Autor: Katica Djakovic

Paradigmenwechsel in der LCS-Erstattungsdiskussion

Für die LCS (laser-assisted cataract surgery) wurde in der Vergangenheit diskutiert, ob sie für einen jeden Patienten medizinisch indiziert ist und Kostenträger sie stets zu erstatten haben. Dies führte im Effekt dazu, dass Behandler gar nicht mehr begründeten, warum sie die LCS überhaupt empfahlen, was wiederum dazu führte, dass gerichtlich bestellte Gutachter den Fall beurteilten, ohne die Behandlungsunterlagen auszuwerten und Gerichte sogar auf eine medizinische Begutachtung des Patientenfalles überhaupt verzichteten. Heute hingegen fordern die Gerichte überwiegend, dass aus dem jeweiligen Ausgangsbefund die Behandlungsindikation individuell hergeleitet und dargelegt wird, bevor die Kostentragung bestätigt werden kann. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert einzelne LCS-Indikationslagen.

Die Brille des Polarforschers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 111)
Es ist noch keine hundert Jahre her, dass die letzten großen weißen Flecken aus den Landkarten verschwunden sind. Unbekannte Länder, einsame Wüstengebiete, die Gipfel im Himalaya und vor allem die Polargebiete schienen darauf zu warten, erobert zu werden. Einerseits waren die Forscher neugierig darauf, Unbekanntes zu erkunden, anderseits war es spätestens seit den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus üblich, neu entdeckte Länder ungefragt in Besitz zu nehmen. Zahllose Expeditionen machten sich vor allem in unbekannte Bergregionen oder Polargebiete auf, viele von ihnen scheiterten, sie blieben verschollen, keiner erfuhr von ihrem Schicksal. Insbesondere bei der Erforschung von Arktis und Antarktis lag ein Grund dafür in der damals noch mangelhaften Ausrüstung.

Kunst und Ophthalmologie: „Der Blindensturz“

In früheren Gemälden wurden Blinde typischerweise mit geschlossenen Augen dargestellt. Pieter Bruegel der Ältere, einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, stellt in seinem Renaissancegemälde „Der Blindensturz“ (1568) fünf Männer mit jeweils einem anderen Augenleiden dar. In den Gesichtern ist jede Augenerkrankung so realistisch von ihm gemalt worden, sodass eine – wenn auch nicht immer unumstrittene – ophthalmo-pathologische Diagnose möglich erscheint. Von Dr. Sibylle Scholtz, Dr. Kristian Gerstmeyer, Paolo Pieracci, Frank Krogmann und Prof. Achim Langenbucher.

Die Brille der Obrigkeit

Serie zur Sammlung Roth (Folge 110)
Brillen sind heute ein Alltagsgegenstand und werden von unzähligen Menschen in aller Welt getragen, kaum einer von ihnen kennt jedoch ihre über 700 Jahre lange Entwicklungsgeschichte. An deren Beginn standen die Lesesteine, die als Artefakte bei der Schmelze von Glas vergrößernde Eigenschaften zeigten. Eingepasst in Fassungen aus Holz tauchen sie als erste Brillen um1350 in Wandgemälden auf, es folgten Darstellungen auf Altarbildern und Kirchenfenstern. Die ersten Brillenträger waren ausnahmslos Angehörige des Klerus.

Entwicklung einer neuen ambulanten Versorgungsform für Glaukompatienten

Mit dem vom Innovationsausschuss geförderten Projekt SALUS „Selbsttonometrie und Datentransfer bei Glaukompatienten zur Verbesserung der Versorgungssituation“ wird überprüft, ob die Glaukomversorgung flächendeckend optimiert werden kann, wenn Betroffene ihren Augeninnendruck in ihrer häuslichen Umgebung über eine Woche mit Selbsttonometern regelmäßig selbst messen, statt wie bisher während eines zwei- bis dreitägigen stationären Klinikaufenthaltes. Dr. rer. nat. Kristina Oldiges und Prof. Nicole Eter (Münster) stellen die am 1. September in Westfalen gestartete Studie vor.

Angiotensin-II-vermittelter oxidativer Stress bei Glaukom

Neue Forschungserkenntnisse im okularen Blutgefäßsystem
Untersuchungen haben gezeigt, dass Anomalien in der Regulation des Blutflusses mit der Entstehung eines Glaukoms assoziiert sind. Eines der wichtigsten blutflussregulierenden Systeme ist das Renin-Angiotensin-System, das bei geringem Blutvolumen über die Freisetzung des Gewebshormons Angiotensin II den Blutdruck erhöht. Dr. Caroline Manicam (Mainz) erörtert Angiotensin-II-vermittelten oxidativen Stress bei Glaukom und stellt neue Forschungserkenntnisse im okulären Blutgefäßsystem dar.

Individuelle Laser-Presbyopiekorrektur

Presbyopie bedingt Brillenabhängigkeit – ein Umstand, den viele Menschen im Alltag oder bei Freizeitaktivitäten als extrem störend empfinden. Bislang sind jedoch alle Verfahren, die Alterssichtigkeit kausal zu behandeln, gescheitert. So ist jede Korrektur kompromissbehaftet und ein Eingriff muss entsprechend ausführlich mit dem Patienten besprochen werden. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die zur Verfügung stehenden Verfahren für eine individuelle Laser-Presbyopiekorrektur dar.

Fallbericht: Okuläre Tuberkulose

Die okuläre Tuberkulose ist eine sehr seltene extrapulmonale mykobakterielle Infektion und entwickelt sich in der Regel durch hämatogene Streuung ausgehend von einer Primärinfektion. Styliani A. Papadonta, Dr. Kalliopi Kontopoulou und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall eines 67-jährigen Patienten, der sich über zehn Jahre hinweg in der Klinik mit rezidivierenden Lidschwellungen unklarer Genese am linken Oberlid sowie mit beidseitiger konjunktivalen Injektionen und Symblepharonbildung am rechten Auge vorstellte.

Kongress DOG 2020 online

Interview mit DOG-Präsident Prof. Hans Hoerauf zum 118. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
Gleich zwei besondere Ereignisse prägen in diesem Jahr die Aktivitäten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): 2020 jährt sich der 150. Todestag von Albrecht von Graefe. Anlass, um in vielfältiger Weise an den Arzt und Wissenschaftler zu erinnern, der in der Geschichte der modernen Augenheilkunde eine herausragende Bedeutung einnimmt und seinerzeit die traditionsreiche Fachgesellschaft ins Leben rief. „Eifrige Jünger der Ophthalmologie“ sollten sich alljährlich zu Austausch und Muße treffen, hatte von Graefe einst angeregt und damit auch den Grundstein für den jährlichen Kongress der DOG gelegt. In diesem Jahr jedoch, das die Fachgesellschaft als von-Graefe-Jahr ausgerufen hat, wird der Kongress erstmals nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden, sondern wurde kurzfristig zu einer virtuellen Veranstaltung umgeplant. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Hans Hoerauf, Direktor der Universitäts-Augenklinik Göttingen und amtierender DOG-Präsident, über die besonderen Umstände und Herausforderungen der Jahrestagung, die als „DOG 2020 online“ vom 9. bis 11. Oktober ausgerichtet wird.

DMEK als Behandlungsoption einer bullösen Keratopathie nach multiplen Augenoperationen

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich in den letzten Jahren als operatives Verfahren auch zur Behandlung von komplizierten Fällen einer Hornhautdekompensation mit bullöser Keratopathie etabliert. Im Rahmen einer Fallserie an der Klinik für Augenheilkunde am St.-Johannes-Hospital Dortmund wurden acht Patienten mit fortgeschrittener Hornhautdekompensation bei Zustand nach multiplen intraokularen Eingriffen mit einer DMEK behandelt. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Georgios Perdikakis, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen die Ergebnisse dar.