Kurznachrichten

Tandem-Sternfahrt für mehr Teilhabe behinderter Menschen

In ganz Deutschland sowie in sechs benachbarten Ländern machen sich in den nächsten Wochen blinde und sehbehinderte Radfahrer auf den Weg nach Berlin. Gemeinsam mit ihren sehenden „Piloten“ sind sie Teilnehmer einer Tandem-Sternfahrt, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und dem Verein Tandem-Hilfen veranstaltet wird, teilt der DBSV mit.

RUB: Neue Methode zur Behandlung von Gesichtsfeldausfällen

Patienten mit einem halbseitig blinden Sehfeld profitieren davon, Schallreize auf der beeinträchtigten Seite zu hören, berichten Wissenschaftler der RuhrUniversität Bochum (RUB). Nachdem die Patienten eine Stunde lang passiv Tönen gelauscht hatten, habe sich ihre Wahrnehmung von Lichtreizen in der blinden Sehfeldhälfte signifikant verbessert. Verantwortlich für diesen Effekt sind Nervenbahnen, die Informationen verschiedener Sinne gleichzeitig verarbeiten. „Wir haben damit einen völlig neuen Weg der Therapie beschritten“, sagt Priv.-Doz. Dr. Jörg Lewald aus der RUB-Arbeitseinheit Kognitionspsychologie.

DOG: Frühgeborenen-Retinopathie bestmöglich behandeln

Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) ist in Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Kindesalter. Durch die Netzhauterkrankung erleiden bundesweit jährlich rund 500 Frühchen schwere Schäden am Auge. Um deren Sehkraft zu retten, nutzen Ärzte derzeit zwei Verfahren: Entweder behandeln sie die Netzhaut mittels Laser oder sie spritzen den Wirkstoff Bevacizumab, bekannt als Avastin, direkt ins Auge des Kindes. Wann es sinnvoll ist, das zurzeit nur im Off-Label-Use verfügbare Avastin einzusetzen, beschreiben die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), die Retinologische Gesellschaft und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) jetzt in einer Stellungnahme. Demnach hängt die Wahl der Therapie sowohl vom Stadium der Retinopathie ab als auch von der betroffenen Zone im Auge.

BVA-Kontaktlinsenkongress am 2. und 3. Juni in Wiesbaden

Zum zwölften Mal richtet der Berufsverband der Augenärzte (BVA) einen Kontaktlinsenkongress aus und lädt am 2. und 3. Juni ins Kurhaus nach Wiesbaden ein. Neben dem Thema Kontaktlinsen sind Erkrankungen der Augenoberfläche ein weiterer Schwerpunkt der Tagung. Der BVA-Kongress der Ressorts Kontaktlinsen und Trockenes Auge findet alle drei Jahre in Wiesbaden statt. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter mehr als 300 Teilnehmer. Geleitet wird der Kongress von Dr. Gerald Böhme (Backnang), BVA-Ressort Kontaktlinsen, und Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf), BVA-Ressort Trockenes Auge.

„Meilenstein in der Langzeitkultivierung von Gewebe gesetzt“

Forschern der Universität Leipzig ist es erstmals gelungen, mit einem neu entwickelten Verfahren adultes Gewebe über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Wirkstoffe können so direkt in der Petrischale getestet werden. Tierversuche und klinische Studien am Menschen werden dadurch überflüssig. Eine komplette Netzhaut etwa kann nun im Labor kultiviert und erforscht werden.

Prof. John Marshall mit Junius-Kuhnt-Award ausgezeichnet

Prof. John Marshall mit Junius-Kuhnt-Award ausgezeichnet

Der britische Physiker Prof. John Marshall ist im Rahmen des „Makula Update 2012“ am vergangenen Freitag in Neuss mit dem 6. Junius-Kuhnt-Award geehrt worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird seit 2007 an Ophthalmologen, aber auch Grundlagenwissenschaftler anderer Fachbereiche verliehen, die für die Therapie und Erforschung der AMD Außergewöhnliches geleistet haben. Der Junius-Kuhnt-Award wird gemeinsam von der Universitäts-Augenklinik Bonn, vertreten durch Prof. Dr. Frank G. Holz, und Novartis Pharma GmbH Nürnberg, vertreten durch Susanne Kohout, getragen.

Massen-Screening zur Augengesundheit in China mit deutscher Unterstützung

Mit dem „Beijing Eye Public Health Care Project“ ist in China auf Basis der Telemedizin eine Infrastruktur für das Massen-Screening von älteren Menschen entwickelt und deren Effizienz gemessen worden. Mehr als 560.000 Bewohner der ländlichen Region um Peking (Greater Beijing) im Alter von 55 bis 85 Jahren – und damit mehr als 80 Prozent der Zielgruppe – folgten dem Aufruf des dortigen öffentlichen Gesundheitswesens und ließen ihren Augenstatus erfassen, berichtet die Universität Mannheim.