Autor: Katica Djakovic

Der Starstich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 105)
Der Graue Star ist ohne Zweifel die älteste Augenerkrankung, von der uns berichtet wird. Die meisten seiner Ursachen waren schon in der Antike bekannt. Zum einen war es das Alter, das zur Eintrübung der Augenlinse führte, zum andren waren es von außen kommende Ereignisse wie Augenverletzungen oder Entzündungen, die den Betroffenen rasch erblinden ließen. Schon früh war bekannt, dass nur eine Entfernung der eingetrübten Linse die Sehkraft wieder ganz oder teilweise herstellen konnte. Dazu war es nötig, die Augen-linse zu entfernen und so den Blick ins Auge zu öffnen. Allerdings war es nötig, die nun fehlende Brechkraft im Auge von etwa plus 19 Dioptrien durch eine Brille, später durch eine Kontaktlinse, oder, wie heute üblich, durch ein Implantat zu ersetzten, um dem Patienten wieder eine volle Sehfunktion zu ermöglichen. Die operativen Verfahren waren, aus heutiger Sicht betrachtet, einst abenteuerlich.

Coronavirus: Offensichtlich keine Übertragung über Tränenflüssigkeit

Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind nach Zahlen der Johns Hopkins Universität, Baltimore/USA, mittlerweile weltweit positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Da es sich dabei um ein neuartiges Virus handelt, sind wissenschaftliche Erkenntnisse zu Übertragungswegen bislang rar. Von der Tränenflüssigkeit geht laut einer aktuellen Studie aus Singapur eine nur geringe Ansteckungsgefahr aus. Die Stiftung Auge informiert darüber, wie sich das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand verbreitet, wie sich im Alltag eine Infektion über die Augenschleimhäute vermeiden lässt und was bei anstehenden Behandlungen beim Augenarzt zu beachten ist.

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz

„Die Digitalisierung ist nicht das Allheilmittel für alles“
Vom 24. bis 28. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) zur 21. gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ins CCD nach Düsseldorf ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem neuen BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) anlässlich der diesjährige Jahrestagung über die das Fach bestimmenden berufspolitischen Diskussionen.

182. RWA-Versammlung tagte in Münster

„Evidenzbasierte und individualisierte Augenheilkunde“
Zur 182. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) luden Prof. Albrecht Lommatzsch und Prof. Arnd Heiligenhaus Ende Januar nach Münster in das Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland ein. Unter dem Schwerpunktthema „Evidenzbasierte und individualisierte Augenheilkunde“ beleuchtete die diesjährige Tagung unter anderem evidenzbasierte Medizin früher und zukünftig und setzte sich mit grundlegenden ethischen und moralischen Fragen einer individualisierten Augenheilkunde auseinander. Von Katica Djaković.

Klinik-Praxis-Rotationen in der Ausbildung

Mangelndes Wissen über den Arbeitsalltag einer Praxis ist einer der Gründe, warum niedergelassene Augenärzte Probleme haben, Nachwuchs zu finden. Ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln und des MVZ ADTC Mönchengladbach/Erkelenz setzt genau da an. Im Rahmen des Projekts integriert die Uniklinik Köln eine optionale sechsmonatige Praxisrotation in die fünfjährige Facharztausbildung zum Augenarzt. Priv.-Doz. Dr. Robert Hörster (Erkelenz) gibt einen Einblick in das Kooperationsprojekt.

Die augenchirurgische Behandlung in der Begutachtung

Fast ausnahmslos erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Durchsetzung ophthalmochirurgischer Erstattungsansprüche gegen Kostenträger eine medizinische Begutachtung der Ausgangsbefunde und des Behandlungsverlaufs einschließlich der Abrechnung. Für das Begutachtungsergebnis und letztlich die gerichtliche Entscheidung ist die Person des Sachverständigen dabei nicht minder bedeutend als die Befunde des Patienten. Ein richtig verstandenes und verständig gehandhabtes Sachverständigenwesen ist essentiell für eine an den Kriterien der Objektivität und Wissenschaftlichkeit ausgerichtete Begutachtung. RA Michael Zach (Mönchengladbach) fasst die wesentlichen Eckpunkte zusammen.

Veränderungen und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien

Mit der Initiative „Nationale Dekade gegen den Krebs“ hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Sterblichkeit zu reduzieren und die Heilungschancen bei bösartigen Tumorerkrankungen zu verbessern. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge ab, so konnten unter anderem nahezu spektakuläre Erfolge mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren erreicht werden. Ebenfalls deutlich lebensverlängernd wirken so genannte selektive BRAF-Inhibitoren (BRAFi). Gleichzeitig sind mit der zunehmend häufigeren Anwendung dieser Wirkstoffe auch die unerwünschten Wirkungen deutlicher in den Vordergrund gerückt. Die Nebenwirkungen der neuen Wirkstoffe unterscheiden sich völlig von den bisher bekannten zytotoxischen Wirkungen konventioneller Chemotherapien oder strahlentherapeutischer Maßnahmen. Aufgrund seiner immunologischen Besonderheiten ist das Auge eines der Target-Organe für diese unerwünschten Wirkungen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO und Dr. Anne Rübsam (Berlin) stellen die Veränderung und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien dar.

Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen

Zu Beginn einer Uveitis stehen diagnostische und auch medikamentöse chirurgische Interventionen im Vordergrund. Nur in Ausnahmefällen wie bei der bakteriellen Endophthalmitis hat die Chirurgie schon zu Beginn ihren Platz. Später werden die visuelle Rehabilitation und das Management von Komplikationen wichtiger und hier ist auch der hauptsächliche Bereich, wo die Chirurgie ihren Platz hat. Priv.-Doz. Dr. Pascal W. Hasler, FEBO (Basel) stellt die Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen im Hinblick auf die Indikation zur Intervention dar.

Behandlung von Glaskörpertrübungen mit der YAG-Laser-Vitreolyse

Neue Klassifizierung als Entscheidungshilfe für eine kritische Indikationsstellung
Bei der YAG-Laser-Vitreolyse ist eine kritische Indikationsstellung obligat. Als Entscheidungshilfe soll eine neue Klassifizierung dienen, die sich an dem histoanatomischen Ursprungsort der jeweiligen Glaskörpertrübung orientiert. Sie zielt zudem darauf ab, dass Verständnis für Glaskörpertrübungen zu schärfen. Insbesondere soll sie auch als Grundlage dienen, um sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der YAG-Laser-Vitreolyse besser zu erforschen. Dr. Karl Brasse, MRCOphth (Eibergen) erörtert die kritische Indikationsstellung unter dem Aspekt der Histopathologie der Glaskörpertrübungen.

Neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie

Neben der Standarddiagnostik und -therapie für Amblyopie wird aktuell über viele neue Methoden unter Verwendung moderner Technologien berichtet. In den Medien ist das Thema sehr präsent. Dadurch kommen häufiger Anfragen von Patienten oder Eltern auf Praxen und Kliniken zu. Prof. Maria Fronius (Frankfurt/Main) gibt einen Überblick über neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie.