Kurznachrichten

Hilfswerke fordern mehr Augenärzte in Entwicklungsländern

Zum Welttag des Sehens (11. Oktober) weisen die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) auf einen starken Mangel an Augenärzten und augenärztlichem Personal in Entwicklungsländern hin. Menschen, die von Blindheit bedroht sind, und sehbehinderte Menschen werden dort nicht ausreichend versorgt. So sei in Malawi zum Beispiel ein Augenarzt für 1,4 Millionen Menschen zuständig, während in Deutschland ein Augenarzt durchschnittlich nicht mehr als 20.000 potentielle Patienten hat. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hin. Die internationalen Hilfswerke sehen deshalb die Aus- und Weiterbildung einheimischer medizinischer Fachkräfte als wichtigen Bestandteil einer effizienten Entwicklungszusammenarbeit. Oftmals fehle es aber am Geld für die notwendige Ausbildung. Die Hilfswerke vergeben deshalb Stipendien und bauen Ausbildungszentren auf.

E-FAB: Neues Expertenforum verweist auf vermeidbare Blindheit in Europa

Am heutigen Welttag des Sehens 2012 zeigt eine Umfrage der E-FAB (European Forum Against Blindness; Europäisches Forum gegen Blindheit) unter mehr als 5.000 Menschen in fünf EU-Ländern, dass 53 % der Befragten sich eher darüber Sorgen machen, dass sie ihre Sehkraft verlieren könnten, als darüber, dass sie andere Krankheiten entwickeln könnten, wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen. In der Umfrage zeigte sich, dass der Verlust des Sehvermögens gleich nach dem Gedächtnisverlust die primäre gesundheitliche Sorge der Menschen beim Älterwerden darstellt. darauf weist die E-FAB in einer Mitteilung hin.

EU unterstützt Tübinger Forschungsprojekt

Mit nahezu fünf Millionen Euro unterstützt die Europäische Union in den nächsten drei Jahren einen Zusammenschluss aus Firmen und Wissenschaftlern unter der Führung des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. Ziel des Forschungsprojektes „Drugsford“ ist es, neue Wege für die Behandlung von erblichen Seherkrankungen zu finden, teilt die Universität Tübingen mit.

Aufklärungskampagne “Woche des Sehens” startet heute

Ab heute informieren bundesweit Selbsthilfegruppen, Augenärzte und -kliniken sowie internationale Hilfswerke über die Bedeutung von gutem Sehen, die Ursachen von Sehbehinderung und Blindheit sowie über die Möglichkeiten, das Augenlicht zu erhalten. „Wir sehen uns“ heißt es vom 8. bis 15. Oktober 2012 bei der elften Woche des Sehens.
Die Fernsehjournalistin Gundula Gause ist, wie bereits in den Vorjahren, Schirmherrin der Initiative.

Künstliche Hornhaut vor klinischer Erprobung

Eine Arbeitsgruppe vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Aachener Centrum für Technologietransfer ACTO e. V. künstliche Hornhäute. Wissenschaftliche Partner im Projekt „ARTCORNEA“ sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das ACTO e. V. und die Augenklinik Köln-Merheim, an der in Kürze die klinische Erprobung beginnen soll. „Wir entwickeln zwei unterschiedliche künstliche Hornhäute, eine davon können wir als einfachen Transplantatersatz den Patienten einsetzen, die eine Spenderhornhaut gut vertragen, aber wegen des großen Mangels keine erhalten“, sagte Dr. Joachim Storsberg, Projektleiter am IAP.

KBV bricht Honorarverhandlungen ab: Geplante Protestmaßnahmen der Ärzteschaft

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gestern (3. September) weitere Honorarverhandlungen für 2013 mit dem GKV-Spitzenverband für gescheitert erklärt und daraufhin abgebrochen. Die Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent (oder 0,04 Cent) durch den Schlichter sei geradezu ein Hohn und eine Diffamierung der Ärzteschaft durch die Vertreter der Krankenkassen. Es ist deshalb in den kommenden Tagen mit Protestmaßnahmen von Seiten der Ärzteschaft zu rechnen.

DOG rät: Bei Neurodermitis, Allergie und Gürtelrose jährlich zum Augenarzt

Patienten, die unter bestimmten Hauterkrankungen leiden, müssen besonders auf ihre Augen achten. So sind Allergiepatienten besonders anfällig für das Trockene Auge, in schweren Fällen von Neurodermitis steigt die Gefahr für Bindehauttumoren. Eine Gürtelrose wiederum kann durch eine Entzündung im Augeninneren schaden. Betroffene sollten daher einmal jährlich den Augenarzt aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld des 110. DOG-Kongresses hin, der vom 20. bis 23. September in Berlin stattfindet.