Autor: Katica Djakovic

Der Starstich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 105)
Der Graue Star ist ohne Zweifel die älteste Augenerkrankung, von der uns berichtet wird. Die meisten seiner Ursachen waren schon in der Antike bekannt. Zum einen war es das Alter, das zur Eintrübung der Augenlinse führte, zum andren waren es von außen kommende Ereignisse wie Augenverletzungen oder Entzündungen, die den Betroffenen rasch erblinden ließen. Schon früh war bekannt, dass nur eine Entfernung der eingetrübten Linse die Sehkraft wieder ganz oder teilweise herstellen konnte. Dazu war es nötig, die Augen-linse zu entfernen und so den Blick ins Auge zu öffnen. Allerdings war es nötig, die nun fehlende Brechkraft im Auge von etwa plus 19 Dioptrien durch eine Brille, später durch eine Kontaktlinse, oder, wie heute üblich, durch ein Implantat zu ersetzten, um dem Patienten wieder eine volle Sehfunktion zu ermöglichen. Die operativen Verfahren waren, aus heutiger Sicht betrachtet, einst abenteuerlich.

Coronavirus: Offensichtlich keine Übertragung über Tränenflüssigkeit

Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind nach Zahlen der Johns Hopkins Universität, Baltimore/USA, mittlerweile weltweit positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Da es sich dabei um ein neuartiges Virus handelt, sind wissenschaftliche Erkenntnisse zu Übertragungswegen bislang rar. Von der Tränenflüssigkeit geht laut einer aktuellen Studie aus Singapur eine nur geringe Ansteckungsgefahr aus. Die Stiftung Auge informiert darüber, wie sich das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand verbreitet, wie sich im Alltag eine Infektion über die Augenschleimhäute vermeiden lässt und was bei anstehenden Behandlungen beim Augenarzt zu beachten ist.

Fallbericht: Zentrales Meningeom als Zufallsbefund bei rezidivierender Chorioretinopathia centralis

In einer ambulanten augenärztlichen Gemeinschaftspraxis wurde ein 36-jähriger Mann erstmalig im April 2017 mit akutem Visusabfall am linken Auge vorstellig. Über zwei Jahre kam es vermehrt zu Rezidiven einer Chorioretinopathia centralis serosa nach Kataraktoperation. Im Verlauf entwickelte der Patient Stauungspapillen aufgrund eines faustgroßen Meningeoms parietal rechts. Dr. Anne-C. Zajonz, Olga Riemer, Dr. Anja Viestenz, Max H. Griebsch, Prof. Arne Viestenz und Dr. Hubertus von Below stellen den außergewöhnlichen Fall vor.

Das Büro des Kaufmanns

Serie zur Sammlung Roth (Folge 104)
Frühe Abbildungen einer Brille sind selten, sieht man von einigen Wandgemälden, Altarbildern oder Kirchenfenstern ab, so gibt es kaum Darstellungen in ihrer ursprünglichen Form. Noch seltener sind ihre Originale. Bislang sind die Brillen aus dem Kloster Wienhausen wohl die ältesten Sehhilfen der Welt, man datiert sie in die Zeit um 1350. Aus gleicher Zeit sind wohl auch erste Darstellungen in der Freskomalerei, zu sehen in dem Dominikanerkloster von San Nicolo in Treviso. Sie zeigen eine Nietbrille und ein Stielglas. Die älteste im Buchdruck dargestellte Brille stammt von Anton Koberger aus Nürnberg, der in seiner Weltchronik von 1493 mehrfach den gleichen Holzschnitt einer Nietbrille zeigt.

AAD-Kongress 2020 abgesagt

Der Vorstand des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) und das Geschäftsführende Präsidium der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) geben heute bekannt, dass die 21. Augenärztliche Akademie Deutschlands (AAD) vom 24. bis 28. März in Düsseldorf nicht stattfinden kann. Demnach hat das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf die Durchführung des AAD-Kongresses 2020 in Anbetracht der fortbestehenden Risikosituation bei der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus) neu bewertet und den Kongress nun abgesagt. Dies steht in Einklang mit der Mitteilung von Ministerpräsident Armin Laschet und Minister Karl-Josef Laumann, der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern nicht durchzuführen, im Land Nordrhein-Westfalen folgen zu wollen.

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz

„Die Digitalisierung ist nicht das Allheilmittel für alles“
Vom 24. bis 28. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) zur 21. gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ins CCD nach Düsseldorf ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem neuen BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) anlässlich der diesjährige Jahrestagung über die das Fach bestimmenden berufspolitischen Diskussionen.

182. RWA-Versammlung tagte in Münster

„Evidenzbasierte und individualisierte Augenheilkunde“
Zur 182. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) luden Prof. Albrecht Lommatzsch und Prof. Arnd Heiligenhaus Ende Januar nach Münster in das Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland ein. Unter dem Schwerpunktthema „Evidenzbasierte und individualisierte Augenheilkunde“ beleuchtete die diesjährige Tagung unter anderem evidenzbasierte Medizin früher und zukünftig und setzte sich mit grundlegenden ethischen und moralischen Fragen einer individualisierten Augenheilkunde auseinander. Von Katica Djaković.

Klinik-Praxis-Rotationen in der Ausbildung

Mangelndes Wissen über den Arbeitsalltag einer Praxis ist einer der Gründe, warum niedergelassene Augenärzte Probleme haben, Nachwuchs zu finden. Ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln und des MVZ ADTC Mönchengladbach/Erkelenz setzt genau da an. Im Rahmen des Projekts integriert die Uniklinik Köln eine optionale sechsmonatige Praxisrotation in die fünfjährige Facharztausbildung zum Augenarzt. Priv.-Doz. Dr. Robert Hörster (Erkelenz) gibt einen Einblick in das Kooperationsprojekt.

Die augenchirurgische Behandlung in der Begutachtung

Fast ausnahmslos erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Durchsetzung ophthalmochirurgischer Erstattungsansprüche gegen Kostenträger eine medizinische Begutachtung der Ausgangsbefunde und des Behandlungsverlaufs einschließlich der Abrechnung. Für das Begutachtungsergebnis und letztlich die gerichtliche Entscheidung ist die Person des Sachverständigen dabei nicht minder bedeutend als die Befunde des Patienten. Ein richtig verstandenes und verständig gehandhabtes Sachverständigenwesen ist essentiell für eine an den Kriterien der Objektivität und Wissenschaftlichkeit ausgerichtete Begutachtung. RA Michael Zach (Mönchengladbach) fasst die wesentlichen Eckpunkte zusammen.

Veränderungen und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien

Mit der Initiative „Nationale Dekade gegen den Krebs“ hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Sterblichkeit zu reduzieren und die Heilungschancen bei bösartigen Tumorerkrankungen zu verbessern. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge ab, so konnten unter anderem nahezu spektakuläre Erfolge mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren erreicht werden. Ebenfalls deutlich lebensverlängernd wirken so genannte selektive BRAF-Inhibitoren (BRAFi). Gleichzeitig sind mit der zunehmend häufigeren Anwendung dieser Wirkstoffe auch die unerwünschten Wirkungen deutlicher in den Vordergrund gerückt. Die Nebenwirkungen der neuen Wirkstoffe unterscheiden sich völlig von den bisher bekannten zytotoxischen Wirkungen konventioneller Chemotherapien oder strahlentherapeutischer Maßnahmen. Aufgrund seiner immunologischen Besonderheiten ist das Auge eines der Target-Organe für diese unerwünschten Wirkungen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO und Dr. Anne Rübsam (Berlin) stellen die Veränderung und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien dar.