Autor: Katica Djakovic

Die Brille des Polarforschers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 111)
Es ist noch keine hundert Jahre her, dass die letzten großen weißen Flecken aus den Landkarten verschwunden sind. Unbekannte Länder, einsame Wüstengebiete, die Gipfel im Himalaya und vor allem die Polargebiete schienen darauf zu warten, erobert zu werden. Einerseits waren die Forscher neugierig darauf, Unbekanntes zu erkunden, anderseits war es spätestens seit den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus üblich, neu entdeckte Länder ungefragt in Besitz zu nehmen. Zahllose Expeditionen machten sich vor allem in unbekannte Bergregionen oder Polargebiete auf, viele von ihnen scheiterten, sie blieben verschollen, keiner erfuhr von ihrem Schicksal. Insbesondere bei der Erforschung von Arktis und Antarktis lag ein Grund dafür in der damals noch mangelhaften Ausrüstung.

Kongress DOG 2020

„Von Graefe goes online“
Von Graefe goes online oder auch: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit… so die prägenden Eindrücke der „DOG 2020 online“ im von-Graefe-Jahr: Ein neues, zukunftsweisendes und spannendes Tagungsformat wurde erfolgreich für eine große Teilnehmerschaft in der Augenheilkunde eingeführt und – flankierend zum wissenschaftlichen Programm – ein inhaltlicher Schwerpunkt, der sich in verschiedenen Aspekten dem Thema der im ärztlichen Alltag fehlenden Zeit verschrieben hatte. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den virtuellen Kongress.

Entwicklung einer neuen ambulanten Versorgungsform für Glaukompatienten

Mit dem vom Innovationsausschuss geförderten Projekt SALUS „Selbsttonometrie und Datentransfer bei Glaukompatienten zur Verbesserung der Versorgungssituation“ wird überprüft, ob die Glaukomversorgung flächendeckend optimiert werden kann, wenn Betroffene ihren Augeninnendruck in ihrer häuslichen Umgebung über eine Woche mit Selbsttonometern regelmäßig selbst messen, statt wie bisher während eines zwei- bis dreitägigen stationären Klinikaufenthaltes. Dr. rer. nat. Kristina Oldiges und Prof. Nicole Eter (Münster) stellen die am 1. September in Westfalen gestartete Studie vor.

Angiotensin-II-vermittelter oxidativer Stress bei Glaukom

Neue Forschungserkenntnisse im okularen Blutgefäßsystem
Untersuchungen haben gezeigt, dass Anomalien in der Regulation des Blutflusses mit der Entstehung eines Glaukoms assoziiert sind. Eines der wichtigsten blutflussregulierenden Systeme ist das Renin-Angiotensin-System, das bei geringem Blutvolumen über die Freisetzung des Gewebshormons Angiotensin II den Blutdruck erhöht. Dr. Caroline Manicam (Mainz) erörtert Angiotensin-II-vermittelten oxidativen Stress bei Glaukom und stellt neue Forschungserkenntnisse im okulären Blutgefäßsystem dar.

Individuelle Laser-Presbyopiekorrektur

Presbyopie bedingt Brillenabhängigkeit – ein Umstand, den viele Menschen im Alltag oder bei Freizeitaktivitäten als extrem störend empfinden. Bislang sind jedoch alle Verfahren, die Alterssichtigkeit kausal zu behandeln, gescheitert. So ist jede Korrektur kompromissbehaftet und ein Eingriff muss entsprechend ausführlich mit dem Patienten besprochen werden. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die zur Verfügung stehenden Verfahren für eine individuelle Laser-Presbyopiekorrektur dar.

Fallbericht: Okuläre Tuberkulose

Die okuläre Tuberkulose ist eine sehr seltene extrapulmonale mykobakterielle Infektion und entwickelt sich in der Regel durch hämatogene Streuung ausgehend von einer Primärinfektion. Styliani A. Papadonta, Dr. Kalliopi Kontopoulou und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall eines 67-jährigen Patienten, der sich über zehn Jahre hinweg in der Klinik mit rezidivierenden Lidschwellungen unklarer Genese am linken Oberlid sowie mit beidseitiger konjunktivalen Injektionen und Symblepharonbildung am rechten Auge vorstellte.

Kunst und Ophthalmologie: „Der Blindensturz“

In früheren Gemälden wurden Blinde typischerweise mit geschlossenen Augen dargestellt. Pieter Bruegel der Ältere, einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, stellt in seinem Renaissancegemälde „Der Blindensturz“ (1568) fünf Männer mit jeweils einem anderen Augenleiden dar. In den Gesichtern ist jede Augenerkrankung so realistisch von ihm gemalt worden, sodass eine – wenn auch nicht immer unumstrittene – ophthalmo-pathologische Diagnose möglich erscheint. Von Dr. Sibylle Scholtz, Dr. Kristian Gerstmeyer, Paolo Pieracci, Frank Krogmann und Prof. Achim Langenbucher.

Die Brille der Obrigkeit

Serie zur Sammlung Roth (Folge 110)
Brillen sind heute ein Alltagsgegenstand und werden von unzähligen Menschen in aller Welt getragen, kaum einer von ihnen kennt jedoch ihre über 700 Jahre lange Entwicklungsgeschichte. An deren Beginn standen die Lesesteine, die als Artefakte bei der Schmelze von Glas vergrößernde Eigenschaften zeigten. Eingepasst in Fassungen aus Holz tauchen sie als erste Brillen um1350 in Wandgemälden auf, es folgten Darstellungen auf Altarbildern und Kirchenfenstern. Die ersten Brillenträger waren ausnahmslos Angehörige des Klerus.

Fallbericht: Explantation des Cypass-Mikrostents bei Patienten mit Hornhautdekompensation

Der Cypass-Mikrostent wurde im Rahmen der minimalinvasiven Glaukomchirurgie in den suprachoroidalen Raum ab interno implantiert und diente der Erhöhung des uveoskleralen Abflusses des Kammerwassers. Obwohl das Implantat ein großes Potenzial aufwies, wurde der Mikrostent im August 2018 weltweit vom Markt genommen. Diese Entscheidung basierte auf einer Analyse von fünfjährigen postoperativen Daten, die einen signifikanten Endothelzellenverlust belegten. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Sabine Seddig, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über eine Fallserie mit Patienten, bei denen eine Explantation als erforderliche operative Maßnahme indiziert wurde.

Die Transplantation der Kornea

Serie zur Sammlung Roth (Folge 109)
Seit Menschengedenken versuchte man erfolglos, fehlende oder abgetrennte Körperteile zu ersetzen. Sei es der Verlust von Gliedmaßen, sei es Auge oder Ohr – meist waren es Kriegsereignisse oder Unfälle, die den Menschen zum Versehrten machten. Auch der Verlust von Blut ließ sich durch eine Transfusion nicht ersetzen, alle Versuche, zum Beispiel mit Schafsblut ein Menschenleben zu retten, endeten für den Empfänger tödlich. Erst die Kenntnisse über die verschiedenen Blutgruppen, über die Antigen- und Antikörperreaktionen öffneten den Weg zur modernen Transplantationsmedizin.