Kurznachrichten

Sehen mit einer Gehirnhälfte

Das Gehirn kann das Fehlen einer ganzen Hirnhälfte teilweise ausgleichen. Diese erstaunliche Entdeckung gelang Max-Planck-Forschern bei der Untersuchung einer Patientin, bei der sich aufgrund einer Entwicklungsstörung im Mutterleib die rechte Großhirnhälfte nicht ausgebildet hat. Trotzdem besitzt die Patientin ein fast normales Sehvermögen. Offenbar hat die linke Hirnhälfte der Patientin die Aufgaben der rechten übernommen und verarbeitet die Signale aus dem Auge nun alleine.

DOG: Neue Zertikate bescheinigen Zusatzqualifikationen

Für die Ophthalmo-Pathologie und für die plastisch-rekonstruktive und ästhetische Chirurgie in der Augenheilkunde bescheinigt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Augenärzten künftig Zusatzqualifikationen. Mediziner, die zusätzlich zu ihrer Facharztausbildung in der Augenheilkunde weitere besondere Kenntnisse in diesen Bereichen erworben haben, können die jeweiligen Zertifikate bei der DOG beantragen.

AMD: Kasse darf nicht zu Avastin®-verordnenden Augenärzten umlenken

Das Umlenken von AMD-Patienten durch Krankenkassen zu Ärzten, die statt des zugelassenen Medikaments Lucentis® bei feuchter AMD im Off-Label-Use den VEGF-Hemmer Avastin® injizieren, ist unzulässig. Darauf hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in einem Rechtsstreit zwischen einem Augenarzt und der Barmer Ersatzkasse hingewiesen.

Urteil: Keine Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und einzelnem Augenoptiker

Ein Augenarzt darf in seiner Praxis nicht in Zusammenarbeit mit einem Augenoptiker Brillen anbieten und anpassen, da dies nicht Bestandteil einer ärztlichen Therapie sei. Auch eine Bequemlichkeit der Patienten so alle Leistungen aus einer Hand beziehen zu können, sei kein die Vorgehensweise rechtfertigender Grund. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.

BVA: Frühe Vorsorge für späteres Sehvermögen notwendig

Rund fünf Prozent der Bevölkerung, in Deutschland, also rund vier Millionen Menschen, verfügen nicht über die Fähigkeit zu binokularem Sehen – sie erleben die Welt nur in zwei Dimensionen. Damit sich das beidäugige Sehen optimal entwickeln kann, rät der Berufsverband der Augenärzte (BVA) dazu, dass Kinder spätestens im Alter von drei Jahren augenärztlich untersucht werden. Diese Vorsorgeuntersuchung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung allerdings nicht bezahlt.

AMD: Neuer Therapienansatz für Frühform

US-Forscher der Universität Lexington/Kentucky gelang der Nachweis eines Moleküls, das an choroidalen Neovaskularisationen beteiligt ist. Die Wissenschaftler entdeckten, dass CCR3, ein Rezeptor-Molekül, das auch an zahlreichen Entzündungsprozessen beteiligt ist, auf der Oberfläche der bei AMD in die Netzhaut einwachsenden Gefäße vorhanden ist. Bei normalen Blutgefäßen fehlt dieser Rezeptor dagegen. Entdeckt wurden die Rezeptoren mithilfe von winzigen Halbleiter-Nanokristallen, die die Forscher als Vehikel für Anti-CCR3-Antikörper in das Auge von Mäusen injizierten. Nach den bisherigen experimentellen Ergebnissen könnte das CCR3-Protein ein früher Marker der AMD sein und die Möglichkeit einer frühen Therapie bieten.