Kurznachrichten

“Sechs Richtige!” Louis Braille und die Blindenschrift

Eine Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin würdigt Louis Braille, den vor 200 Jahren geborenen Erfinder der Punktschrift. „Sechs Richtige!“, so der Titel, klingt nach Jackpot. Und in der Tat ist die Blindenschrift, deren Grundform aus sechs Punkten besteht, bis in die heutige Zeit ein Hauptgewinn für blinde Menschen. Die segensreiche Erfindung des Franzosen Louis Braille steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die das Museum für Kommunikation Berlin vom 18. September bis zum 13. Dezember 2009 zeigt. Im Internationalen Louis-Braille-Jahr beleuchtet die vom Deutschen Blinden-Museum Berlin konzipierte Schau das Prinzip der Braille-Schrift und ihren Siegeszug bis hin zur Anwendung im Computerzeitalter.

Mikrostents als neue Therapieoption bei Glaukom

Eine vielversprechende neue Methode in der Glaukomtherapie ist der Einsatz so genannter Mikrostents. Diese röhrenförmigen Gefäßstützen leiten überschüssiges Kammerwasser direkt in das natürliche Abflusssystem des Auges ab. Diese und weitere Entwicklungen in der Glaukomchirurgie diskutieren Augenärzte auf dem 107. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Leipzig.

Neuer Nervenzelltyp in der Netzhaut entdeckt

Wenn eine Maus einen Raubvogel entdeckt, muss sie schnell reagieren und die Flucht ergreifen. Dabei erkennt sie zunächst, dass sich ein Objekt annähert. Der Wahrnehmungsprozess beginnt im Auge, genauer gesagt in der Netzhaut oder Retina. Doch was passiert dort genau? Dr. Thomas Münch vom Werner Reichardt-Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen hat in Zusammenarbeit mit Prof. Rava Azeredo da Silveira von der Ecole Normale Supérieure in Paris, Dr. Botond Roska und weiteren Wissenschaftlern vom Friedrich-Miescher-Institut in Basel sowie der kanadischen Dalhousie University in der Mausretina einen Nervenzelltyp entdeckt, der auf Annäherung spezialisiert ist, teilte die Universität Tübingen mit.

Sakkadentraining hilft Menschen mit Gesichtsfeldausfall

Nach einem Hirnschaden leiden bis zu 40 Prozent der Betroffenen unter einer Sehstörung. Bei vielen Patienten fallen dabei Teile des Gesichtsfeldes aus, sie erblinden halbseitig. Ein computerbasiertes Sehtraining kann ihnen helfen, sich besser in ihrer Umwelt zu orientieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Tübinger Augenärzten, berichtet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), die den Einsatz der Methode zur Rehabilitation von neurologischen Patienten befürwortet.

Regeneration des Sehnervs durch Pam3Cys

Die Arbeitsgruppe um Professor Dietmar Fischer (Experimentelle Neurologie der Universität Ulm) berichtet in der Zeitschrift Investigative Ophthalmology and Visual Science über positive Effekte nach Injektion des spezifischen Toll-like-Rezeptor-Agonisten Pam3Cys: ein Einsatz dieser Substanz könnte zur Neuroprotektion und Regeneration des Sehnerven und beispielsweise zur Behandlung von bisher nicht-therapierbaren Formen des Glaukoms möglich sein.

Auch Augenärzte lassen sich lasern

Wie groß ist das Vertrauen der Augenärzte in die LASIK-Methode? Lassen sich Augenärzte selbst auch lasern? Der VSDAR e.V., Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und refraktive Chirurgie, ging bereits im Jahr 2004 dieser Frage nach und verschickte an 4.800 der ca. 6.400 in Deutschland praktizierenden Augenärzte einen Fragebogen zum Thema.