Autor: Katica Djakovic

Fallbericht: Plattenepithelkarzinomdes Unterlides

Eine 33-jährige Patientin stellte sich mit gerötetem und gereiztem Unterlid des linken Auges erstmals beim Augenarzt vor. Sie gab an, seit etwa acht Wochen vermehrt Beschwerden zu haben, nachdem zuvor eine Therapie mit antibiotischen Augensalben über einen Zeitraum von etwa einem dreiviertel Jahr durch den Hausarzt stattgefunden habe. Dr. M. Cumhur Vardarli, Dr. Peter Press und Dr. Karl Rudolf Berret berichten über ein als Entzündung behandeltes Plattenepithelkarzinom des Unterlides.

Das Kontaktlinsenpflegemittel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 116)
Vor 50 Jahren begann der Siegeszug der weichen Kontaktlinsen, inzwischen haben sie sich bei Millionen von Menschen als alternative Sehhilfe bewährt und die Brille ersetzt. Nach den ersten Versuchen mit der so genannten Kontaktbrille gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts zum Ausgleich des Hornhautstaphyloms, heute als Keratokonus bezeichnet, gibt es inzwischen keine Refraktionsanomalie, die nicht mit einer Kontaktlinse versorgt werden könnte. Darüber hinaus lassen sich zahlreiche Hornhauterkrankungen oder Unfallfolgen mit weichen Linsen als Bandage oder durchsichtigem Verband therapieren.

35. Jahrestagung der DGII tagte als Hybrid-Veranstaltung

„Individualisierung der Augenchirurgie“
Die „Individualisierung der Augenchirurgie“ stand im Mittelpunkt der 35. Tagung der Deutschsprachigen Gesell schaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII), die der diesjährige Tagungspräsident Dr. Peter Hoffmann, Direktor der Augen- & Laserklinik Castrop Rauxel GmbH, als Hybrid-Veranstaltung vom 25. bis 27. Februar in Dortmund und zugleich als Live-Stream ausrichtete. Dr. Timur M. Yildirim (Heidelberg) berichtet über den Kongress.

Beihilfe bestätigt die Abrechnung des Femtosekundenlasers

Die Beihilfe wird künftig den Einsatz des Femtosekundenlasers erstatten müssen. Zivilgerichte hatten die Erstattungsfähigkeit des Lasereinsatzes bislang unterschiedlich bewertet. Einerseits wird die Auffassung vertreten, der Lasereinsatz bei jedem Patienten sei stets eigenständig indiziert, andererseits sei in jedem Fall eine individuelle Indikation erforderlich. Die jüngere zivilrechtliche Judikatur lässt die Frage nach der generellen Indikation des Lasers offen, wenn sie individuell bei dem jeweiligen Patienten bejaht werden kann. RA Rüdiger Gedigk (Siegburg) erläutert die Rechtsprechung.

Kongress AAD 2021 online

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz
Auch die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) lädt erstmals zur virtuellen Jahrestagung ein – nachdem die letzte Fortbildungstagung von BVA und DOG im März 2020 kurzfristig und ersatzlos abgesagt werden musste. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Peter Heinz, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzten, über die pandemiebedingten Herausforderungen für die augenärztliche Versorgung und die weiterhin aktuellen berufs- und honorarpolitischen Auseinandersetzungen der Fachgruppe.

183. Versammlung der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA)

„Wege aus der Krise – Zäsur und Chance?“
Zur Online-Konferenz – und coronabedingt nicht wie ursprünglich geplant nach Hagen – hatte der diesjährige Gastgeber und Tagungsleiter Prof. Martin Hermel (Hagen) der 183. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) Ende Januar eingeladen. In der wissenschaftlichen Sitzung „Wege aus der Krise – Zäsur und Chance?“, die der diesjährigen RWA-Tagung als Leitthema diente, wurden Fragen zur Zukunftsforschung, zum medizinischen Handeln unter Ungewissheitsbedingungen und zum Umgang mit Veränderungen erörtert. Von Katica Djaković.

Diagnose und Therapie des okulären Morbus Behçet

Der Morbus Behçet (MB) ist eine chronische multisystemische Erkrankung, die durch rezidivierende Entzündungen charakterisiert ist. Die Pathogenese ist nach wie vor unklar, vermutet wird, dass durch genetische und infektiöse Trigger eine autoimmune beziehungsweise autoinflammatorische Erkrankung ausgelöst wird. 60 bis 80 Prozent der MB-Patienten weisen eine okuläre Beteiligung auf. Diese präsentiert sich typischerweise als rezidivierende posteriore beziehungsweise Pan-Uveitis mit retinaler Vaskulitis und sehr schlechter Visusprognose. Dr. Sanaz Farrokhi und Prof. Nicole Stübiger (Hamburg) stellen die Therapie des okulären MB dar, die auf einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit und der Gabe von Kortikosteroiden, konventionellen Immunsuppressiva wie auch Biologika basiert.

Kataraktchirurgie bei Uveitispatienten

Perioperatives Management und chirurgische Besonderheiten
Die Katarakt ist eine häufig auftretende Komplikation bei nahezu allen Uveitisentitäten und entsprechend oft chirurgisch zu versorgen. Eine adäquate Vor- und Nachsorge unter Einsatz geeigneter antientzündlicher Therapie ist entscheidend zur Sicherung eines guten postoperativen anatomischen und visuellen Ergebnisses. Uveitistypische anatomische Veränderungen der vorderen Augenabschnitte können die Operationsdurchführung erheblich erschweren. Trotzdem ist ein möglichst atraumatisches Vorgehen von großer Wichtigkeit für den dauerhaften Operationserfolg. Dr. Karoline Walscheid, FEBO1 und Prof. Arnd Heiligenhaus, FEBO geben eine Übersicht über das perioperative Management sowie chirurgische Besonderheiten bei Patienten mit uveitisassoziierter Cataracta complicata.

Intraokulare Entzündung im posterioren Segment

Therapeutische Optionen: Update und Ausblick
Obwohl die Pathogenese der intraokularen Entzündung im intermediären und posterioren Segment noch nicht vollständig geklärt ist, wird davon ausgegangen, dass es sich wesentlich um autoimmune oder immunvermittelte Reaktionen handelt, die zu einem chronisch-rezidivierenden klinischen Verlauf führen. Das aktuelle Konzept zur Uveitis-Pathogenese wird durch die Rolle der CD4-positiven T-Helferzellen geprägt. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, Dr. Dominika Pohlmann und Prof. Christoph Deuter erläutern Behandlungsstrategien und auf den neueren Konzepten basierende, mögliche zukünftige Therapieansätze.

Ophthalmologie und Geriatrie

Der demografische Wandel verschiebt den Schwerpunkt in der Augenheilkunde hin zu den Augenkrankheiten im höheren Lebensalter, zeitgleich gewinnt die Altersmedizin, die Geriatrie, eine zunehmende Bedeutung in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) legt anhand ausgesuchter Topics die Verknüpfung zwischen beiden Fächern dar und erörtert Möglichkeiten eines ophthalmo-geriatrischen Assessments hinsichtlich Diagnostik, Kommunikation und Versorgung.