Kurznachrichten

Wegen Resistenzen: Bindehautentzündung zunächst ohne Antibiotika behandeln

Bakterien, die eine Bindehautentzündung auslösen, reagieren zunehmend unempfindlich auf Antibiotika. Zu diesem Ergebnis kommt eine Publikation in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde (Thieme, Stuttgart 2012). „Diese Entwicklung ist alarmierend“, erklärt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die DOG rät Ärzten daher zur Zurückhaltung bei der Verordnung von Antibiotika. In vielen Fällen helfen auch Augenreinigungen und Tränenersatzflüssigkeit. Ist die Gabe von antibiotischen Augentropfen unumgänglich, sollten sich Betroffene auf bestimmte Wirkstoffe beschränken, so die Experten.

„Tag des Sonnenschutzes“ – Warum die Augen UV-Schutz brauchen

Ganz gleich, ob man den Sommer am Meer oder in den Bergen genießt: Eine Sonnenbrille, die die Augen zuverlässig vor UV-Strahlung schützt, gehört mit ins Gepäck. Dr. med. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erläutert zum heutigen Tag des Sonnenschutzes am 21. Juni, was eine gute Sonnenbrille ausmacht. Denn: Zu viel Sonnenlicht kann die Hornhaut und auch die Netzhaut schädigen.

Neue Studie belegt: Sturzgefahr durch schlechtes Sehen im Alter

Eine glatte Stufe, ein loser Teppich, ein herumliegendes Kabel und schon passiert´s: Ältere Menschen stolpern leicht und stürzen schnell. Rund fünf Millionen Stürze zählt die Statistik jedes Jahr allein unter deutschen Senioren. Je älter der Patient, desto größer das Sturzrisiko. „Schlechtes Sehen gehört dabei mit zu den häufigsten Sturzursachen“, sagt Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) auf dem 25. Internationalen Kongress der Deutschen Augenchirurgen (DOC 2012), der vom 14. bis 16. Juni in Nürnberg stattfand. „Bei Menschen, die schlecht sehen, ist das Sturzrisiko fast doppelt so hoch. Doch leider wird dieses Risiko immer noch viel zu wenig beachtet.“

Europäischer Sehforschungspreis 2012 für Prof. Frank Schaeffel

Der Europäische Sehforschungspreis 2012 für besonders herausragende Beiträge im Bereich der Sehforschung, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wird, geht an Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel. Der renommierte Sehforschungspreis wird am 11. Oktober 2012 im Rahmen der EVER-Konferenz in Nizza überreicht werden. Schaeffel ist stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie Leiter der am Forschungsinstitut für Augenheilkunde ansässigen Sektion für Neurobiologie des Auges und erhält den Europäischen Sehforschungspreis für langjährige herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung, teilt das Universitätsklinikum Tübingen mit.

Augenklinik Tübingen: Sprechstunde für erbliche Netzhautdegenerationen ausgezeichnet

Prof. Dr. Eberhard Zrenner und Dr. Antje Bernd, beide Universitätsklinikum Tübingen, sind Preisträger des ACHSE – Central Versorgungspreises für chronische seltene Erkrankungen 2012. Ihr Projekt, die Sprechstunde für erbliche Netzhautdegeneration an der Tübinger Universitäts-Augenklinik gilt als bundesweit größte Sprechstunde für diese seltenen Erkrankungen und bietet seit 1989 eine patientenfreundliche und interdisziplinäre ambulante Versorgung der Betroffenen. Mit ihrem Konzept haben sie die Versorgung von Menschen mit erblichen Netzhautdegenerationen erheblich verbessert, wie es in der Begründung der Auszeichnung heißt.

6. Juni Sehbehindertentag – Bundesweite Aufklärungskampagne startet

Diabetes zählt in Deutschland zu den Volkskrankheiten wie etwa Rheuma oder Asthma. Eine mögliche Auswirkung, die vielen Diabetikern früher oder später zu schaffen macht, sind Diabetische Netzhauterkrankungen – in Deutschland die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Am 6. Juni 2012, dem Sehbehindertentag (http://www.sehbehindertentag.de), werden an vielen Orten in Deutschland Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Diabetische Netzhauterkrankungen stattfinden. Darauf weist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hin.

Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen mehrere Verbände von Augenärzten ein

Das Bundeskartellamt hat ein Kartellverwaltungsverfahren gegen mehrere Verbände von Augenärzten eingestellt. Das Verfahren betraf wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen im Rahmen einer Ausschreibung der AOK Bayern für eine besondere ambulante augenchirurgische Versorgung bei Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) nach §73c SGB V im Jahr 2011. Begründet wurde die Einstellung mit der Beteiligung der KV Bayerns: Da der Gesetzgeber eine Teilnahme der KVen an Ausschreibungsverträgen explizit vorgesehe, sei eine Sanktionierung nicht angezeigt, teilt das Bundeskartellamt mit.

100 Jahre DBSV: Louis Braille Festival der Begegnung

Das Jahr 2012 steht ganz im Zeichen des hundertjährigen Jubiläums der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), für das Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft übernommen hat. Neben vielfältigen Jubiläumsfeierlichkeiten wird vom 1. – 3. Juni das zweite Louis Braille Festival der Begegnung im Tempodrom und auf dem angrenzenden Festivalgelände stattfinden, teilt der Verband mit. Es werde mit ca. 3.500 Teilnehmern das größte Fest für blinde und sehbehinderte Menschen sein, das es jemals in Europa gegeben habe. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.

Pauschalpreisangebote für Augenlaserbehandlungen sind wettbewerbswidrig

Das Anbieten von Augenlaserbehandlungen zum Pauschalpreis ist wettbewerbswidrig. Dies hat das Landgericht Köln durch Urteil vom 08.05.2012 (Az. 33 O 535/11) entschieden. Anlass war der Versuch eines niedergelassenen Kölner Augenarztes über das Internetportal Groupon Augenlaserbehandlungen für „999 Euro statt 3.500 Euro“ anzubieten. Hiergegen klagte die Frankfurter Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V., die darin eine Verletzung wettbewerbsrechtlicher Vorschriften sah, teilt derVerband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und refraktive Chirurgie (VSDAR) mit.