Autor: Katica Djakovic

BVA-Delegiertenversammlung tagte als Videokonferenz

„Das alles bestimmende Thema ist die Corona-Pandemie“
Zu seinem 70-jährigen Jubiläum blickt der Berufsverband der Augenärzte (BVA) auf ein bewegtes Jahr zurück, das vor allem durch zwei besondere Umstände geprägt wurde: die Corona-Pandemie, insbesondere mit ihren Auswirkungen auf die augenärztliche Versorgung, sowie die pandemiebedingte Absage des AAD-Kongresses im Frühjahr. Beide Themen standen folglich auch im Mittelpunkt der diesjährigen Delegiertenversammlung am 7. November, die erstmals als Videokonferenz ausgerichtet wurde. Ebenfalls in diesem Rahmen wurden online der Finanzausschuss und der Vertreter der Kliniker gewählt, über den Jahresabschluss und den Haushalt diskutiert sowie die Erhöhung des Mitgliederbeitrages beschlossen. Von Katica Djaković.

Erste virtuelle Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 1)

„Ein Jahr, wie kein anderes“
Seit 33 Jahren tagt die Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) jährlich an wechselnden Orten und hatte im von-Graefe-Jahr zeitgleich zum Kongress der DOG Berlin als Tagungsstätte für die XXXIV. Zusammenkunft der Ophthalmohistoriker geplant. Doch auch die JHG plante kurzfristig um und fand sich erstmals zu einem virtuellen Treffen zusammen. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Mariam Raad (Karlsruhe) berichten über die Online-Tagung, die für alle Teilnehmer kostenlos war und auch für Gäste offen stand.

Elektronische Krankenakte trifft Forschungsregister

Digitalisierte Daten der Kataraktchirurgie
Die Dokumentation in Registerform, zuletzt oft als „real world data“ bezeichnet, scheitert zumeist an der zu aufwändigen Datenerhebung. Sie gelingt nur, wenn die Dateneingabe strukturiert und die Extraktion automatisiert erfolgt. Im AugenCentrum Rosenheim wurden Strukturen eingerichtet, um zunächst für die Linsen- und Kataraktchirurgie Daten strukturiert in das Arztinformationssystem einzugeben und sie dann entsprechend in Registerform zu extrahieren. Daneben war Zielvorgabe, diese Daten wissenschaftlich durch eine Registerform auszuwerten. Prof. Ekkehard Fabian, Dr. M. Müller, Prof. Philipp Eberwein, Dr. Thomas Pfeiler und Dr. Ulrich Seher (Rosenheim) stellen erste Ergebnisse vor.

Einführung einer elektronischen Dokumentation im Krankenhaus

Die unterschiedlichen Herausforderungen und Erfahrungen bei der Einführung einer elektronischen Dokumentationsform (eAkte) im Krankenhaus fassen Robert Naffouje, FEBO und Priv.-Doz. Dr. Joachim Wachtlin zusammen. Mit einer Dauer von knapp zwei Jahren durchlief das Projekt verschiedene Phasen und führte Ende 2019 zur erfolgreichen Implementierung einer eAkte in der Augenabteilung am Sankt Gertrauden Krankenhaus in Berlin.

Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet 2021 online statt

Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) vom 17. bis 19. Juni 2021 wird in digitaler Form stattfinden. Die immer noch sehr dynamischen Corona-Entwicklungen würden eine Durchführung im bewährten Präsenzformat auch bis Mitte nächsten Jahres nicht zulassen, teilt die Kongressorganisation Nürnberg mit. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, keine Präsenzveranstaltung im Jahr 2021 durchzuführen.

CBM fordert mit Großprojektion in Berlin bessere Bekämpfung von vermeidbarer Blindheit

Wenn Menschen ihre Freunde nicht sehen können, liegt das nicht nur an den Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie: Rund 190 Millionen Menschen weltweit sind blind oder stark sehbehindert, obwohl es verhindert werden könnte. Im Vorfeld des Welttags der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit einer Großprojektion in Berlin auf das Thema vermeidbare Blindheit aufmerksam. Davon betroffen sind vor allem arme Menschen in Entwicklungsländern. „Diesen Missstand können und wollen wir nicht länger hinnehmen“, erklärt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Neben den Anstrengungen von Organisationen wie uns ist auch die deutsche Regierung gefragt, sich stärker beim Kampf gegen vermeidbare Blindheit zu engagieren.“

DOG 2021 findet wieder online statt

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wird ihren Jahreskongress 2021 wieder in virtuellem Format durchführen. „Die Option eines verlässlich durchgeführten digitalen Kongresses ist einer von den meisten Beteiligten ersehnten Präsenztagung vorzuziehen, die möglicherweise nur stark eingeschränkt oder aufgrund unvorhersehbarer kurzfristiger Entwicklungen gar nicht durchgeführt werden kann“, sagt DOG-Präsident Prof. Hagen Thieme. Digitalisierung wird auch ein wichtiges Kongressthema sein. Dies wäre der zweite Online-Kongress in der 163-jährigen Geschichte der Fachgesellschaft. Die virtuelle Premiere in diesem Herbst war mit knapp 2.200 Fachteilnehmerinnen und Fachteilnehmern ein großer Erfolg.

Kongress DOG 2020

„Von Graefe goes online“
Von Graefe goes online oder auch: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit… so die prägenden Eindrücke der „DOG 2020 online“ im von-Graefe-Jahr: Ein neues, zukunftsweisendes und spannendes Tagungsformat wurde erfolgreich für eine große Teilnehmerschaft in der Augenheilkunde eingeführt und – flankierend zum wissenschaftlichen Programm – ein inhaltlicher Schwerpunkt, der sich in verschiedenen Aspekten dem Thema der im ärztlichen Alltag fehlenden Zeit verschrieben hatte. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den virtuellen Kongress.

Pelluzide marginale Degeneration versus Keratokonus

Differentialdiagnostik mittels Weitfeld-SD-OCT
Für die Diagnose pelluzide marginale Degeneration wird zumeist die Hornhauttopografie herangezogen. Doch hinter dem typischen Crab-Claw-Zeichen verbirgt sich statistisch gesehen häufiger ein inferiorer Keratokonus. Die Unterscheidung zwischen den beiden Erkrankungen hat jedoch großen Einfluss auf das therapeutische Vorgehen und die Prognose für den Patienten. Mit der Weitfeld-Hornhaut-OCT steht nun ein Diagnosetool zur Verfügung, das epitheliale Veränderungen im Sinne eines epithelialen Remodellings detektieren kann. Niklas Mohr ­(München) stellt dar, dass sich dadurch ektatische Erkrankungen auch in frühen Stadien differenzieren lassen.

Korneale Manifestation der Cystinose

Etablierung eines objektiven Biomarkers mittels eines SD-OCT-Bildgebungsalgorithmus
Etwa 130 Menschen in Deutschland leiden an Cystinose, einer autosomal rezessiv vererbten, lysosomalen Speicherkrankheit. Für die kornealen Cystinkristallablagerungen existiert eine effektive Therapie mit cysteaminhaltigen Augentropfen. Eine frühe Diagnose und ein exaktes Monitoring der kornealen Cystinkristallablagerungen sind essentiell, da die frühe Einleitung und Einhaltung der topischen Therapie einen signifikanten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. Ziel der interdisziplinären Cystinosesprechstunde der LMU München ist es, einen ersten objektiven, semiautomatisierten Bildsegmentierungsalgorithmus zur Erkennung und objektiven Quantifizierung von kornealen Cystinkristallablagerungen bei okulärer Cystinose mittels Vorderabschnitts-OCT) zu entwickeln. Von Leonie Keidel, Carolin Elhardt, Priv.-Doz. Dr. Katharina Hohenfellner, Prof. Siegfried Priglinger, Dr. Benedikt Schworm, Dr. Christian Wertheimer, Priv.-Doz. Dr. Claudia Priglinger und Priv.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Nikolaus Luft.