Kurznachrichten

BVA: Frühe Vorsorge für späteres Sehvermögen notwendig

Rund fünf Prozent der Bevölkerung, in Deutschland, also rund vier Millionen Menschen, verfügen nicht über die Fähigkeit zu binokularem Sehen – sie erleben die Welt nur in zwei Dimensionen. Damit sich das beidäugige Sehen optimal entwickeln kann, rät der Berufsverband der Augenärzte (BVA) dazu, dass Kinder spätestens im Alter von drei Jahren augenärztlich untersucht werden. Diese Vorsorgeuntersuchung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung allerdings nicht bezahlt.

AMD: Neuer Therapienansatz für Frühform

US-Forscher der Universität Lexington/Kentucky gelang der Nachweis eines Moleküls, das an choroidalen Neovaskularisationen beteiligt ist. Die Wissenschaftler entdeckten, dass CCR3, ein Rezeptor-Molekül, das auch an zahlreichen Entzündungsprozessen beteiligt ist, auf der Oberfläche der bei AMD in die Netzhaut einwachsenden Gefäße vorhanden ist. Bei normalen Blutgefäßen fehlt dieser Rezeptor dagegen. Entdeckt wurden die Rezeptoren mithilfe von winzigen Halbleiter-Nanokristallen, die die Forscher als Vehikel für Anti-CCR3-Antikörper in das Auge von Mäusen injizierten. Nach den bisherigen experimentellen Ergebnissen könnte das CCR3-Protein ein früher Marker der AMD sein und die Möglichkeit einer frühen Therapie bieten.

DOC 2009: Gut besucht

Rund 4.800 Teilnehmer verzeichnete auch in diesem Jahr der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOC), der erneut im Congress Center Nürnberg tagte. Obwohl es sich um einen nationalen Kongress der deutschen Augenchirurgen handele, erfreue sich die Tagung doch zunehmend internationaler Beliebtheit, stellte der Kongress-Präsident Dr. Armin Scharrer mit Blick auf Besucher aus rund 50 Ländern fest.

Diagnostik in der Augenheilkunde immer ausgefeilter

Der diagnostische Blick ins Auge wird dank moderner Computertechnik immer detaillierter. Die Patienten profitieren davon, weil die Augenärzte dank der modernen Untersuchungsmethoden auch die Behandlung immer besser individuell abstimmen können. Mit geschultem Blick durch den seit 150 Jahren bewährten Augenspiegel erkennen Augenärzte wichtige Anzeichen für Augenkrankheiten. Dieser diagnostische Einblick, der auf winzige Blutgefäße nirgends sonst im menschlichen Körper so direkt möglich ist, wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch technische Innovationen immer weiter verfeinert. Augenerkrankungen wie Glaukom, Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und diabetische Netzhauterkrankung, die die drei wichtigsten Erblindungsursachen in Deutschland sind, lassen sich so schon in sehr frühen Stadien erkennen. Sie erlauben es außerdem, den Krankheitsverlauf genau zu dokumentieren. Die Behandlung kann so optimal auf den individuellen Fall abgestimmt werden.

Info-Aktion zum morgigen Sehbehindertentag

Viele Betroffene wissen nicht, dass sie mit relativ einfachen „Tricks“ etwas für ihre Lesefähigkeit tun können. Beim diesjährigen Sehbehindertentag am morgigen Samstag, dem 6. Juni, soll sich deshalb alles um dieses Thema drehen. Unter dem Motto „Lesen, so wie ich es mag!“ führt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gemeinsam mit der Thalia-Gruppe eine Info-Aktion in 63 Buchhandlungen durch. Neben Tipps und Tricks von Betroffenen liegt ein Schwerpunkt auf Großdruck- und Hörbüchern. Außerdem steht ein neuartiges Gerät in Taschenbuchgröße zum Ausprobieren bereit, der Sony Reader, der elektronische Bücher in drei verschiedenen Schriftgrößen darstellen kann. Vielerorts werden zudem spezielle Lesegeräte ausgestellt oder Optiker präsentieren Lampen und Sehhilfen, die das Lesen wieder möglich machen.

Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ zieht erstes Fazit

Über vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an Altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahre. Allerdings kennen nur die wenigsten die Symptome der Erkrankung, ihre Folgen und die große Bedeutung der Früherkennung. Ziel der im August 2008 gestarteten Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ war und ist es daher, Betroffene und deren Angehörige über die AMD aufzuklären und ganzheitliche Hilfestellungen anzubieten. Anzeigen in führenden Apothekenkundenmagazinen und Frauenzeitschriften wiesen auf umfassende Informationspakete hin, die telefonisch bestellt werden konnten. Jetzt, zum Ende der ersten Welle, zog die Initiative eine positive Bilanz: Über 10.000 Anfragen liefen bei der Hotline auf, weitere 500 Bestellungen erfolgten über die Homepage, so dass deutschlandweit 28.000 Pakete verschickt werden konnten. Weitere 120.000 Pakete gingen an Augenärzte, Apotheken und Seniorenheime.

Pro Retina-Sprechstunde feiert fünfjähriges Jubiläum

Am kommenden Montag, den 8. Juni, feiert die Pro Retina-Sprechstunde auf dem Venusberg ein Jubiläum: Vor fünf Jahren riefen die Selbsthilfeorganisation Pro Retina Deutschland e.V. und die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn dieses Pilotprojekt ins Leben. Erstmals in Deutschland berieten damit Netzhautpatienten ehrenamtlich ratsuchende Gleichbetroffene direkt in der Klinik. Mittlerweile entstanden auch in Berlin und Ahaus weitere Sprechstunden nach diesem Vorbil