Autor: Katica Djakovic

Intraokuläres Fibrinolysesystem und enzymatische Vitreolyse

Ajuvante Therapieoption in Augen mit Störung der Blut-Retina-Schranke?
Der Einfluss des Anheftungsstatus der hinteren Glaskörpergrenzschicht an der Lamina limitans interna (ILM) auf die Entstehung und die Progression verschiedener vitreoretinaler Erkrankungen ist in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend in das Interesse vitreoretinaler Forschung gerückt. Die Entwicklung und Chronifizierung eines Makulaödems und von Neovaskularisationen in den verschiedenen Augenkompartimenten werden unmittelbar durch den Adhäsionsstatus des Glaskörpers beeinflusst. Dabei fördert ein anliegender oder lediglich partiell abgehobener Glaskörper die Entstehung und Chronifizierung beider Komplikationen, während ein komplett abgehobener Glaskörper als Schutzmechanismus angesehen wird. Dr. Thomas Bertelmann, FEBO, (Marburg) erläutert den potenziellen therapeutischen Stellenwert der intraokulären Fibrinolyse im Rahmen der enzymatischen Vitreolyse, die mit einer einmaligen intravitrealen Injektion eine hintere Glaskörperabhebung induzieren kann.

Symposium würdigt den barocken Wanderarzt Eisenbarth

Johann Andreas Eisenbarth (1663–1727) als Okulist
Ein Symposium zum 350. Geburtstag in seinem Geburtsort Oberviechtach im Oberpfälzer Wald/Bayern würdigte die medizinischen Leistungen des barocken Wanderarztes Doktor Johann Andreas Eisenbarth. Präsentiert wurde auch eine neu erschienene Publikation über den vielseitigen Wundarzt und Okulisten. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO, (Chemnitz).

Fallbericht: Uveitis als Manifestation einer Polychondritis

Die Polychondritis ist eine chronisch rezidivierende Entzündung des Knorpelgewebes, die dem Formenkreis seltener Autoimmunerkrankungen zugerechnet wird. Die Erkrankung unklarer Genese führt zum Verlust der Festigkeit des Knorpels und schließlich zur Deformation des Gewebes. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung liegt kein einheitliches Therapieschema vor. Bianca Schmeiß, Prof. Dr. Stephan Knipping, Dr. Jürgen Knolle und Priv.-Doz. Dr. Lothar Krause beschreiben den Fall einer Patientin mit Uveitis als Symptom der Polychondritis.

Serie Auge und Sehen: Der Brillenhandel

Serie zur Sammlung Roth
Nach der Erfindung der Brille gegen Ende des 13. Jahrhunderts ging es bald darum, diese auch zu vermarkten, bestand doch im ganzen europäischen Raum ein großer Bedarf an Sehhilfen. Vor allem der Ausgleich der Altersweitsichtigkeit war ein Problem der gebildeten Schicht: Klöster und Schulen, Regierungen und Verwaltungen benötigten für ihre presbyopen Mitarbeiter die Gläser am Arbeitsplatz. Die rasche Verbreitung von Schriftgut nach Erfindung des Buchdrucks, verbunden mit der allgemeinen Fähigkeit, lesen zu können, führte dazu, dass die Sehhilfe bald ein begehrtes Handelsgut wurde.

Interview mit Prof. Dr. Bernd Bertram zum AAD-Kongress 2014

„Therapieentscheidungen in der Augenheilkunde: Jeder Patient ist einzigartig“ lautet das Hauptthema, zu der die diesjährige Tagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) vom 18. bis 22. März erneut nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Das wissenschaftliche Hauptthema der 15. gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) erläutert Prof. Dr. Bernd Bertram (Aachen), der 1. Vorsitzende des BVA, im Gespräch mit dem AUGENSPIEGEL ebenso wie die aktuellen berufspolitischen Positionen zu strukturellen Änderungen des Faches sowie zu personellen Neuerungen bei KBV und BMG.

176. RWA-Versammlung in Krefeld

„Mythen und Fakten in der Augenheilkunde“
Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Was ist gesichert in der Augenheilkunde? – Mythen und Fakten“ fand Ende Januar die 176. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) in Krefeld statt. Innovationen prägen die Augenheilkunde und es biete sich an, die Neuerungen vor dem Hintergrund gesicherter Erkenntnisse zu bewerten, begründete Tagungspräsident Prof. Dr. Marcus Knorr (Krefeld) die Wahl des Tagungsmottos. In einer gleichnamigen Sitzung stellten sechs renommierte Referenten verbreitete „Mythen“ in Form wissenschaftlicher Ungenauigkeiten zu verschiedenen Krankheitsbildern der aktuellen faktischen Beweislage gegenüber. Von Katica Djakovic.

Interview mit Prof. Dr. H. Burkhard Dick zum DGII-Kongress 2014

Die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) tagt vom 6. bis 8. März. Zum 28. Kongress der DGII lädt in diesem Jahr Prof. Dr. H. Burkhard Dick, Tagungspräsident der DGII und Direktor der Augenklinik am Bochumer Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus, ins RuhrCongress Zentrum nach Bochum ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem DGII-Tagungspräsidenten über die Schwerpunktthemen und fachlichen Kontroversen der Tagung sowie die spezielle Anziehungskraft des diesjährigen Veranstaltungsortes.

Serie Auge und Sehen: Sonnenbrille vom Discounter

Serie zur Sammlung Roth
Schon in der Antike war bekannt, dass das helle Licht der Sonne für das menschliche Auge unangenehm ist. Gerade auf dem Kriegsschauplatz konnten Staub und grelles Sonnenlicht das Auge reizen und zur Blendung führen – eine durchaus gefährliche Situation, sofern diese zur Verwechslung von Freund und Feind führte. Besser ging es da der „gehobenen Gesellschaft“ in Rom. Ihnen, allen voran Kaiser Nero, dienten plan geschliffene Halbedelsteine als Lichtschutz. Mit der Erfindung der Brille wurden deren ursprünglich klare Gläser schon bald eingetönt, wobei die farbigen Gläser, meist blau, grün oder braun, aus den Werkstätten für Kirchenfenster stammten.

Veranstaltung der Augen-Praxisklinik Lübeck zu internationalen Kooperationen

Augenärztliche Versorgung in Kenia
Unter dem Thema „Die augenärztliche Versorgung in Deutschland und Kenia“ lud die Augen-Praxisklinik Lübeck zu ihrer jährlich am ersten Adventswochenende stattfindenden Fortbildung „Ophthalmologischer Weihnachtsmarkt“ ein. Durch die Veranstaltung, auf der sich die rund 80 Teilnehmer über moderne Formen der internationalen Zusammenarbeit in der Augenheilkunde und der Entwicklungshilfe informieren konnten, führten Dr. Mary Asiyo-Vogel und Dr. Helmut Machemer (Lübeck). Zu den Vortragenden gehörten unter anderem Prof. Dr. Volker Klauß (München), der über seine Erfahrungen im Aufbau internationaler Kooperationen in der Augenheilkunde am Beispiel München/Nairobi referierte, sowie Martin Aufmuth (Erlangen), der sein Projekt „Die Ein-Dollar-Brille“ vorstellte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).