Kurznachrichten

Gen-Schalter reguliert retinales Gefäßwachstum

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Professor Alfred Nordheim am Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen hat bei Experimenten mit Mäusen entdeckt, dass über den Transkriptionsfaktor SRF (Serum Response Factor) die Gene für das Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut des Auges eingeschaltet werden. Die Wissenschaftler haben durch Ausschalten dieses Faktors einerseits bei neugeborenen, andererseits bei erwachsenen Mäusen bestimmte Krankheitsbilder der Augen künstlich erzeugt. Ihre Erkenntnisse, die aktuell in The Journal of Clinical Investigation veröffentlicht werden, liefern nach Mitteilung der Universität Tübingen direkte Hinweise auf Augenkrankheiten des Menschen und ergeben konkrete Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapien bei Fehlfunktionen der Netzhaut und des Glaskörpers

Nanoteilchen als Arznei-Transporter bei Netzhauterkrankungen

Forscher der Universität Regensburg haben Nanoteilchen entwickelt, die künftig in der Augenheilkunde eingesetzt werden könnten: Die nur etwa 50 Nanometer großen Teilchen setzen sich – nach der Injektion in den Blutkreislauf – an der Wand der Blutgefäße fest, die die Netzhaut versorgen. Wie die Universität Regensburg mitteilt, sei damit ein erster großer Schritt hin zur Produktion von „Nano-Transportern“ gelungen, die in Zukunft Arzneistoffe über die Blutbahn ins Auge transportieren. Krankheiten wie die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder die diabetische Retinopathie könnten so therapiert werden. Die Forscher haben ihre Nanoteilchen in der renommierten Fachzeitschrift „PNAS“ (DOI: 10.1073/pnas.1220281110) vorgestellt.

Leipzig: UKL-Augenärzte informieren über neues Netzhautprothesen-System

Wird die Netzhaut durch Erkrankung oder Verletzung zerstört, verlieren die Betroffenen die Sehkraft. Denn nur die Netzhaut kann Licht in Nervenimpulse umwandeln, die zum Gehirn geleitet werden. Besonders bei Retinitis pigmentosa, einer angeborenen Netzhautveränderung, gab es bisher keine Behandlungsmöglichkeiten. Ein bionisches Auge bietet jetzt erstmals Hoffnung: Mit Hilfe einer videogestützten Netzhautprothese können Betroffene teilweise wieder sehen. darauf macht die Universitäts-Augenklinik Leipzig aufmerksam. Um Patienten, Angehörige und Augenärzte über das neue Prothesensystem zu informieren, laden die UKL-Augenärzte am 27. März zu einer Informationsveranstaltung im Universitätsklinikum Leipzig ein. Die Vorstellung des Netzhaut-Implantatsystems Argus II beginnt 16. 00 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik in der Liebigstraße und ist für alle Interessierten offen.

Blinde und sehbehinderte Menschen fordern Zugang zu elektronischem Behördenverkehr

Die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen werden in Deutschland vielfach verletzt. Dies belegt nach Mitteilung des DBSV ein 80-seitiger Bericht mit dem Titel „Für Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Barrierefreiheit, Inklusion!“. Der von der BRK-Allianz, einem Zusammenschluss von 78 Organisationen der Zivilgesellschaft, erstellte Bericht, wurde heute – und damit vier Jahre nach In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland – dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages, Tom Koenigs, überreicht, morgen wird er an Bundessozialministerin Ursula von der Leyen übergeben.

NPC-Screening bei vertikaler Blicklähmung, frühem kognitiven Abbau und Ataxie

Morbus Niemann-Pick Typ C (NPC) ist eine häufig tödlich verlaufende, seltene hereditäre Lipidspeicherkrankheit mit schwerem neurodegenerativen Abbau. Die Diagnose erfolgt aufgrund der variablen neurologischen, psychiatrischen und organischen Krankheitszeichen oftmals erst spät. Charakteristische Symptom-Kombinationen, die eine frühzeitige Diagnosestellung mit hoher Sicherheit erlauben, waren bislang noch kaum bekannt. Leiden Jugendliche und Erwachsene mit einer Ataxie auch an einer Lähmung der vertikalen Augenbewegung und frühem kognitivem Abbau, dann ist NPC eine wahrscheinliche Diagnose. Das belegt eine aktuelle Studie von Tübinger Hirnforschern, die im internationalen Fachjournal Neurology erscheint. 24 Studienteilnehmer wurden untersucht, 13 von ihnen mit dieser Symptom-Trias. Bei vier von ihnen war Niemann-Pick Typ C der Auslöser dieser Krankheitszeichen. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb eine vorrangige Untersuchung auf NPC bei dieser Symptom-Kombination, teilt das Universitätsklinikum Tübingen mit.

SightCity Forum: Vorträge und Workshops für Patienten und Fachbesucher

Vom 24. bis 26. April 2013 öffnet in Frankfurt zum elften Mal die SightCity, Europas größte Fachmesse für Sehbehinderten- und Blindenhilfsmittel, ihre Türen. Neben einer großen Ausstellung mit innovativen Neuheiten und bewährten Hilfsmitteln steht besonders der Austausch zwischen Medizinern, Hilfsanbietern und Betroffenen im Zentrum der Messe. Das SightCity Forum bietet hierzu an den drei Messetagen ein umfangreiches Vortrags- und Diskussionsprogramm. Veranstltzet wird die Fachmess von LowVision-Stiftung gGmbH und dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie e. V. (ACTO) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) und PRO RETINA Deutschland e. V. sowie den Berufsbildungswerken und Berufsförderungswerken.

Modellprojekt „Sehen im Alter“

Mit dem deutschlandweit bislang einmaligen Modellprojekt „Sehen im Alter“ untersuchen die Blindeninstitutsstiftung und die LowVision-Stiftung das Sehvermögen von rund 500 Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioreneinrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e.V. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist herauszufinden, wie gut die augenärztliche, optische und rehabilitative Versorgung der Menschen in Senioreneinrichtungen derzeit ist und wie diese verbessert werden kann. Darauf macht die Blindeninstitutsstiftung aufmerksam.

Vision und Diabetes – Leopoldina Symposium in Rostock

nter dem Motto Vision and Diabetes (Sehen und Zuckerkrankheit) hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu einem Symposium vom 15.-16. März 2013 in das Rostocker Max-Planck-Institut für Demographische Forschung eingeladen. “Ziel ist es, neue Entwicklungen in der Diabetes-Forschung und deren Auswirkungen auf das Sehorgan zu diskutieren und nach optimalen Behandlungsstrategien zu suchen”, sagt Lepoldina-Mitglied Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff, Direktor der Universitätsaugenklinik Rostock, der das Symposium gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Wiedemann (Universitätsaugenklinik Leipzig) organisiert.

Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März

Knapp eine Million Menschen leiden in Deutschland am Glaukom (Grüne Star), damit ist es die zweithäufigste Krankheit, die das Sehvermögen bedroht. Bei etwa 1,3 Millionen Menschen liegen wichtige Risikofaktoren wie ein erhöhter Augeninnendruck vor. „Das Tückische am Glaukom ist, dass es in den allermeisten Fällen keine Schmerzen verursacht und dass die Patienten oft über Jahre hinweg keine Symptome bemerken, bis schon ein großer Teil des Sehnervs abgestorben ist“, betont Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). „Während der Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März informieren Augenärzte weltweit über das Glaukom, eine Volkskrankheit, die rund 3,1 Millionen Menschen das Augenlicht gekostet hat, so der BVA.