Autor: Katica Djakovic

Refraktive Chirurgie bei Glaukom

Optionen zur Korrektur der Fehlsichtigkeit
Für fehlsichtige Glaukompatienten gibt es verschiedene Möglichkeiten der refraktiven Chirurgie wie Laser, IOL-Implantation oder auch refraktiver Linsenaustausch. Bei einer Laserbehandlung der Hornhaut stellt sich die Frage, ob postoperativ der Intraokulardruck noch zuverlässig bestimmt werden kann. Die Implantation einer phaken Intraokularlinse (pIOL) bei Glaukompatienten ist eine weitere Möglichkeit zur Korrektur der Fehlsichtigkeit, doch auch hier ist eine vorherige gründliche Prüfung der Eignung des Patienten erforderlich. Auch ein refraktiver Linsenaustausch kann in Betracht gezogen werden. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) erläutert Aspekte, die bei der Auswahl des geeigneten Verfahrens berücksichtigt werden müssen.

Präoperative Risikoevaluation in der Kataraktchirurgie

In einer prospektiven Untersuchung in der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde ein Bewertungssystem für die Erkennung von Patienten mit erhöhtem Risiko für intraoperative Komplikationen entwickelt und überprüft. Dabei wurden bei der präoperativen Untersuchung mehrere Risikofaktoren evaluiert, die den Operationsverlauf erschweren können. Die Summe aller zutreffenden Punkte mit entsprechender Gewichtung ergab einen Risikowert. Die Einführung eines Systems zur Risikostratifizierung der Kataraktoperationen zeigt viele Vorteile. Dobrin Kolarov und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen das Bewertungssystem und die Risikofaktoren dar.

Restfehler bei torischen Linsen

Einfluss verschiedener Parameter auf den postoperativen Astigmatismus
Obwohl die Verwendung von torischen Intraokularlinsen bei Hornhautastigmatismus als sicher eingestuft wird, kommt es dennoch immer wieder zu nicht zufriedenstellenden postoperativen Refraktionen. In einer rezenten Studie wurden die Fehlerquellen für torische IOL quantifiziert. Dafür wurden Daten aus verschiedenen Studien gesammelt (4.949 Augen) und unter der Fragestellung ausgewertet, welchen Einfluss verschiedene Parameter auf den postoperativen Astigmatismus haben. In einem zweiten Schritt wurde dieser Einfluss quantifiziert. Priv.- Doz. Dr. Nino Hirnschall, PhD, MhBA, FEBO (Wien) stellt anhand der Daten die Fehlerquellen für torische IOL dar.

Hydrogelbasierter Glaskörperersatz

In den letzten Jahren fand angesichts der bestehenden Limitierungen klinisch eingesetzter Tamponaden ein Paradigmenwechsel statt. Es wurden Glaskörperersatzstoffe auf Hydrogelbasis entwickelt, die die natürlichen Eigenschaften eines gesunden, menschlichen Glaskörpers nachahmen. Eine Vielzahl hydrogelbasierter Glaskörperersatzstoffe wurde bereits in präklinischen Tests positiv bewertet und besitzt das Potential, in naher Zukunft in die klinische Phase einzutreten und dort die Ablatiochirurgie grundlegend zu revolutionieren. Dr. André Schulz und Prof. Peter Szurman (Sulzbach) fassen den Forschungsstand zusammen und berichten über einen individuellen Heilversuch bei Patienten mit fortgeschrittener Phthisis bulbi an der Augenklinik Sulzbach mit einem verträglichen Hydrogel-Glaskörperersatz, für den eine Multizenterstudie geplant ist.

Neue Leitlinie zu Patienten mit Demenz in der Praxis

Ein praxisorientierter Handlungspfad
In der Praxis sind Menschen mit Demenz häufig auf medizinische Maßnahmen angewiesen. Jedoch besteht oftmals große Unsicherheit darüber, ob der Betroffene einwilligungsfähig ist, in welcher Form eine informierte Einwilligung einzuholen ist und wie anderenfalls im Sinne des Patienten Entscheidungen getroffen werden können. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die strukturierten Handlungsempfehlungen zusammen, die in einer aktuellen Leitlinie hinsichtlich der relevanten medizinischen, rechtlichen, ethischen und psychologischen Anforderungen gegeben werden.

Die Augenmedikation des Mittelalters

Teil 2: Augensalben, Pulver, Pillen
Ausgehend von Hildegard von Bingen und der Überlieferung zahlloser ihrer Rezepturen zeigte es sich, dass die von ihr und anderen Heilkundigen ihrer Zeit beschriebenen Pflanzen beziehungsweise ihre Inhaltsstoffe selbst heute nach 900 Jahren noch immer die Grundlage einer Therapie mit Augentropfen sind. Lediglich die damalige Methode der Herstellung ist heute in den meisten Fällen als obsolet anzusehen. Die Behandlung des kranken Auges im Mittelalter mit Tropfen wurde im ersten Teil dargestellt. Der Augenarzt Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) und die Journalistin Gabriele Goettle (Berlin) beschreiben im ­zweiten Teil des medizingeschichtlichen Beitrages Augensalben, Pulver und Pillen, die in der Medikation des Mittelalters bei erkrankten Augen zum Einsatz kamen.

Fallbericht: Spontane massive Makulablutung

Eine retinale Makulablutung bei jungen Patienten mit einem zuvor gesunden Auge ist selten. In diesen Fällen werden Trauma, retinale Vaskulitis und Terson-Syndrom vermutet, eine sehr seltene Ursache ist eine Valsalva-Retinopathie. Amine Maamri, Dr. Alaa Din Abdin, Prof. Berthold Seitz und Shady Suffo (Homburg/Saar) berichten über einen 25-jährigen Patienten, der sich in der Hochschulambulanz wegen seit drei Tagen bestehender Sehverschlechterung am rechten Auge vorstellte. Er hatte keine ophthalmologischen Erkrankungen, aber seine ersten Symptome traten nach dem Heben schwerer Gewichte auf.

Das Auge im Comic

Serie zur Sammlung Roth (Folge 118)
Die Bedeutung des Auges als wichtige Informationsquelle ist unersetzbar. In den Comics seit der Mitte des letzten Jahrhunderts wird insbesondere das Auge zum Merkmal eines Charakters, es projiziert dem Betrachter den körperlichen oder geistigen Zustand. Diese auf den ersten Blick lustige, aber dennoch nachdenklich stimmende Postkarte stammt aus den USA, wo der Comic wie auch das Pin Up in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine besondere Stellung in der Kunst und Kultur hatte.

Aktion zum Tag der Sehbehinderten macht Gefahren sichtbar

Mit einem auffälligen Zeichen macht Pro Retina Deutschland e. V. bundesweit auf eine fast unsichtbare Gefahr in Fußgängerzonen und auf Gehwegen aufmerksam: Poller. Diese dienen zwar der Verkehrssicherheit, für Menschen mit Sehbehinderung jedoch sind sie ein gefährliches Hindernis. Um diese Gefahr anschaulich zu machen, setzen die Regionalgruppen von Pro Retina den Pollern anlässlich des Tags der Sehbehinderten am 6. Juni gelb-schwarz Mützen auf.

Tag der Organspende: Augenärzte rufen zu Hornhautspenden auf

In Deutschland verpflanzen Augenchirurgen jährlich mehr als 9.000 Hornhäute des Auges. Dank der rasanten Fortschritte bei der Transplantationstechnik verhilft heute fast jeder Spender zwei Menschen zu neuer Sehfähigkeit. Gleichzeitig arbeiten Forscher mit Erfolg daran, durch eine Vorbehandlung des Empfängers unerwünschte Abstoßungsreaktionen noch weiter zu verringern. Angesichts des bestehenden Transplantatmangels ruft die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zum Tag der Organspende am 5. Juni 2021 zu größerer Spendenbereitschaft auf. Eine Hornhautspende kann trotz vieler vorbestehender Augenerkrankungen bis zu 72 Stunden nach dem Tod erfolgen und entstellt den Leichnam nicht, wie die Experten betonen.