Autor: Katica Djakovic

Ophthalmologie und Geriatrie

Der demografische Wandel verschiebt den Schwerpunkt in der Augenheilkunde hin zu den Augenkrankheiten im höheren Lebensalter, zeitgleich gewinnt die Altersmedizin, die Geriatrie, eine zunehmende Bedeutung in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) legt anhand ausgesuchter Topics die Verknüpfung zwischen beiden Fächern dar und erörtert Möglichkeiten eines ophthalmo-geriatrischen Assessments hinsichtlich Diagnostik, Kommunikation und Versorgung.

Das aufregende Leben des Alexander Borodin

Er war ein erfolgreicher Wissenschaftler und Arzt, eine weitere seiner Leidenschaften galt der Musik: Alexander Porfirjevich Borodin war ein bedeutender russischer Komponist des 19. Jahrhunderts. Seine berühmte Oper „Fürst Igor“ gilt als eine der wichtigsten historischen russischen Opern. Als Arzt nahm er im September 1857 am ersten internationalen Ophthalmologen-Kongress in Brüssel teil. Ein Beitrag von Dr. Sibylle Scholtz, Prof. Tatsiana Imshanetskaya, Prof. Halina Sitnik, Barbara Geymayer und Prof. Achim Langenbucher.

Fallbericht: Kopfzerbrechen bei beidseitigem Papillenödem

Die NMOSD (Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung) ist eine Gruppe seltener chronisch entzündlicher ZNS-Erkrankungen. Sie betrifft bevorzugt Frauen im mittleren Alter, wobei Erstmanifestationen vom Kindes- bis ins hohe Erwachsenenalter beschrieben sind. Dr. Oliver Rudolph und Prof. Felix Treumer (Kassel) berichten über eine 32-jährige Patientin, die mit seit 14 Tagen bestehender Visusminderung beidseits sowie frontalen Kopfschmerzen vorstellig wurde.

Der Augenschutz

Serie zur Sammlung Roth (Folge 115)
Brillengläser können leicht verkratzen, Staub, Fremdkörper aus der Umwelt oder am Arbeitsplatz hinterlassen ihre Spuren auf dem Glas oder Kunststoff, wobei die Erfahrung zeigt, dass Brillengläser aus mineralischem Glas diese Einwirkungen besser überstehen als solche aus Kunststoff. Auch grobe Behandlung bei der Reinigung zerstören die Beschichtung. Selbst Eiskristalle oder Wüstensand hinterlassen dort Kratzer. Um Schäden durch Kriegseinwirkungen an den zumeist teuren Brillengläsern und natürlich den Augen zu verhindern, entwickelte die Industrie im letzten Weltkrieg eine Plastikscheibe, die man vor die Brille stecken konnte. Sie sollte Augen und Brille des Trägers vor Bomben- und Glassplittern schützen.

Paradoxa im Bauplan des menschlichen Sehorgans (Teil 1)

Bedeutung der paradoxen Konstruktionen zum „intelligenten“ Sehen
Das menschliche Sehsystem ist ein Produkt sowohl des Gehirns als auch der Augen: Die Entwicklung der Augen wird im Gehirn initiiert, die Entwicklung der zentralen Sehnervenbahn, die von den Augen zum Gehirn führt, wird hingegen in den Augen initiiert und die Entwicklung der sechs extraokularen Muskeln zur Okulomotorik-Kontrolle der Augen erfolgt wiederum im Gehirn. Zum Bauplan des Sehsystems gehören paradoxe Konstruktionen, die nicht ohne weiteres erklärbar und nicht sofort als intelligente Lösungen erkennbar sind. Manche dieser Lösungen werden als Fehlleistungen der Natur bezeichnet, manche werden in paradoxer Weise missinterpretiert. Dr. Norbert Lauinger, Institut für Optosensorik, Wetzlar, erläutert die Bedeutung dieser Paradoxa für das menschliche Sehen.

Fallbericht: Abduzens- und Okulomotoriusparese beidseits

Unter einer Okulomotoriusparese versteht man die Lähmung des Nervus oculomotorius (III. Hirnnerv). Da dieser Nerv die größte Anzahl der äußeren Augenmuskeln über motorische Fasern sowie parasympathisch zwei von drei inneren Augenmuskeln innerviert, kann eine Störung in Abhängigkeit von Lokalisation und Ausmaß äußerst komplexe Beeinträchtigungen der Augenbeweglichkeit und Wahrnehmungsfähigkeit hervorrufen. Dr. Jochen Lenz, C. Kühlborn, Prof. Karl-Heinz Emmerich und Nayyir Alavi berichten über den Fall eines 26-jährigen Patienten, der in der Notaufnahme vorstellig wurde.

Die Augenwärmedose

Serie zur Sammlung Roth (Folge 114)
Die Wärmeapplikation zählt zu den ältesten physikalischen Heilmethoden, die uns bekannt sind. Wärme galt bei sämtlichen Entzündungen als hilfreich, die Heilkraft des Sonnenlichts schien dabei von göttlicher Herkunft. Wärme fördert den Heilprozess, verkürzt so den Krankheitsverlauf, sie aktiviert das Immunsystem und reduziert Schmerzen. In der Antike wurden heiße Thermalquellen benutzt und ebenso erhitzte Steine und heiße Kompressen, die man auf die erkrankten Körperteile legte.

Kongress DGII 2021

Interview mit DGII-Tagungspräsident Dr. Peter Hoffmann
Als Hybrid-Veranstaltung tagt der 35. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für IntraokularlinsenImplantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII): Unter dem Hauptthema „Individualisierung der Augenchirurgie“ findet die Tagung vom 25. bis 27. Februar in Dortmund und zugleich als Live-Stream statt. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Peter Hoffmann, Direktor der Augen- & Laserklinik Castrop Rauxel GmbH und diesjähriger DGII-Tagungspräsident.

Neues und Bewährtes bei der Berechnung von torischen Intraokularlinsen

Bei der Berechnung von torischen Intraokularlinsen hat es in den letzten Jahren sowohl durch neue Biometer und Hornhauttomografen als auch durch neue und zum großen Teil frei verfügbare Formeln vielfältigen Fortschritt gegeben. Dr. Burkhard von Jagow, FEBO (Eberswalde) gibt einen Überblick über Messmethodik und die zur Verfügung stehenden Formeln zur Berechnung von torischen Intraokularlinsen.

Häufigkeit von Kataraktoperationen

Ergebnisse der Gutenberg-Gesundheitsstudie
Bei der Gutenberg-Gesundheitsstudie handelt es sich um eine bevölkerungsbasierte, prospektive, monozentrische Kohortenstudie mit Teilnehmern aus der Bevölkerung der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen. Neben Herz-Kreislauferkrankungen, metabolischen und psychischen Erkrankungen werden auch Augenerkrankungen untersucht, um bessere Erkenntnisse über das jeweilige Erkrankungsrisiko zu gewinnen. In einer ersten Auswertung erfolgte die Bestimmung der Prävalenz der Pseudophakie in der Baseline-Untersuchung. In einer zweiten Analyse wurde die Häufigkeit der Kataraktoperation in der allgemeinen Bevölkerung über einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren untersucht. Dr. Julia V. Stingl, Prof. Urs Voßmerbäumer, Prof. Norbert Pfeiffer und Prof. Alexander K. Schuster (Mainz) stellen die Ergebnisse vor.