Kurznachrichten

DOG: Augenärzte fordern leitlinienorientierte Bonusverträge

Vor einer zunehmenden Ökonomisierung in der Augenheilkunde warnt der Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl. „Stattdessen sollten wir uns noch stärker an den ethischen Aspekten unserer Aufgabe orientieren, zum Wohle des Patienten“, betont Steuhl. Ethik wird daher ein Schwerpunkt auf dem 110. DOG-Kongress sein, der vom 20. bis 23. September in Berlin stattfindet. Unter anderem widmet sich eine Podiumsdiskussion dem Thema „Augenheilkunde heute – im Spannungsfeld von Ethik und Ökonomie“. Klaus-Peter Steuhl plädiert für klare Regeln im Umgang mit Patienten, Kollegen und Industriepartnern sowie Bonusverträgen, die leitliniengerechtes Behandeln honorieren müssen.

Achiasmie: Neuorganisation des Gehirns gewährt Sehen

In einer umfangreichen internationalen Kooperation ist es Wissenschaftlern, unter anderem der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, gelungen, zwei extrem seltene Fälle ohne Sehnervenkreuzung (Achiasmie), detailliert zu untersuchen. Wie die Universität mitteilt, haben die Arbeitsgruppe dabei eine alternative Organisation des menschlichen Sehsystems nachgewiesen, die Grundfunktionen des Sehens gewährleistet.

Depression: Geringere Reaktion der Netzhaut auf optische Reize

Depression und Melancholie werden in Kunst und Literatur schon immer mit visuellen Begriffen umschrieben: Grau und Schwarz sind die Farben, die für Melancholie oder Depressivität stehen. Im Englischen dagegen wird die niedergedrückte Stimmung mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht, etwa, wenn ein deprimierter Mensch sagt: „I’m feeling blue“. Dass sich hinter diesen Sprachbildern auch eine empirische Wirklichkeit versteckt, hat nun nach Miteilung des Uuniversitätsklinikums Freiburg eine Arbeitsgruppe mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Psychiatrie, Psychotherapie und Augenheilkunde herausgefunden.

Diagnose Bluthochdruck beim Augenarzt

„Leiden Sie schon lange an Bluthochdruck?“ – Über diese Frage sollten sich Patienten nicht wundern, auch wenn sie ihren Augenarzt „nur“ wegen einer neuen Brille aufgesucht haben. Bei der Untersuchung der Netzhaut kann der Augenarzt den Zustand der feinen Blutgefäße am Augenhintergrund beurteilen. Er erkennt, ob sie bereits durch einen langfristig zu hohen Blutdruck geschädigt wurden. Darauf macht der Berufsverand der Augenärzte (BVA) aufmerksam.

Ludwig von Sallmann-Preis für Professor Eberhard Zrenner

Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner, Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen erhält heute im Rahmen der Tagung der „International Society for Eye Research“ in Berlin den renommierten US-amerikanischen Ludwig von Sallmann-Preis in Höhe von 35.000 Dollar. Damit wird sein Lebenswerk in der Erforschung der Ursachen und Entwicklung neuartiger Therapieverfahren für blindheitsverursachende erbliche Netzhautdegenerationen geehrt. Zrenner ist in einer langen Reihe von weltberühmten Augenforschern der erste Deutsche, der von dem zweijährlich tagenden internationalen Preisrichterkomitee den Preis zugesprochen bekommen hat, teilt die Universität Tübingen mit.

“Wir sehen uns!” – Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober

„Wir sehen uns“ heißt es vom 8. bis 15. Oktober 2012 bei der elften Woche des Sehens. Bundesweit informieren Selbsthilfegruppen, Augenärzte und -kliniken sowie internationale Hilfswerke über die Bedeutung von gutem Sehen, die Ursachen von Sehbehinderung und Blindheit sowie über die Möglichkeiten, das Augenlicht zu erhalten. Die Fernsehjournalistin Gundula Gause ist, wie bereits in den Vorjahren, Schirmherrin der Initiative. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte (BVA) im Vorfeld aufmerksam.

Update erbliche Netzhauterkrankungen: Licht am Ende des Tunnels

Eine entscheidende Hürde in Diagnostik und Therapie erblicher Netzhauterkrankungen haben Wissenschaftler in den letzten Jahren genommen – sie haben den Sprung vom Labor in die Klinik geschafft. Eine Vielzahl verschiedener Therapiekonzepte wird bereits in klinischen Studien an Patienten erprobt oder steht kurz davor. Von einem „Durchbruch“ sprechen Experten auf dem 17. Weltkongress der Selbsthilfeorganisation Retina International auch angesichts der neuen Möglichkeiten der Genanalyse, welche die Diagnostik dieser Erkrankungen einerseits erleichtert, die Genetiker, Augenärzte und Patienten aber auch vor neue Herausforderungen stellt.

Sehbehinderung und Erblindung: Prävalenz leicht rückläufig

Eine neue Studie belegt, dass die Häufigkeit von Erblindung und Sehbehinderung in Deutschland leicht gesunken ist. Obwohl aufgrund der demografischen Entwicklung eher steigende Zahlen zu erwarten wären, haben eine bessere Versorgung und neue Therapien diese Entwicklung offenkundig verhindert, heißt es seitens einer Arbeitsgruppe um Prof. Frank G. Holz von der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Es gibt Licht am Horizont“, sagt auch Christina Fasser aus Zürich, Präsidentin von Retina International, einem Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfeorganisationen im Vorfeld des 17. Retina International World Congress am 14. und 15. Juli 2012 in Hamburg.

Neuer Vertrag zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern

Techniker Krankenkasse (TK) und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) haben erstmalig mit Wirkung zum 1. Juli 2012 einen Vertrag über eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern vereinbart. Teilnahmeberechtigt sind alle zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Augenärzte aus dem Bereich Westfalen-Lippe – eine gesonderte Teilnahmeerklärung ist nicht erforderlich, teilen TK und KVWL mit.