlicht.

Sehschwäche in der Schwangerschaft

Jede sechste werdende Mutter ist während der Schwangerschaft von Augenproblemen betroffen. Die meisten Beschwerden sind harmlos und bilden sich nach der Schwangerschaft von selbst zurück, sagen Experten der DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. In seltenen Fällen können aber auch Symptome auftreten, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Schwangerschaftsvergiftung – die sogenannte Präeklampsie – hinweisen. Bei wechselnder Sehschärfe, Flimmern oder Schatten vor den Augen oder bei komplettem Sehverlust sollten Schwangere sofort einen Augenarzt aufsuchen.

Univ.-Augenklinik Heidelberg feiert 150jähriges Bestehen

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Augenheilkunde, in dem sich die noch junge Fachdisziplin rasant entwickelte und emanzipierte. Diesem Trend wollte man sich in Heidelberg selbstverständlich nicht verschließen: Vor genau 150 Jahren, am 3. August 1868, eröffnete die Universitäts-Augenklinik Heidelberg unter Leitung des neu berufenen Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Otto Becker, der zudem den ersten Lehrstuhl für Augenheilkunde als selbstständiges Fach besetzte.

Neue Erkenntnisse zu Mechanismus der Gestaltwahrnehmung

Wissenschaftler der Universität Graz und Tübingen untersuchten, welche Regionen im Gehirn bei komplexen visuellen Verarbeitungsprozessen aktiv sind. Dabei machten die Forscher eine überraschende Entdeckung: Für die Gestaltwahrnehmung ist vor allem ein Areal im Scheitellappen der Großhirnrinde zuständig, der intra-parietale Sulcus (IPS). Frühere Studien hatten diese Funktion überwiegend dem Schläfenlappen zugeordnet. Die Erkenntnis, die ein neuer Schlüssel zum besseren Verständnis der subjektiven Wahrnehmung ist, wurde kürzlich im Journal of Neuroscience online publiziert.

Warum macht Lesen kurzsichtig?

Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen haben eine unerwartete Ursache dafür gefunden, warum Lesen kurzsichtig machen könnte und leiten daraus eine überraschend einfache Strategie gegen die Entwicklung einer Myopie ab. Die Erkenntnisse wurden im Scientific Reports Nature publiziert.