Autor: Katica Djakovic

Rolle der Meibomdrüsen für Therapieoptionen beim Trockenen Auge

Experimentelle Modelle zur Untersuchung der (Patho-)Physiologie
Da die Prävalenz der Meibomdrüsendysfunktion und der damit einhergehenden evaporativen Form des Trockenen Auges sehr hoch ist, ist es von großem klinischen Interesse, tiefere Einblicke in die Pathogenese zu gewinnen. Experimentelle Modelle der Meibomdrüsen sind hierbei essentielle Voraussetzungen, um pathologische Veränderungen und Prozesse auf molekularer Ebene zu identifizieren. Außerdem können experimentelle Modelle dazu dienen, neuartige Therapieoptionen zu entwickeln und zu evaluieren. Dr. rer. nat. Jana Dietrich (Erlangen) stellt eine aktuell in Laboren intensiv verwendete Zelllinie der Meibomdrüse sowie eine vor kurzem etablierte lebende Organschnittkultur humaner Meibomdrüsen vor.

Perspiratio insensibilis der Hornhaut

Trockenes Auge, ein Bilanzproblem? Wo bleiben unsere Tränen?
Im Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT) kann eine Hornhaut unter vitalen Bedingungen mit verschiedenen chemischen und physikalischen Reizen belastet und währenddessen die Reaktion der Hornhaut mittels OCT und Thermo-graphie verfolgt werden. So lässt sich an einer stabilen in Kultur genommenen Ex-vivo-Hornhaut die Perspiratio insensibilis als physikalisches Phänomen des Wasserverlustes an einer Grenzfläche quantifizieren. Da der Mechanismus ohne Lidschlag und Benetzung beobachtet werden kann, lässt sich so eine isolierte Betrachtung dieses Effektes herstellen. Thomas Schrage, Claudia Panfil, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert Schrage und Marc Urbach vom Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO e.V.) erläutern das EVEIT-Verfahren.

Virtuelle Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung

„Digitalisierung in der Augenheilkunde“
Am 5. März fand die 106. Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung (B-W AV) von Tübingen aus als rein virtuelle Veranstaltung ohne Parallelsitzungen mit dem Hauptthema „Digitalisierung in der Augenheilkunde“ statt. Es gab mehr als 30 Beiträge, die sich auf sechs Sitzungen verteilten. In seiner Begrüßung gedachte der Ärztliche Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt, der Ukraine. Prof. Jens Martin Rohrbach (Tübingen) fasst die Tagung zusammen.

Die Digitalen Gesundheits­anwendungen (DiGA)

Schon heute nutzen viele Patienten Apps, die sie etwa dabei unterstützten, ihre Arzneimittel regelmäßig einzunehmen oder ihre Blutzuckerwerte zu dokumentieren. Im Gegensatz zu Gesundheits-Apps, die man ohne Rezept bekommt, gelten Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) jedoch als Medizinprodukte zur Behandlung von Erkrankungen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich Patienten solche DiGA von ihrem Arzt verschreiben lassen können. Dr. Friederike Kortüm, MSc (Tübingen) erläutert Voraussetzungen für die Verordnungsfähigkeit einer digitalen Gesundheitsanwendung und deren Erstattung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

23. Kongress der AAD als Hybrid-Veranstaltung

Nach zwei Jahren Pandemie setzen die Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland wieder auf persönliche Begegnungen. Von heute bis zum 19. März treffen sie sich in Düsseldorf zu Fortbildung und Diskussion beim Kongress der Augenärztlichen Akademie Deutschland. Der Hybrid-Kongress wird vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) veranstaltet. Er bietet auch die Möglichkeit, ausgewählte Vorlesungen und Kurse online zu verfolgen.

Kongress AAD 2022 hybrid

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz
Nach der Absage 2020 und einem rein digitalen Format 2021 planen BVA und DOG die diesjährige Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Der Kongress findet vom 16. bis 19. März in Düsseldorf mit einigen Online-Kursen als „AAD 2022 Hybrid“ statt. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) über die Herausforderungen bei der Planung der diesjährigen Fortbildung, die Situation der augenärztlichen Praxen im dritten Jahr der Corona-Pandemie sowie seine Erwartungen an den neuen Gesundheitsminister.

Hybrid-Tagung der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA)

„Beste Weiterbildung – beste Versorgung“
Als diesjähriger Gastgeber und Tagungsleiter der Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) lud Prof. Reinhard O. W. Burk Ende Januar zur Hybrid-Tagung nach Bielefeld ein. In der Hauptsitzung, die unter dem Leitthema „Beste Weiterbildung – beste Versorgung“ stand, wurden Aspekte der Weiterbildung, Konzepte der Patientenversorgung sowie Marketing im Gesundheitswesen diskutiert. Von Katica Djaković.

Schwere Oberflächenstörungen bei Keratokonjunktivitis vernalis

Die Keratokonjunktivitis vernalis (VKC) ist eine chronisch verlaufende, immunvermittelte Bindehauterkrankung des Kindes- und Jugendalters. Nicht selten werden VKC und atopische Keratokonjunktivitis (AKC) unterschätzt und können bereits im Kindesalter zu schwerwiegenden, persistierenden Problemen führen. Eine frühe korrekte Diagnose und das Einleiten einer adäquaten Therapie können die Prognose deutlich günstig beeinflussen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, Dr. Dominika Pohlmann, FEBO und Prof. Dr. Dr. med. vet. Jozsef Toth erläutern die Krankheitsbilder und stellen aktuelle Therapiemöglichkeiten dar.

Uveitis bei Kindern

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im Kindesalter können Uveitiden verschiedenen Schweregrades und unterschiedlicher Ausprägung und Lokalisation hervorrufen. Da die Uveitiserkrankung bei Kindern aufgrund von Rezidiven häufig schwerwiegender verläuft, ist eine frühe Diagnose und Therapie wichtig sowie die regelmäßigen augenärztlichen Untersuchungen, um visuslimitierende Komplikationen wie Katarakt, Makulaödem oder Glaukom zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Priv.-Doz. Dr. Juliane Matlach erläutert Einteilung, Diagnostik und Therapie der Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter.

Verbesserte Diagnostik durch den Einsatz virtueller Techniken

Erste Forschungsergebnisse zu VR-Anwendungen
Virtuelle Techniken werden in der Augenheilkunde bereits eingesetzt und sollen die Diagnostik von Augenerkrankungen verbessern und vereinfachen. Eine Arbeitsgruppe der Universitäten Erlangen-Nürnberg und LMU München hat mehrere Softwarepakete für Virtual Reality (VR)-Headsets entwickelt und getestet, die telemedizinische visuelle Tests durchführen können. Von Prof. Georg Michelson, Dr. rer. biol. hum. Dipl. Ing. Folkert Horn, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Bettina Hohberger, Matthias Ring, Elisabeth Grau, Stefan Andrae, David Kara, Sabine Erbes, Benedikt Kutzner, ­Wolfgang Mehringer, M.Sc., Prof. Björn Eskofier und Prof. Albrecht Schmidt.