Autor: Katica Djakovic

Korneale Manifestation der Cystinose

Etablierung eines objektiven Biomarkers mittels eines SD-OCT-Bildgebungsalgorithmus
Etwa 130 Menschen in Deutschland leiden an Cystinose, einer autosomal rezessiv vererbten, lysosomalen Speicherkrankheit. Für die kornealen Cystinkristallablagerungen existiert eine effektive Therapie mit cysteaminhaltigen Augentropfen. Eine frühe Diagnose und ein exaktes Monitoring der kornealen Cystinkristallablagerungen sind essentiell, da die frühe Einleitung und Einhaltung der topischen Therapie einen signifikanten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. Ziel der interdisziplinären Cystinosesprechstunde der LMU München ist es, einen ersten objektiven, semiautomatisierten Bildsegmentierungsalgorithmus zur Erkennung und objektiven Quantifizierung von kornealen Cystinkristallablagerungen bei okulärer Cystinose mittels Vorderabschnitts-OCT) zu entwickeln. Von Leonie Keidel, Carolin Elhardt, Priv.-Doz. Dr. Katharina Hohenfellner, Prof. Siegfried Priglinger, Dr. Benedikt Schworm, Dr. Christian Wertheimer, Priv.-Doz. Dr. Claudia Priglinger und Priv.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Nikolaus Luft.

Paradigmenwechsel in der LCS-Erstattungsdiskussion

Für die LCS (laser-assisted cataract surgery) wurde in der Vergangenheit diskutiert, ob sie für einen jeden Patienten medizinisch indiziert ist und Kostenträger sie stets zu erstatten haben. Dies führte im Effekt dazu, dass Behandler gar nicht mehr begründeten, warum sie die LCS überhaupt empfahlen, was wiederum dazu führte, dass gerichtlich bestellte Gutachter den Fall beurteilten, ohne die Behandlungsunterlagen auszuwerten und Gerichte sogar auf eine medizinische Begutachtung des Patientenfalles überhaupt verzichteten. Heute hingegen fordern die Gerichte überwiegend, dass aus dem jeweiligen Ausgangsbefund die Behandlungsindikation individuell hergeleitet und dargelegt wird, bevor die Kostentragung bestätigt werden kann. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert einzelne LCS-Indikationslagen.

Die Brille des Polarforschers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 111)
Es ist noch keine hundert Jahre her, dass die letzten großen weißen Flecken aus den Landkarten verschwunden sind. Unbekannte Länder, einsame Wüstengebiete, die Gipfel im Himalaya und vor allem die Polargebiete schienen darauf zu warten, erobert zu werden. Einerseits waren die Forscher neugierig darauf, Unbekanntes zu erkunden, anderseits war es spätestens seit den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus üblich, neu entdeckte Länder ungefragt in Besitz zu nehmen. Zahllose Expeditionen machten sich vor allem in unbekannte Bergregionen oder Polargebiete auf, viele von ihnen scheiterten, sie blieben verschollen, keiner erfuhr von ihrem Schicksal. Insbesondere bei der Erforschung von Arktis und Antarktis lag ein Grund dafür in der damals noch mangelhaften Ausrüstung.

Entwicklung einer neuen ambulanten Versorgungsform für Glaukompatienten

Mit dem vom Innovationsausschuss geförderten Projekt SALUS „Selbsttonometrie und Datentransfer bei Glaukompatienten zur Verbesserung der Versorgungssituation“ wird überprüft, ob die Glaukomversorgung flächendeckend optimiert werden kann, wenn Betroffene ihren Augeninnendruck in ihrer häuslichen Umgebung über eine Woche mit Selbsttonometern regelmäßig selbst messen, statt wie bisher während eines zwei- bis dreitägigen stationären Klinikaufenthaltes. Dr. rer. nat. Kristina Oldiges und Prof. Nicole Eter (Münster) stellen die am 1. September in Westfalen gestartete Studie vor.

Angiotensin-II-vermittelter oxidativer Stress bei Glaukom

Neue Forschungserkenntnisse im okularen Blutgefäßsystem
Untersuchungen haben gezeigt, dass Anomalien in der Regulation des Blutflusses mit der Entstehung eines Glaukoms assoziiert sind. Eines der wichtigsten blutflussregulierenden Systeme ist das Renin-Angiotensin-System, das bei geringem Blutvolumen über die Freisetzung des Gewebshormons Angiotensin II den Blutdruck erhöht. Dr. Caroline Manicam (Mainz) erörtert Angiotensin-II-vermittelten oxidativen Stress bei Glaukom und stellt neue Forschungserkenntnisse im okulären Blutgefäßsystem dar.

Individuelle Laser-Presbyopiekorrektur

Presbyopie bedingt Brillenabhängigkeit – ein Umstand, den viele Menschen im Alltag oder bei Freizeitaktivitäten als extrem störend empfinden. Bislang sind jedoch alle Verfahren, die Alterssichtigkeit kausal zu behandeln, gescheitert. So ist jede Korrektur kompromissbehaftet und ein Eingriff muss entsprechend ausführlich mit dem Patienten besprochen werden. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die zur Verfügung stehenden Verfahren für eine individuelle Laser-Presbyopiekorrektur dar.

Fallbericht: Okuläre Tuberkulose

Die okuläre Tuberkulose ist eine sehr seltene extrapulmonale mykobakterielle Infektion und entwickelt sich in der Regel durch hämatogene Streuung ausgehend von einer Primärinfektion. Styliani A. Papadonta, Dr. Kalliopi Kontopoulou und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall eines 67-jährigen Patienten, der sich über zehn Jahre hinweg in der Klinik mit rezidivierenden Lidschwellungen unklarer Genese am linken Oberlid sowie mit beidseitiger konjunktivalen Injektionen und Symblepharonbildung am rechten Auge vorstellte.

Kunst und Ophthalmologie: „Der Blindensturz“

In früheren Gemälden wurden Blinde typischerweise mit geschlossenen Augen dargestellt. Pieter Bruegel der Ältere, einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, stellt in seinem Renaissancegemälde „Der Blindensturz“ (1568) fünf Männer mit jeweils einem anderen Augenleiden dar. In den Gesichtern ist jede Augenerkrankung so realistisch von ihm gemalt worden, sodass eine – wenn auch nicht immer unumstrittene – ophthalmo-pathologische Diagnose möglich erscheint. Von Dr. Sibylle Scholtz, Dr. Kristian Gerstmeyer, Paolo Pieracci, Frank Krogmann und Prof. Achim Langenbucher.

Die Brille der Obrigkeit

Serie zur Sammlung Roth (Folge 110)
Brillen sind heute ein Alltagsgegenstand und werden von unzähligen Menschen in aller Welt getragen, kaum einer von ihnen kennt jedoch ihre über 700 Jahre lange Entwicklungsgeschichte. An deren Beginn standen die Lesesteine, die als Artefakte bei der Schmelze von Glas vergrößernde Eigenschaften zeigten. Eingepasst in Fassungen aus Holz tauchen sie als erste Brillen um1350 in Wandgemälden auf, es folgten Darstellungen auf Altarbildern und Kirchenfenstern. Die ersten Brillenträger waren ausnahmslos Angehörige des Klerus.

Rebubbling nach DMEK

Retrospektive Auswertung von 624 Rebubblings nach DMEK
Ein häufig nach DMEK durchgeführter Eingriff ist die Wiedereingabe von Luft oder Gas in die Vorderkammer, das so genannte Rebubbling. Dieses wird meist aufgrund einer frühpostoperativen, progredienten beziehungsweise großflächigen Transplantatablösung durchgeführt, um durch die eingebrachte Endotamponade das Transplantat wieder anzudrücken. Bisher gibt es allerdings keinerlei einheitliche Richtlinien, wann ein solches Rebubbling erfolgen sollte. Dr. Sebastian Siebelmann, Katharina Kolb, Dr. Mario Matthaei, Prof. Björn Bachmann und Prof. Claus Cursiefen (Köln) stellen Daten der Kölner Rebubbling-Studie vor, in der eine große Zahl an Transplantatdehiszenzen retrospektiv ausgewertet wurde.