Autor: Katica Djakovic

Das Keratoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 108)
Die Entschlüsselung der optischen Gesetze geht parallel mit der Herstellung der ersten Spiegel oder lichtbrechenden Gläser einher. Man erkannte, dass eine kugelförmig gekrümmte Linse aus durchsichtigem Glas das einfallende Licht, – sofern seine Strahlen aus weiter Ferne kamen und daher nahezu parallel verliefen-, bündeln konnte. Die Stelle, wo sich die Strahlen konzentrierten, wurde als Brennpunkt bezeichnet. Er gilt als wichtigster Parameter für die brechenden Eigenschaften optischer Systeme. Nachdem im ausgehenden Mittelalter die Wissenschaftler auch erkannten, dass Lichtstrahlen im Auge nach den gleichen physikalischen Gesetzen wie die einer Linse gebündelt werden, um dann von der Netzhaut als Bild entschlüsselt zu werden, galt es, die optischen Eigenschaften des menschlichen Auges genauer zu ergründen. Besonderes Interesse galt dabei natürlich der Fehlsichtigkeit und ihrer Ursachen.

Manifeste Refraktionsbestimmungen und deren Reproduzierbarkeit

Die Refraktionsbestimmung ist nach wie vor von fundamentaler Bedeutung für die refraktive Chirurgie. Allerdings enthält die Bestimmung des manifesten Refraktionsdefizites eine subjektive Komponente, die eine Variabilität des Ergebnisses bei Durchführung durch denselben und insbesondere durch verschiedene Untersucher bedingen kann. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) erläutert die Bedeutung multipler manifester Refraktionsbestimmungen nach standardisiertem Protokoll und deren Reproduzierbarkeit vor refraktiver Chirurgie.

LASEK, LASIK oder SMILE?

Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren und Patientenselektion
Mit LASEK, LASIK und SMILE stehen derzeit drei keratorefraktive Optionen zur Laserkorrektur verschiedener Fehlsichtigkeiten zur Verfügung. Dr. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft, Prof. Siegfried G. Priglinger und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer beleuchten die generellen wie auch spezifischen Ein- und Ausschlusskriterien der einzelnen Verfahren und der damit zusammenhängenden Patientenselektion.

FLACS-Markierung der Kapsulorhexis

Eine Möglichkeit der Astigmatismusreduktion bei einem kornealen Astigmatismus >1,0 dpt ist die Achsenausrichtung von torischen Intraokularlinsen (IOL) durch die Femtosekundenlaser-assistierte Kataraktchirurgie (FLACS). Ziel einer retrospektiven Analyse war, sowohl die intraoperative als auch die postoperative Ausrichtung der IOL-Achse zu bewerten. Dr. Detlev R.H. Breyer, Lena Beckers und Dr. Mücella Kirca (Düsseldorf) stellen die Daten zur automatisierten FLACS-Markierung der Kapsulorhexis zur Behandlung von Astigmatismus vor.

Augenmuskeloperationen bei Nystagmus

Seit den 1950er Jahren kommen Augenmuskeloperationen in der Nystagmusbehandlung zum Einsatz. Zumeist rfolgen diese zur Korrektur einer kompensatorischen Kopfzwangshaltung. Die Umlagerungschirurgie nach Kestenbaum und Anderson verschiebt die exzentrische Nystagmusruhezone in den Geradeausblick. Bei der artifiziellen Divergenz wird eine artifizielle Exophorie herbeigeführt, deren Kompensation den Nystagmus beruhigt. Zur Reduktion der Nystagmusamplitude werden Rücklagerungen aller vier Horizontalmotoren und Tenotomien mit Reinsertion vorgenommen. Prof. Veit Sturm gibt einen Überblick über Augenmuskeloperationen bei Nystagmus.

Die Zilienpinzette

Serie zur Sammlung Roth (Folge 107)
Im Laufe der Evolution entwickelte der Mensch die Fähigkeit, Werkzeuge für sich anzufertigen und sie sachgerecht anzuwenden. Anfangs waren diese noch recht
primitiv. Die Fähigkeit, gleichzeitig mit zwei Stöcken in nur einer Hand zu hantieren, um beispielsweise ein Insekt oder kleineres Reptil zu fangen, erforderte erhebliches manuelles Geschick und Erfahrung. Die Handhabung chinesischer Essstäbchen lässt erkennen, wie es auch heute noch möglich ist, elegant und selbstverständlich zwei Stäbchen mit einer Hand gleichzeitig simultan zu steuern.

DOG-Kongress: Präsenzveranstaltung abgesagt, virtueller Kongress geplant

Der diesjährige DOG-Kongress wird nicht wie geplant vom 8. bis 11. Oktober als Präsenzveranstaltung im Estrel in Berlin stattfinden, sondern voraussichtlich als virtueller Kongress abgehalten. Auch wenn aktuell einige Corona-Lockerungen diskutiert und vorgenommen werden, gelten laut Geschäftsführenden Präsidium der DOG gleichzeitig unverändert erhebliche Beschränkungen und Auflagen für Großveranstaltungen, die eine Durchführung in der üblichen Weise nicht erlauben.

Neurodermitis: Pollen können schwere Bindehautentzündung auslösen

Die Pollensaison ist in vollem Gange, und viele Menschen leider wieder unter geröteten und juckenden Augen. Für Neurodermitiker ist besondere Vorsicht geboten: Pollen können bei ihnen zu einer schweren Form der Bindehautentzündung beitragen. Was in diesen Fällen zu tun ist, erläutern Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Strabologisches und orthoptisches Jubiläumssymposium tagte in Göttingen

Anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Hermann Mühlendyck – von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2004 Direktor der Abteilung Strabologie und Neuroophthalmologie der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen – richtete die Augenklinik Anfang Februar ein wissenschaftliches Symposium aus. Zahlreiche Weggefährten des Jubilars konnten für einen Beitrag eingeladen werden, sodass ein abwechslungsreiches strabologisches und orthoptisches Programm zustande kam. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst das Symposium zusammen.