Autor: Ulrike Lüdkte

Allianz zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Diabetiker

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) haben gemeinsam das Projekt „Diabetes und Auge“ ins Leben gerufen. Ziele der Zusammenarbeit sind unter anderem die Verhütung von Folgeerkrankungen des Diabetes am Auge, eine bestmögliche Therapie und Versorgung der Patienten sowie die höchstmögliche Lebensqualität für Diabetiker, die bereits von einem Sehverlust betroffen sind. Mindestens sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen, mehr als 60 Prozent davon entwickeln Schäden im Auge, so der DBSV.

ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“

Anlässlich der Woche des Sehens 2014 vom 8. bis 15. Oktober macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) darauf aufmerksam, dass Kinder, die eine Sehhilfe benötigen, auch beim Schulsport eine schulsporttaugliche Brille oder Kontaktlinsen benötigen, es sei denn, ein Augenarzt entbindet sie ausdrücklich davon. Das fordert auch der Expertenkreis „Sehen im Sport“ der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), teilt der BVA mit.

Gericht bestätigt Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte

Das Sozialgericht Marburg hat die Rechtmäßigkeit eines Zuschlags zur Grundpauschale für ausschließlich konservativ tätige Augenärzte bestätigt. Nach Mitteilung der KBV wies es die Klage eines Augenarztes ab, der als operativ tätiger Augenarzt die Strukturpauschale nach GOP 06225 abrechnen wollte. Auch das Sozialgericht Düsseldorf hatte kürzlich die Rechtmäßigkeit der augenärztlichen Strukturpauschale bestätigt.

DOG kritisiert Neuregelung zu Netzhauterkrankungen

Seit dem 1. Oktober 2014 dürfen niedergelassene Augenärzte Netzhauterkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration gegen Vorlage der Versichertenkarte mit Injektionen behandeln. Die neue Regelung soll die Abläufe vereinfachen, weise jedoch gravierende medizinische Mängel auf, kritisiert die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). So ist zur Kontrolle der Therapie lediglich eine Fluoreszenzangiographie (FLA) am Beginn der Behandlung vorgesehen. Diese Untersuchung mit einem Kontrastmittel sei allein nicht aussagekräftig genug und für Patienten belastend, warnt die Fachgesellschaft. Zudem sei eine Kontrolle in den Folgejahren gar nicht vorgesehen.

Woche des Sehens vom 8.–15. Oktober

„Gute Aussichten“ lautet das Motto der diesjährigen Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober. Schirmherrin der Aufklärungskampagne ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause: „Ich wünsche den Menschen, dass ihre Sehkraft erhalten bleibt. Viele wissen ein beschwerdefreies Leben erst zu schätzen, wenn sich Beeinträchtigungen beispielsweise durch ein Nachlassen der Sehkraft einstellen. Früherkennung eventueller Erkrankungen erhält ‚Gute Aussichten‘.“ Sie unterstützt schon im sechsten Jahr die Arbeit der Selbsthilfeorganisationen, Augenärzte und internationalen Hilfswerke. Diese machen mit der Aktionswoche bereits zum dreizehnten Mal auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und den ärmsten Ländern der Welt aufmerksam

Vermeidbare Blindheit: Milliardenschwere Belastung für Europa

Augenkrankheiten beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sie stellen auch eine milliardenschwere Belastung für die europäischen Volkswirtschaften dar. Das zeigt eine neue Studie, die vom European Forum Against Blindness (EFAB) in Auftrag gegeben und deren Ergebnisse auf dem European Health Forum Gastein (EHFG) präsentiert wurden. „Blindheit führt alleine in den von uns untersuchten Ländern zu einer jährlichen ökonomischen Belastung von mehr als sieben Milliarden Euro. Dabei wären laut WHO europaweit 50 Prozent und weltweit sogar 80 Prozent aller Erblindungen vermeidbar“, betonte Glendon Harris vom European Forum Against Blindness und der AMD Alliance.

Ab 1. Oktober: IVOM im EBM und Qualitätsicherung in Kraft

Die intravitreale Medikamenteneingabe (IVM) wird zum 1. Oktober in den EBM aufgenommen. Gleichzeitig tritt die neue Vereinbarung zur Qualitätssicherung in Kraft. Sie regelt die fachlichen, räumlichen, apparativ-technischen und hygienischen Anforderungen und die ärztliche Dokumentation. Die Vereinbarung legt fest, dass Vertragsärzte eine Genehmigung ihrer KV benötigen und was bei ihrem Antrag nachzuweisen ist.

Gesunder Lebensstil mindert Glaukomrisiko

Gefäßverkalkung, Übergewicht, Nikotin und Schlafapnoe schädigen nicht nur das Herzkreislaufsystem, sondern auch die Augen. So zeigt eine Untersuchung, dass jeder zweite Glaukom-Patient an Bluthochdruck, jeder dritte an einem erhöhten Blutfettspiegel oder Diabetes leiden. Gesunde Ernährung und Bewegung sollten demnach auch ein Rezept gegen Augenleiden sein, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Laufen oder Fahrradfahren kann den Augeninnendruck vorübergehend senken und somit das Risiko für einen fortschreitenden Sehnervenschaden vermindern.