Aus der aktuellen Ausgabe

Minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mit Mikroimplantaten

MIGS-Eingriffe sind zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der medikamentösen und den von manchen Augenärzten oft als ultima ratio bezeichneten filtrierenden Operationen geworden und erlauben ein früheres und konsequenteres chirurgisches Eingreifen. Patienten, die gleichzeitig ein Glaukom und eine Katarakt haben, werden in vielen Fällen standardmäßig mit kombinierten Verfahren behandelt. Dr. Ralph-Laurent Merté (Münster) gibt einen Überblick der MIGS-Implantate und fasst eigene Ergebnisse und Erfahrungen zusammen.

Die Augenheilkunde im Katalog

Serie zur Sammlung Roth (Folge 135)
Die Augenheilkunde als fachliche Abspaltung von der Chirurgie ist noch keine 170 Jahre alt. Mit der Erfindung des Augenspiegels im Jahre 1849 setzte Hermann von Helmholtz, Mediziner, Physiologe und Physiker, den Grundstein zu einem eigenständigen kleinen, aber keineswegs bedeutungslosen medizinischen Fachgebiet. Sein Ophthalmoskop erlaubte es nun, ohne großen Aufwand die Netzhaut am lebenden Auge zu beurteilen. Jetzt ließen sich zahlreiche Krankheitsbilder am oder über das Auge erkennen.

XXXVI. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Zurück nach Franken: JHG tagte in Würzburg (Teil 2)
Bereits 2005 tagte die Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) im fränkischen Würzburg. In die Stadt am Main, bekannt für ihre zahlreichen Gebäude im Barock- sowie Rokoko-Stil und besonders für die Würzburger Residenz aus dem 18. Jahrhundert, hatte die JHG im Oktober erneut eingeladen: Unter der Leitung des Geschäftsführers Frank Krogmann und des diesjährigen Obmanns Dr. Andreas Mettenleiter fand die Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft ausschließlich wieder in Präsenz statt. Dr. Sibylle Scholtz gibt eine Übersicht über die diesjährigen Referatsthemen.

Karl Joseph Beck: Erstbeschreibungen zur Neuro-Ophthalmologie

Der Mediziner Karl Joseph Beck veröffentlichte 1824 das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel beachtete „Handbuch der Augenheilkunde“, das bereits 1832 in zweiter Auflage erschien und zu den besten Lehrbüchern gehört, die in der Zeit vor der Entdeckung des Augenspiegels veröffentlicht wurden. Beck war der erste akademische Lehrer, der Vorlesungen über Augenheilkunde hielt und neuro-ophthalmolgische Befunde veröffentlichte, die als Erstbeschreibungen anzusehen sind. Prof. Dieter Schmidt (Freiburg) schildert die fachlichen Verdienste Becks.

Augen auf – Eine Verkehrsfibel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 134)
Zahlreiche Sprichwörter, Slogans oder Redewenden haben das „Auge“ oder das „Sehen“ zum Inhalt. Die im Alltag wohl am häufigsten eingesetzte und bekannteste Formulierung wird vermutlich der Appell und warnende Ruf: „Augen auf!“ sein. Die Aufforderung mit dem Inhalt, dass das Auge geöffnet werden soll, ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn es gerade geschlossen war, so wie im Schlaf oder – was eher der Fall ist, sobald diese Aufforderung ertönt: Sie gilt im übertragenen Sinn bei einer Unachtsamkeit. Sie mahnt – auch bei geöffneten Augen – zu mehr Wachsamkeit.

90. Homburger Augenärztliche Fortbildung: Haut und Auge

Die 90. Homburger Augenärztliche Fortbildung (HAF) war als Hybridveranstaltung dem interdisziplinären Thema Haut und Auge gewidmet. Prof. Berthold Seitz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums des Saarlandes, und die Geschäftsführende Oberärztin, Dr. Ursula Löw, hatten zu dieser dermato-ophthalmologischen Gemeinschaftsveranstaltung nach Homburg/Saar eingeladen. Dr. Udo Hennighausen erläutert die interdisziplinären Aspekte der Fortbildung.

Erster bundesweiter Selektivvertrag zur trockenen AMD

Zwischen der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover (KKH) und dem VISYOnet Qualitätsnetzwerk, dem neben der Augenklinik Sulzbach als Gründungsmitglied noch bundesweit über 300 Augenärzte und Kliniken angehören, wurde ein Selektivvertrag zur trockenen AMD geschlossen, der darauf abzielt, die Versorgung zu verbessern. Teilnehmen können bundesweit alle Ärzte, Kliniken und Patienten der KKH. Nach Angaben der Augenklinik Sulzbach zeigen weitere Krankenkassen bereits Interesse, dem Vertrag beizutreten.

Sehfunktion und Lebensqualität in frühen AMD-Stadien

Um die visuellen Einschränkungen der Betroffenen früher AMD-Stadien mithilfe von speziellen Funktionstests jenseits der üblichen Visusprüfung präzise zu erfassen, stehen eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Auch bei beidseits vollem Visus erlauben Tests wie der Low Luminance-Visus, Kontrastsehtests, die Mikroperimetrie oder Adaptometrie die sehbezogenen Einschränkungen der Patienten besser zu ermitteln. Dr. Jan Henrik Terheyden, Prof. Robert P. Finger und Prof. Frank G. Holz (Bonn) stellen Messverfahren zu Funktionseinbußen in frühen AMD-Stadien dar.

OCTA-Bildgebung: Einflussfaktoren und Interpretation

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die OCTA-Messwerte, darunter ophthalmologische Erkrankungen, systemische Krankheitsbilder und variable Parameter wie Alter, Geschlecht, Achslänge des Auges, systemische und lokale Medikamente. Dr. Jens J. Storp (Münster) fasst die Studiendaten zu einigen der Parameter zusammen, von denen bekannt ist, dass sie sich auf die Interpretation der Flussdichte in der OCTA-Bildgebung auswirken und die bei der Bewertung von Flussdichte-Befunden berücksichtigt werden müssen.