Autor: Katica Djakovic

IT-DED3: Vernetzte Forschungsaktivität zum Trockenen Auge

Das EU-Horizon 2020 Projekt am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln
Das IT-DED3 (Integrated Training in Dry Eye Disease Drug Development), gefördert im Rahmen des EU-Projektes Horizon2020, zielt darauf ab, innovative Forschung zu unterstützen, um neue Ideen in therapeutische Produkte für das Trockene Auge umzusetzen. Trotz der aktuellen pandemiebedingten Herausforderungen ist das Netzwerk hochaktiv und produktiv und kann bereits die ersten neuen therapeutischen Substanzen vorweisen, die sich auf dem Weg in klinische Studien befinden. Weiterhin wurden neue diagnostische Anwendungen entwickelt, die sich ebenfalls kurz vor der Implementierung in klinische Routinegeräte befinden. Prof. Philipp Steven (Köln) stellt das Netzwerk und die an der Uniklinik Köln durchgeführten Projekte von zwei Doktoranden vor, die veranschaulichen, wie patientenrelevante Forschung translational und in Interaktion zwischen akademischer Institution und Industriepartnern erfolgreich durchgeführt werden kann.

Allergische Reaktionen an Bindehaut und Hornhaut

Allergien im Bereich des Auges können überall und zu jedem Zeitpunkt auftreten, wenn auch die Erkrankungsrate in den Zeiten der Pflanzenblüte, insbesondere in den Monaten der Gräserblüte, ansteigt. Aber auch unzählige Substanzen verschiedenster chemischer Konfigurationen sind bekannt, die allein oder in Kombination mit anderen Umweltgiften Allergien auslösen können. Wichtig ist daher bei allen Formen einer Allergie die sorgfältige Anamneseerhebung. Von Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Cindy Herrmann (Ulm).

Meibomdrüsendysfunktion und chronische Blepharitis bei Trockenem Auge

Homburger Erfahrung mit der BlephEx-Therapie
Die Meibomdrüsendysfunktion ist ein signifikanter Faktor für die Entwicklung des Trockenen Auges und sollte konsequent beobachtet und behandelt werden. Neben der medikamentösen Therapie und der konservativen Lidrandhygiene als Basis zur Behandlung der Meibomdrüsendysfunktion gibt es neue Technologien, die zu einer Besserung des klinischen Bildes und Rückbildung der Symptome der Patienten führen. Kassandra Xanthopoulou und Dr. Elena Zemova berichten über den Einsatz der BlephEx-Therapie an der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes in Homburg/Saar und stellen die Ergebnisse dar.

Paradoxa im Bauplan des menschlichen Sehorgans (Teil 2)

Das „Gehirn im Auge“ und die Sehnervenbahn als „Gleichgewichtsorgan“
Bildverarbeitung und visuelle Orientierung im Raum stellen zwei unterschiedliche, aber für das menschliche Sehorgan gleichermaßen bedeutsame Funktionalitäten dar. Die Zusammenarbeit von Gehirn und Augen in gekoppelten Koordinatensystemen wird in der vorgeburtlichen Entwicklung des Sehsystems angelegt, wobei sich hinter paradoxen Entwicklungsschritten durchwegs intelligente Lösungen verbergen. Nach der Analyse einiger Paradoxa im Bauplan des Auges und ihrer Beiträge zum Sehen im ersten Teil, stellt Dr. Norbert Lauinger (Wetzlar) im zweiten Teil zum Bauplan des menschlichen Sehsystems das komplette so genannte Gehirn im Auge und das Sehsystem als Gleichgewichtsorgan dar.

Kongress AAD 2021 online

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz
Auch die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) lädt erstmals zur virtuellen Jahrestagung ein – nachdem die letzte Fortbildungstagung von BVA und DOG im März 2020 kurzfristig und ersatzlos abgesagt werden musste. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Peter Heinz, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzten, über die pandemiebedingten Herausforderungen für die augenärztliche Versorgung und die weiterhin aktuellen berufs- und honorarpolitischen Auseinandersetzungen der Fachgruppe.

183. Versammlung der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA)

„Wege aus der Krise – Zäsur und Chance?“
Zur Online-Konferenz – und coronabedingt nicht wie ursprünglich geplant nach Hagen – hatte der diesjährige Gastgeber und Tagungsleiter Prof. Martin Hermel (Hagen) der 183. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) Ende Januar eingeladen. In der wissenschaftlichen Sitzung „Wege aus der Krise – Zäsur und Chance?“, die der diesjährigen RWA-Tagung als Leitthema diente, wurden Fragen zur Zukunftsforschung, zum medizinischen Handeln unter Ungewissheitsbedingungen und zum Umgang mit Veränderungen erörtert. Von Katica Djaković.

Diagnose und Therapie des okulären Morbus Behçet

Der Morbus Behçet (MB) ist eine chronische multisystemische Erkrankung, die durch rezidivierende Entzündungen charakterisiert ist. Die Pathogenese ist nach wie vor unklar, vermutet wird, dass durch genetische und infektiöse Trigger eine autoimmune beziehungsweise autoinflammatorische Erkrankung ausgelöst wird. 60 bis 80 Prozent der MB-Patienten weisen eine okuläre Beteiligung auf. Diese präsentiert sich typischerweise als rezidivierende posteriore beziehungsweise Pan-Uveitis mit retinaler Vaskulitis und sehr schlechter Visusprognose. Dr. Sanaz Farrokhi und Prof. Nicole Stübiger (Hamburg) stellen die Therapie des okulären MB dar, die auf einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit und der Gabe von Kortikosteroiden, konventionellen Immunsuppressiva wie auch Biologika basiert.

Kataraktchirurgie bei Uveitispatienten

Perioperatives Management und chirurgische Besonderheiten
Die Katarakt ist eine häufig auftretende Komplikation bei nahezu allen Uveitisentitäten und entsprechend oft chirurgisch zu versorgen. Eine adäquate Vor- und Nachsorge unter Einsatz geeigneter antientzündlicher Therapie ist entscheidend zur Sicherung eines guten postoperativen anatomischen und visuellen Ergebnisses. Uveitistypische anatomische Veränderungen der vorderen Augenabschnitte können die Operationsdurchführung erheblich erschweren. Trotzdem ist ein möglichst atraumatisches Vorgehen von großer Wichtigkeit für den dauerhaften Operationserfolg. Dr. Karoline Walscheid, FEBO1 und Prof. Arnd Heiligenhaus, FEBO geben eine Übersicht über das perioperative Management sowie chirurgische Besonderheiten bei Patienten mit uveitisassoziierter Cataracta complicata.

Intraokulare Entzündung im posterioren Segment

Therapeutische Optionen: Update und Ausblick
Obwohl die Pathogenese der intraokularen Entzündung im intermediären und posterioren Segment noch nicht vollständig geklärt ist, wird davon ausgegangen, dass es sich wesentlich um autoimmune oder immunvermittelte Reaktionen handelt, die zu einem chronisch-rezidivierenden klinischen Verlauf führen. Das aktuelle Konzept zur Uveitis-Pathogenese wird durch die Rolle der CD4-positiven T-Helferzellen geprägt. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, Dr. Dominika Pohlmann und Prof. Christoph Deuter erläutern Behandlungsstrategien und auf den neueren Konzepten basierende, mögliche zukünftige Therapieansätze.

Ophthalmologie und Geriatrie

Der demografische Wandel verschiebt den Schwerpunkt in der Augenheilkunde hin zu den Augenkrankheiten im höheren Lebensalter, zeitgleich gewinnt die Altersmedizin, die Geriatrie, eine zunehmende Bedeutung in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) legt anhand ausgesuchter Topics die Verknüpfung zwischen beiden Fächern dar und erörtert Möglichkeiten eines ophthalmo-geriatrischen Assessments hinsichtlich Diagnostik, Kommunikation und Versorgung.